PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFCASMerz und Macron erklären deutsch-französisches Kampfjet-Projekt für gescheitertStand: 17:03 UhrLesedauer: 2 MinutenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron während einer Arbeitssitzung beim EU-GipfelQuelle: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpaAls Symbol europäischer Verteidigungsfähigkeit sollte FCAS die Luftwaffe der Zukunft schaffen. Nun haben Deutschland und Frankreich das milliardenschwere Prestigeprojekt nach jahrelangem Streit der beteiligten Unternehmen endgültig beendet.Nach jahrelangen Vorbereitungen ist das milliardenschwere Rüstungsprojekt eines deutsch-französischen Kampfjets gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron seien „zu der geteilten Einschätzung gelangt, dass die Unternehmen beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfinden“, hieß es am Montag aus deutschen Regierungskreisen. „Diese Realität erkennen sie an. Bundeskanzler Merz hat Präsident Macron deshalb nahegelegt, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiter zu verfolgen.“Das Future Combat Air System (FCAS) galt als eines der wichtigsten europäischen Rüstungsprojekte. Deutschland, Frankreich und Spanien wollten damit bis 2040 ein vernetztes Luftkampfsystem aus Kampfjet, Drohnen und digitalem Gefechtsmanagement entwickeln, das bestehende Modelle wie den Eurofighter und die Rafale ersetzen sollte.Lesen Sie auchSeit Jahren belasteten jedoch Streitigkeiten zwischen Airbus und dem französischen Hersteller Dassault das Vorhaben. Im Mittelpunkt standen Konflikte über Führungsrollen, die Verteilung von Entwicklungsaufträgen sowie den Zugang zu Schlüsseltechnologien. Zuletzt hatte Frankreich auf eine stärkere Kontrolle des Projekts gedrängt. Branchenvertreter und Politiker hatten bereits seit Monaten vor einem Scheitern des Prestigeprojekts gewarnt. Noch im April hatten Merz und Macron dem Vorhaben eine weitere Chance gegeben und die Verteidigungsministerien beauftragt, eine Lösung für die festgefahrenen Verhandlungen zu finden.Ein Aus des Projekts gilt als Rückschlag für die europäische Rüstungskooperation. FCAS war als Symbol einer engeren sicherheits- und verteidigungspolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich gestartet worden. Das Projekt war zuletzt weit mehr als die Entwicklung eines neuen Kampfjets. Als Reaktion auf Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg sollte FCAS ein vernetztes Luftkampfsystem aus bemannten Flugzeugen, unbemannten Begleitdrohnen und digitalem Gefechtsmanagement werden. Die verschiedenen Komponenten sollten in Echtzeit Daten austauschen und mithilfe Künstlicher Intelligenz teilautonom zusammenarbeiten. Experten sahen in FCAS deshalb eines der ambitioniertesten und teuersten europäischen Rüstungsvorhaben überhaupt.dpa/saha/jra