SpaceX drängt an die Börse: Kleinanleger reissen sich um die SpaceX-TitelDas Raumfahrt-Unternehmen hat erfolgreich 75 Milliarden Dollar an Aktienkapital aufgenommen. Der nächste Test folgt am Freitag, wenn an der Tech-Börse Nasdaq der reguläre Handel beginnt.11.06.2026, 23.13 Uhr3 LeseminutenEine Falcon-9-Rakete von SpaceX startet von Cape Canaveral in Florida; Unterstützer des Raumfahrtsunternehmens hoffen, dass dessen Aktienkurs ähnlich steil ansteigt.Jennifer Briggs / ImagoDie erste Raketenstufe ist gezündet. Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) hat das texanische Raumfahrt-Unternehmen SpaceX bekanntgegeben, dass es 555,6 Millionen Aktien zu einem Preis von jeweils 135 Dollar verkaufen konnte. SpaceX hat mit seinem Börsengang also wie geplant 75 Milliarden Dollar aufgenommen – ein absoluter Rekord. Das zweitgrösste Initial Public Offering (IPO) brachte 2019 der saudische Erdölkonzern Saudi Aramco zustande, der etwas mehr als 29 Milliarden Dollar aufnahm.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Musk darf noch nicht verkaufenDie ausgegebenen Aktien machen nur knapp 5 Prozent der Anteile an SpaceX aus. Das von Tech-Entrepreneur Elon Musk gegründete und geführte Unternehmen wird derzeit also tatsächlich mit rund 1,8 Billionen Dollar bewertet und damit in die Liste der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt katapultiert.Musk selbst gehören mehr als 40 Prozent von SpaceX; der Börsengang macht ihn aller Voraussicht nach zum ersten Dollar-Billionär der Welt. Neben dem Gründer werden auch zahlreiche Wagniskapitalgeber und Mitarbeiter, die seit Jahren SpaceX-Anteile halten, vom Börsengang profitieren. Die SpaceX-Angestellten können ihre Aktien indes noch nicht von Beginn weg verkaufen, sondern erst gestaffelt im Lauf der nächsten Monate. Elon Musk hat sogar versprochen, im ersten Jahr nach dem Börsengang keine Aktien zu verkaufen.Das IPO wird von kritischen Stimmen begleitet. SpaceX verfügt zwar über ein wachsendes Geschäft mit Raketenstarts und seinem Satellitennetzwerk Starlink, schrieb zuletzt wegen hoher Investitionen in KI-Rechenkapazität aber bedeutende Verluste. Auch gemessen am Jahresumsatz ist das Unternehmen mit 135 Dollar pro Aktie enorm hoch bewertet; SpaceX wird nach dieser Metrik die mit Abstand teuerste Firma im Technologie-Index Nasdaq 100 sein.Private wollten noch mehr kaufenVielen Investoren scheint das aber nichts auszumachen. Wie mehrere Medien unter Berufung auf Insider berichteten, war der Andrang von Kleinanlegern riesig. Sie sollen über eine Handvoll ausgewählter Broker Kaufangebote für über 100 Milliarden Dollar eingereicht haben. Ihnen wurden aber nur gut 20 Prozent der ausgegebenen Aktien zugeteilt – die meisten gingen also leer aus.Der Rest der Titel ging an institutionelle Investoren. Dazu gehören Vermögensverwalter wie Blackrock, Banken, Hedge-Fonds sowie passive Indexfonds; Letztere müssen SpaceX-Titel kaufen, weil das Unternehmen in Kürze in wichtige Indizes wie den Nasdaq 100 aufgenommen wird.Die ursprüngliche Zuteilung war aber nur der erste Schritt, der für einen erfolgreichen Börsengang nötig ist. Am Freitag werden die Aktien erstmals an der amerikanischen Tech-Börse Nasdaq in New York gehandelt. Der ordentliche Handel mit SpaceX-Titeln startet aber nicht mit Börseneröffnung um 9 Uhr 30 New Yorker Zeit, sondern voraussichtlich erst einige Stunden später. Die Banken, die als Marktmacher für einen geordneten Ablauf sorgen müssen, brauchen etwas Zeit, um die vermutlich sehr vielen Kauf- und Verkaufsangebote zu organisieren.Angesichts der erwähnten hohen Nachfrage von Kleinanlegern sowie des Hypes um SpaceX ist gut denkbar, dass die Titel zunächst noch deutlich an Wert zulegen.Allerdings lässt sich die Stimmung am Markt nie mit Sicherheit prognostizieren. Wegen des Iran-Kriegs und der Unsicherheit, wer zu den Gewinnern und Verlierern des anrollenden KI-Booms gehört, herrscht an den Börsen derzeit eine sehr hohe Nervosität. Insbesondere die Kurse der Tech-Unternehmen sind von grosser Volatilität geprägt. Es ist in der Börsengeschichte immer wieder vorgekommen, dass gefeierte Börsenneulinge zwar einen starken ersten Handelstag hinlegten, die Kurse aber schon nach wenigen Tagen stark nachgaben.Passend zum Artikel
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Das Raumfahrt-Unternehmen hat erfolgreich 75 Milliarden Dollar an Aktienkapital aufgenommen. Der nächste Test folgt am Freitag, wenn an der Tech-Börse Nasdaq der reguläre Handel beginnt.














