In den USA ist alles immer eine Nummer größer: die Autos, die Straßen, die Drive-in-Fenster, durch die man den Burger mit extra viel Bacon bestellt, und die Portion Pommes, die es dazu gibt. Und die Fußball-Weltmeisterschaft natürlich auch. 48 Teams nehmen am Turnier in den USA, Mexiko und Kanada, das am 13. Juni beginnen wird, teil. Es ist das größte Fußballturnier der Geschichte. Besonders die kleineren Fußballverbände profitieren davon, sodass Vertreter aus der ganzen Welt nach Nord- und Mittelamerika reisen. 2014er-Weltmeister und ZDF-Experte Christoph Kramer findet das nicht so gut und fragte bei einer TV-Übertragung voller Entsetzen: „Jetzt ist Italien vielleicht nicht dabei und Kap Verde ist dabei, oder was?“ Ja, sagen wir. Ist doch super. Denn niemand freut sich so sehr auf die WM wie die größten Außenseiter und Exoten.

Curaçao (Weltranglistenplatz 82, 1. WM-Teilnahme)

Seien Sie mal ehrlich, von Curaçao haben Sie doch das erste Mal gehört, als die Gruppenphase für die WM ausgelost wurde, oder? Der Auftaktgegner der deutschen Nationalmannschaft kommt von einer etwa 444 Quadratkilometer großen Insel in der Karibik, die als autonomes Land zum Königreich der Niederlande zählt. Ungefähr 156.000 Menschen leben auf Curaçao; noch nie hat ein Land mit weniger Einwohnern an der WM teilgenommen. Tahith Chong, der einst für Werder Bremen in der Bundesliga auflief, ist der einzige Spieler im WM-Kader, der auf der Insel geboren ist. Die meisten anderen sind in den Niederlanden geboren, wo viele Nationalspieler auch im Verein spielen. Auch Trainer Dick Advocaat, der in Deutschland einst Borussia Mönchengladbach coachte, ist Niederländer.