Sankt Petersburg im Juni 2026. Die Boulevards blitzen, die Metro fährt im Minutentakt, nachts säubern Brigaden die Granittrottoirs mit Hochdruckreinigern. Auf den ersten Blick: eine Stadt in perfekter Ordnung. Und doch liegt etwas über ihr. Eine Schwere, die sich nicht in Parolen zeigt, sondern in Nebensätzen. In einem Satz, der einem immer wieder begegnet: „Wenn das vorbei ist, dann …”
Das Petersburger Wirtschaftsforum 2026 sollte Russlands Stärke demonstrieren – als globaler Akteur, als souveräner Mitgestalter der multipolaren Welt. Was es stattdessen zeigte: ein Land unter enormem Druck, das die Fassade mit enormem Aufwand aufrechterhält. Und ein Europa, das – aus der Distanz betrachtet – dasselbe tut.
Den vollständigen Bericht – mit Eindrücken vom Forum, einer Analyse der russischen Wirtschaftslage und der Frage, welchen Ausweg es aus dieser Sackgasse gibt – lesen Sie hier.
Eine neue Weltordnung
Während Wladimir Putin vor mehr als 20.000 Gästen aus 130 Ländern die Entstehung einer neuen Weltordnung beschwor und Russlands Haushaltsdisziplin den hohen Schuldenständen westlicher Staaten wie Frankreich und Italien gegenüberstellte, warnten Vertreter des Finanzministeriums und der Zentralbank hinter verschlossenen Türen vor zunehmenden Belastungen für den Staatshaushalt. Nach Informationen von Bloomberg wächst das Haushaltsdefizit deutlich schneller als erwartet, insbesondere infolge der anhaltend hohen Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine.











