Was? Eine 10-Millionen-Initiative? Das ist viel zu weichgespült. Wir hätten da ein paar IdeenDie Kolumne der «Scharfen Zungen».Patti Basler und Corinne Sutter07.06.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.NachhaltigkeitsinitiativeDie SVP möchte die Schweiz zu einer Oase der Sauberkeit, der Nachhaltigkeit und des Wohlstandes machen. Und dies mit einem Volksbegehren, welches von linker Seite als «richtig böse» gelabelt wird. Doch es stimmt fast alles an dieser Initiative. Deshalb sollten wir stimmen.Patti BaslerDie SVP hat recht: Es kommen zu viele, und es kommen die Falschen. Aber es kann doch nicht deren Ernst sein, der Bevölkerung einen derart weichgespülten Vorschlag zuzumuten!Die Initiative geht zu wenig weit.Alle Kriminellen sollten ausgeschafft werden, auch die Schweizer. Gendern nicht nötig.Die extrem Gewaltbereiten hingegen könnten als Reserve für die Armeeaufstockung im Reduit gelagert werden.Wenn überhaupt, müsste «10-Millionen-Initiative» bedeuten: Wer rein will, bringt 10 Millionen.Statt einer 3-Monate-Aufenthaltsbewilligung für Arbeitende sollten motivierte Fachkräfte unbegrenzt hier bleiben dürfen. Mit begrenztem Platzanspruch.Wer aus einem armen Land einwandert, steigert unweigerlich den eigenen Wohlstand und damit den CO2-Ausstoss. Das ist unökologisch. Wer jedoch bereits reich ist, wird sich in der Schweiz nachhaltig entwickeln – durch Solaranlagen und energieeffiziente Waschmaschinen.Katar macht es vor: Sklavenhaltung statt Saisonnier-Statut. Denn Batteriehaltung ölt den Wirtschaftsmotor. Wer wenig Platz hat zu Hause, geht lieber arbeiten.Die Katharsis erfolgt in der eigenen Waschmaschine. Dort wird die weisse Weste samt der 10 Millionen in bar reingewaschen.Zugewanderte Sippen begehen in den geteilten Waschküchen ihre rituellen Waschzeremonien. Mittellos, aber fröhlich. Sie scheinen nicht unter Dichtestress zu leiden. Statistisch gesehen ist die Stadtbevölkerung glücklicher als jene in entleerten Dörfern.Zielführender wäre die direkte Kündigung der bilateralen Verträge mit Europa. Denn so verlieren ausländische Arbeitskräfte Lohnansprüche und Rechte. Die brauchen keine Rechte, die haben ja die Linken, welche sie verhätscheln.Auch beim Lohndumping gäbe es noch Luft nach oben. Das wäre wirklich nachhaltig. Denn so könnte endlich auch jedem Hansjörg und jeder Regula ein Sklavenlohn gezahlt werden. Dann sind alle arm.Und der CO2-Fussabdruck verkleinert sich wie ein zu heiss gewaschener Pullover. Am Schluss bleibt nur der Filz.Corinne SutterIch bin voll des Lobes für die SVP. Sie weist seit Jahrzehnten auf unsere Probleme hin. Von Femiziden über Arbeitslosigkeit, ÖV-Überlastung bis Klimawandel.Schuld ist nur eine Bevölkerungsgruppe: die Zugewanderten. Ein Geniestreich! Oder doch eher ein Scherz?Selbst die Linke könnte versucht sein, ein Ja in die Urne zu legen. Denn es kommen tatsächlich zu viele und die Falschen. Gemeint ist damit nicht, dass sie der Hautfarbe oder Religion wegen «falsch» seien. Nein. Es sind die Falschen, weil hinlänglich bekannt ist, dass viele Eingewanderte, sobald sie stimmen dürfen, zur SVP überlaufen.Gerade aus Kulturen, in denen gemäss den Initianten Femizide und moderne Hexenjagd gepflegt würden, könnten neue Wähler rekrutiert werden. Die vielen gescheiterten SVP-Initiativen ergäben überdies einen hübschen Scheiterhaufen zur Hexenverbrennung.Jene Teile des Stimmvolks, welche jetzt zur Urne gehen, haben bei Erreichung der 10-Millionen-Grenze ohnehin den letzten Urnengang hinter sich. Oder sind in der Palliativpflege. Falls es diese noch gibt nach der Ausschaffung der Fachkräfte. Das Problem mit der Überbevölkerung löst sich durch natürliche Abgänge.Die SVP weiss, dass Schwarmintelligenz nur für kleine Fische taugt. Sie vereinfacht komplexe Thematiken. Ein Geniestreich! Denn Zugewanderte aus Diktaturen sind einfache Lösungen gewohnt: perfekter Nachwuchs für die Volkspartei.Eingewanderte stimmen zudem eher konservativ, um sich abzuheben vom Narrativ des invasiven Schmarotzers.Durch Annahme verdünnt die SVP ihre zukünftige Parteibasis zuverlässiger als ein Asylsuchender die Neophytendichte.Die Armen in ihren Herkunftsländern sind für den Klimawandel nicht verantwortlich. Sondern die Allermächtigsten mit den grössten Vermögenswerten. Kurz: die Allerwertesten dieser Welt.Die SVP hat alles richtig gemacht mit dieser Initiative.Sie sorgt dafür, dass die Armen arm bleiben. Und zwar nachhaltig.Böse Zungen sagen: Es kommen zu viele, und es kommen die Falschen.Scharfe Zungen sagen: Es stimmen zu wenige, und es stimmen die Rechten.Patti Basler ist Kabarettistin und Autorin und lebt in Baden, Corinne Sutter ist Künstlerin und multidisziplinäre Performerin. Zusammen sind sie das Podcast-Duo «Scharfe Zungen».Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
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