Anlegerstimmung: Spannung vor dem Super-Börsengang Nach dem unerwartet starken US-Arbeitsmarktbericht rechnen die Marktteilnehmer neu mit einer Zinserhöhung durch das Fed in diesem Jahr. Die Aktienmärkte reagieren mit Abgaben, das Risk Barometer kühlt sich ab. Jetzt sind alle Augen auf den Börsengang von SpaceX gerichtet. Die US-Konjunktur entwickelt sich wider Erwarten robust. Die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft stieg im Mai um 170’000 – das war der dritte Monat in Folge mit deutlichem Zuwachs. Zudem wurden die Aprilzahlen nach oben korrigiert. Auch einer der wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren, der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, sendete positive Signale. Im Mai erreichte er einen Wert von 54 Zählern (im April lag er bei 52,7), was dem höchsten Stand seit vier Jahren entspricht.Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen

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Bitte passen Sie die Einstellungen an.Damit sind nicht nur mögliche Leitzinssenkungen vom Tisch, zunehmend festigt sich die Erwartung, dass die US-Notenbank (Fed) die Geldpolitik im Gegenteil schon bald straffen dürfte – an den Terminmärkten ist ein solcher Schritt bis Jahresende inzwischen eingepreist. Zumal der Krieg am Persischen Golf zu einem neuerlich Anstieg der Inflation geführt hat. In der Folge kletterten auch die Renditen von langfristigen US-Staatsanleihen nach oben, was an den Börsen ungnädig aufgenommen wurde.Damit folgte auf die fulminante Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen die kalte Dusche: Nachdem diverse Börsenbarometer zuvor noch neue Höchst erklommen hatten, kam es zum Wochenausklang zum Dämpfer. Insbesondere heissgelaufene Technologieaktien gerieten unter Verkaufsdruck, zumal der Chipkonzern Broadcom die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte.Dämpfer für die BörsenDer Weltaktienindex von MSCI büsste im Wochenverlauf 2,2% an Wert ein. Die meisten Aktienmärkte standen unter Druck, wobei die US-Börsen am kräftigsten verloren. Die rote Laterne trug der technologielastige Nasdaq 100, der im Wochenverlauf um 4,5% absackte. Der US-Leitindex S&P 500 (–2,6%) schloss ebenfalls deutlich tiefer.Nicht ganz so schlimm präsentierte sich die Lage in Europa, allerdings gaben auch der Dax (–1,4%), der Swiss Market Index (–1,1%) sowie der Londoner FTSE 100 (–0,4%) nach. Zu den wenigen Lichtblicken zählten der Nikkei 225 (+0,4%), der Euro Stoxx 50 (+0,2%) und der MSCI China (+0,1%), die sich knapp im positiven Bereich halten konnten.Defensive Valoren sind gefragtBei den Sektoren dominierten ebenfalls die Verlierer, wobei Technologieaktien (–4,4%) und Valoren des zyklischen Konsums (–5,3%) am kräftigsten Federn lassen mussten. Auch die Branchen Kommunikation (–3,8%) und Grundstoffe (–3,6%) beendeten die Woche mit einem spürbaren Verlust.Bloss drei Sektoren vermochten im Wochenvergleich zuzulegen. Zu den wenigen Gewinnern zählten Energieaktien mit einer Avance von 2,2%, gefolgt von Gesundheitswerten, die um 1,1% verrückten. Auf Platz drei folgten Immobilienaktien mit einem Plus von 0,3%. In der Summe zeigte sich unter den Anlegern eine klare Präferenz für defensive Segmente.Risk Barometer fälltDiese Verschiebungen machten sich im Risikoappetit der Marktteilnehmer bemerkbar. Notierte das Risk Barometer vor einem Monat noch auf überdurchschnittlich hohen 66 Punkten, ist es in der abgelaufenen Woche auf 39 Zähler abgerutscht. Noch ist die Verunsicherung unter den Marktteilnehmern jedoch zu wenig stark ausgeprägt für ein konträres Kaufsignal. Lediglich zwei der neun Inputfaktoren liessen eine steigende Risikoneigung erkennen: So ging der Volatilitätsindex Vstoxx auf den Euro Stoxx 50 im Vergleich zur Vorwoche leicht zurück, während die Aktienkurse von Small Caps jüngst besser abgeschnitten haben als diejenigen der Large Caps.Die negativen Bewegungen überwogen allerdings klar. Den grössten Einfluss hatten die spürbare Verschiebung von Call- zugunsten von Put-Optionen, die Wetten der grossen Marktakteure gegen den Nasdaq 100 und schliesslich der Anstieg des Volatilitätsindex auf den S&P 500 (Vix). Insgesamt dominierten die negativen Signale.SpaceX strebt an die BörseDie wenigen Unternehmensergebnisse, die noch anstehen, dürften kaum für Impulse sorgen. Zu den prominenteren Namen, die in der laufenden Woche ihren Gewinnausweis vorlegen, gehört unter anderem Campbell’s, das heute rapportiert. Morgen Dienstag präsentiert Casey’s das Ergebnis. Am Mittwoch steht Oracle im Fokus der Anleger, am Donnerstag folgt Adobe.Der Höhepunkt folgt zum Wochenausklang: Am Freitag wagt SpaceX den Gang an die Börse. Es ist die mit Abstand grösste Publikumsöffnung aller Zeiten. Das von Elon Musk geführte Weltraumunternehmen soll nach dem Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq eine Marktkapitalisierung von fast 1,8 Bio. $ auf die Waage bringen, was ziemlich genau dem Börsenwert aller zwanzig im Swiss Market Index enthaltenen Unternehmen entspricht. Quelle: Earnings Whispers Aus makroökonomischer Sicht steht am Mittwoch der US-Konsumentenpreisindex im Fokus der Marktteilnehmer. Die vom Datenanbieter Bloomberg erfassten Ökonomen rechnen mit einem weiteren Anstieg der Teuerung auf 4,2% im Mai, nachdem sie im Vormonat 3,8% erreicht hatte.Am Donnerstag fällt die Europäische Zentralbank den Zinsentscheid. Angesichts des wegen des Kriegs am Persischen Golfs zunehmenden Inflationsdrucks in der Eurozone ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Währungshüter am 11. Juni den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25% Prozent anheben werden.Am Freitag folgen die Inflationszahlen in Deutschland sowie das von der Universität Michigan ermittelte Konsumentenvertrauen und die Inflationserwartung.