Das Raumfahrtunternehmen Space-X steht vor einem fulminanten Aktienmarktdebüt. Beim größten Börsengang der Geschichte wurden die Aktien des von Elon Musk geführten ⁠Konzerns am Freitag zum Handelsstart an der US-Technologiebörse Nasdaq mit mehr als 170 Dollar indiziert – das würde einem Aufschlag von fast ‌30 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 Dollar entsprechen. Mit dem ersten offiziellen Aktienkurs von Space-X wird indes erst zur Mitte des US-Handelstags gerechnet.Das Unternehmen nimmt durch den Verkauf von Papieren 75 Milliarden Dollar ein und wird auf Anhieb mit 1,77 Billionen ‌Dollar bewertet. Damit gehört der Konzern zu den wertvollsten ‌US-Unternehmen – und Musk ist zumindest auf dem Papier der erste Billionär der Welt.Space-X:Ein Unternehmen aus einer anderen SphäreElon Musk hat dem Erfolg seines Raumfahrtkonzerns Space-X alles untergeordnet. Jetzt will er mit ihm den größten Börsengang aller Zeiten hinlegen. Doch sein Traum vom Mars ist eine riskante Wette.Kurz vor dem Börsenstart erinnerte Musk in einer Rede an die Anfänge des Unternehmens, die in einem Lagerhaus in El Segundo in Kalifornien liegen. Er habe nicht geglaubt, dass die Firma ein Erfolg würde, behauptete der Unternehmer. „Du musst echt gutes Crack rauchen“ – mit diesen Worten hätte er reagiert, wenn ihm jemand vor Jahren gesagt hätte, dass diese Firma einmal den größten Börsengang aller Zeiten schaffen würde, scherzte Musk.Space-X ist die weltweit größte privatwirtschaftliche Weltraumfirma. Das 2002 gegründete Unternehmen absolviert pro Jahr mehr Missionen als sämtliche anderen staatlichen und privaten Anbieter zusammen. 2025 waren es 165 Starts der wiederverwendbaren Rakete Falcon 9. Zu den Kunden gehören neben der ⁠US-Raumfahrtbehörde Nasa das US-Verteidigungsministerium und private Satellitenbetreiber.Space-X arbeitet zudem an Starship. Die Kombination aus Schwerlastrakete und Raumkapsel soll künftig Menschen und Fracht zum Mond und zum Mars transportieren. Ende Mai absolvierte eine verbesserte Version des Starships einen Testflug, erreichte dabei aber nicht alle Ziele. Space-X plant darüber hinaus KI-Rechenzentren im All, die aus einer Flotte von solarbetriebenen Kleinsatelliten bestehen sollen.Zu Space-X gehört auch Starlink. Das Tochterunternehmen ist der weltweit größte Anbieter ‌von Satelliten-Kommunikation mit mehr als 10 000 aktiven Satelliten und gut zehn Millionen Nutzern. Das profitable ‌Geschäft steuert etwa 50 bis 80 Prozent zum Konzernumsatz bei. Im Februar 2026 fusionierte Musk den Raketenbauer Space-X mit seinem KI-Entwickler xAI, zu dem wiederum das soziale Netzwerk X, früher Twitter, gehört. Mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Billionen Dollar war dies bislang der größte Firmenzusammenschluss der Wirtschaftsgeschichte. xAI schreibt bislang Milliardenverluste. Zum Firmenimperium von Musk zählen darüber hinaus der Elektroautobauer Tesla, der Gehirnchip-Entwickler Neuralink sowie der Tunnelbauer Boring Company.Die Finanzen von Space-X im ÜberblickSpace-X machte dem Börsenprospekt zufolge im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Erlöse um 15 Prozent auf 4,69 Milliarden Dollar, während sich der Fehlbetrag auf 1,27 Dollar je Aktie mehr als versiebenfachte. Der Grund hierfür sind hohe Investitionen in die KI-Tochter ‌xAI, die den Chatbot Grok entwickelt hat. Dieser ist jedoch weder bei der US-Regierung noch bei Unternehmen beliebt. Den Verbindlichkeiten von mehr als 50 Milliarden Dollar stehen Barmittel in Höhe von 24,7 Milliarden Dollar gegenüber. ‌Aufträge der Nasa werden Musk zufolge im laufenden Jahr wohl ‌nur fünf Prozent zum Umsatz beitragen.Space-X konkurriert mit der Raumfahrtfirma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos um den Bau einer Mondlandefähre für das „Artemis“-Programm der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde will 2028 erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf den Mond fliegen. Musk plant innerhalb der kommenden Jahre den Aufbau einer dauerhaft besetzten Station auf dem Mond. Sein langfristiges Ziel ist die Besiedlung des Mars.