Neunmal sagte Henry Nowak: „I can't breathe.“ Mehrfach erklärte der 18-Jährige den Polizisten, dass er erstochen worden sei. Wenige Minuten später war der Student tot. Sechs Monate nach seinem Tod haben die Bilder und Berichte aus jener Nacht Proteste in Southampton ausgelöst. Hunderte Demonstranten gingen am 3. Juni 2026 auf die Straße – mobilisiert auch vom rechten Aktivisten Tommy Robinson, der den Fall für eine politische Kampagne nutzt.

Rechte Proteste und eine aufgeheizte Stimmung

Die Veröffentlichung der Aufnahmen und der Prozess gegen die Polizisten brachten den Fall nun endgültig an die Öffentlichkeit. Demonstranten zogen vor das Polizeirevier und später vor das Haus der Familie des verurteilten Mörders im Stadtteil Portswood. Flaschen, Ziegel, ein E-Scooter flogen – elf Polizisten und ein Polizeihund wurden verletzt, zwei Personen festgenommen. Anwohner berichteten der BBC, sie hätten sich kaum aus ihren Häusern getraut. Mütter sagten, sie fürchteten, ihre Kinder vor die Tür zu lassen.

Politisch instrumentalisiert wird der Tod des jungen Mannes vor allem von einer Partei: Reform UK unter Nigel Farage. Im Unterhaus sprach Farage von „kalter Wut“, einem „zweigeteilten Großbritannien“ und einer „Zwei-Klassen-Polizei“, in der weiße Briten weniger zählten als ethnische Minderheiten. Auf Social Media verkündete er, „weiße Leben zählen genauso viel wie schwarze Leben“ – eine bewusste Spiegelung der Black-Lives-Matter-Bewegung in den USA.