Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ist am Freitag mit Erfolg an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq gegangen. Der erste offizielle Aktienkurs betrug 150 Dollar – damit stieg er gleich zum Beginn um elf Prozent. Damit wird Musk zumindest auf dem Papier zum bislang ersten Billionär der Welt.Musk läutete die Eröffnungsglocke indes von Texas aus, wo SpaceX einen Weltraumbahnhof betreibt. Er beschrieb den Börsengang kurz vor dem Handelsstart als Meilenstein, den er seinem Unternehmen selbst nicht zugetraut hätte. „Ich habe SpaceX eine Chance von weniger als 10 Prozent gegeben, erfolgreich zu sein.“Hätte ihm jemand früher erzählt, SpaceX würde einmal den größten Börsengang aller Zeiten hinlegen, hätte er zu ihm gesagt: „Mann, Du musst wohl echt gutes Crack rauchen.“ Musk gab auch kühne Ziele für sein Unternehmen aus und sagte, es wolle Menschen „zum Mond, zum Mars und letztlich darüber hinaus“ bringen.Der Börsengang bricht Rekorde. SpaceX hat insgesamt 75 Milliarden Dollar eingesammelt und damit weit mehr als je ein Unternehmen zuvor. Der bisherige Rekordhalter war der saudische Ölkonzern Saudi Aramco, dessen Börsengang im Jahr 2019 rund 29 Milliarden Dollar einbrachte.Künftige Fusion mit Tesla?Auf Basis des Aktien-Ausgabepreises von 135 Dollar wird SpaceX mit insgesamt 1,77 Billionen Dollar bewertet. SpaceX gehört damit aus dem Stand zu den zehn wertvollsten börsennotierten amerikanischen Unternehmen und lässt auch den ebenfalls von Musk geführten Autohersteller Tesla hinter sich, dessen Marktkapitalisierung im Moment bei 1,25 Billionen Dollar liegt.Musk war auch bislang schon mit weitem Abstand der reichste Mensch der Welt. Hinter ihm liegt Larry Page, einer Mitgründer des Internetkonzerns Google, dessen Vermögen von der Zeitschrift Forbes auf 292 Milliarden Dollar geschätzt wird.Während Musk am Freitag in Texas war, wurde SpaceX an der Nasdaq von Gwynne Shotwell vertreten, die als Chief Operating Officer gewissermaßen die Nummer zwei im Unternehmen ist und seit vielen Jahren für Musk arbeitet. Shotwell schloss in einem Gespräch mit dem Fernsehsender CNBC nicht aus, dass SpaceX eines Tages mit Tesla fusioniert werden könnte. Sie sagte: „Das könnte Elons Leben etwas leichter machen.“ Es sei ohne Frage, dass es zwischen Tesla und SpaceX in der Zukunft Synergien geben werde. Shotwell fügte aber hinzu, sie konzentriere sich im Moment auf SpaceX.Shotwell stellte Anleger in dem Gespräch auch darauf ein, dass SpaceX sich womöglich nicht an Gepflogenheiten börsennotierter Unternehmen halten werde. Sie sagte, sie wolle ihren Schwerpunkt nicht auf Quartalsberichte legen, also die üblicherweise vierteljährlich veröffentlichten Geschäftsergebnisse. „Leute, die in SpaceX investieren, müssen wissen, dass wir sehr futuristische Sachen machen.“ Shotwell sagte auch, Musk werde in der Öffentlichkeit „sehr missverstanden“.SpaceX wurde schon im Jahr 2002 gegründet und hat heute verschiedene Geschäftsfelder. Traditionell ist das Unternehmen auf Raketen und Raumschiffe spezialisiert, die Nutzlast und Astronauten ins Weltall bringen, insbesondere für die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA. Die mittlerweile umsatzstärkste Sparte ist Starlink, sie stellt mittels Satelliten aus dem Weltall Hochgeschwindigkeitszugänge zum Internet zur Verfügung. In diesem Jahr hat SpaceX auch X.AI übernommen, das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen aus Musks Imperium, das mit Open AI und Anthropic konkurriert und zu dem auch die Onlineplattform X gehört.Im vergangenen Jahr erzielte SpaceX einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar. Gemessen am Aktienkurs vom Freitag wird das Unternehmen also von der Börse mit mehr als dem Einhundertfachen des Umsatzes bewertet, eine ungewöhnlich hohe Zahl. SpaceX hat außerdem für 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar ausgewiesen. Nur Starlink schaffte ein positives Betriebsergebnis.
SpaceX startet mit gewaltigem Kurssprung – Elon Musk ist Billionär
Elon Musk hat sein Weltraumunternehmen an die Börse gebracht. Die Anleger greifen gleich zu Beginn kräftig zu.










