Im Rahmen einer beispiellosen Rettungsaktion unter Leitung einer privaten Initiative wurde der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, über die dänische Ostsee in die Nordsee geschleppt. Einige Tage nach seiner Freilassung meldeten die Behörden, dass vor der dänischen Küste ein toter Wal entdeckt wurde, bei dem es sich um „Timmy“ handelt. Verfolgen Sie hier die Entwicklungen weiter unten im Newsticker. 09:25 Uhr: Buckelwal beschert Staatsanwaltschaft viel Arbeit Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und inzwischen tot auf einer dänischen Insel liegende Buckelwal beschert der Staatsanwaltschaft Schwerin noch ein längeres Nachspiel. Dreistellig sei mittlerweile die Anzahl der Vorgänge mit Wal-Bezug, sagte Jonas Krüger, Sprecher der Ermittlungsbehörde, der Deutschen Presse-Agentur. Diese Masse an Eingaben sei für die Staatsanwaltschaft seines Wissens ein neues Phänomen. Sie stammen demnach nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, landen aber wegen der Zuständigkeit trotzdem in Schwerin, weil der Wal lange vor der Insel Poel lag.Es handle sich bei den Vorgängen nicht nur um Anzeigen, sondern teils auch nur um Hinweise. Menschen hätten etwa ihre Hilfe angeboten und das gleich an viele Stellen geschickt. „Ich kann auch mit Walen reden“, habe etwa jemand geschrieben. Es seien „aberwitzige“ Dinge dabei, sagte Krüger.Die vorliegenden Anzeigen gingen in unterschiedliche Richtungen. Aus der Zeit, als man sich zeitweise dafür entschieden hatte, den Wal weitgehend in Ruhe zu lassen, stammten etwa Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung. Später gingen laut Krüger Anzeigen mit Verweis auf das Tierschutzgesetz ein, die sich gegen die Transportmaßnahmen richteten.Anzeigen richteten sich gegen verschiedenste Menschen, etwa gegen Beteiligte des Transports. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei wegen allem Möglichen angezeigt worden – weil er nichts gemacht habe, weil er etwas unternommen habe. Unter anderem seien auch Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, das an der Bergung nicht beteiligt war, angezeigt worden. Krüger habe den Eindruck, dass praktisch jeder und jede, der oder die auch dank der Medienberichterstattung mit dem Wal in Verbindung gebracht wurde, angezeigt wurde. Wal-Newsblog vom 30.5.2026 16:53 Uhr: Wal-Obduktion am Donnerstag geplant Der Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals soll am kommenden Donnerstag auf der dänischen Insel Anholt untersucht werden. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung dürfen bei der öffentlichen Obduktion mit etwas Abstand auch Presse und Schaulustige zusehen – es werden zudem Tierärzte und Behördenvertreter erwartet.„Die Obduktion wird am Nachmittag beginnen und etwa sechs Stunden dauern“, sagte Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung der Deutschen Presse-Agentur. Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Wal-Obduktionen begleitet, prognostizierte: „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken.“Zuvor hatte ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser vor der Urlaubsinsel auf den Strand gezogen. Im Sand hinterließ der aufgeblähte Kadaver eine riesige Furche. „Alles ist nach Plan verlaufen“, kommentierte Abildstrøm die etwa zweistündige Aktion. „Jetzt werden sich Tierärzte und Experten um die Untersuchung des Wals kümmern.“ Buckelwal „Timmy“ wurde am Samstag an Land der dänischen Insel Anholt gezogen. © dpa/MARCUS GOLEJEWSKI Ursprünglich war geplant, den Kadaver über die Ostsee mittels Booten nach Jütland zu schleppen und in der Hafenstadt Grenaa zu untersuchen. Wegen des fortgeschrittenen Verwesungszustands des Wals wurde der Plan jedoch fallen gelassen. 14:32 Uhr: Wal-Retter zufolge soll „Timmy“ 240 Kilometer weit gereist sein Der US-amerikanische Walexperte und Tierschützer des Whale Sanctuary Project, Jeffrey Foster, war als Mitglied der privaten Initiative maßgeblich an der Rettungsaktion für „Timmy“ beteiligt. Nun gab er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung neue Informationen zu den Tracker-Daten des Wals kurz nach seiner Freilassung bekannt.Die Daten zeigen, dass der Wal mehr als 150 Meilen gereist ist. Jeffrey FosterFoster zufolge soll der GPS-Tracker, mit dem der Wal kurz vor seiner Freilassung in der Nordsee ausgestattet wurde, fast eine Woche lang Signale gesendet haben. „Über einen Zeitraum von sechs Tagen zeichnete der Tracker mehr als 50 Positionsübertragungen und mehr als 30 Tiefenaufzeichnungen mithilfe des CLS-Satelliten-Trackers auf“, sagte der Wal-Retter der „Bild“-Zeitung. Des Weiteren sei das Tier Foster zufolge „mehr als 150 Meilen [241,4 Kilometer – Anm. d. Red.] vom Standort seiner Freilassung gereist“. Einmal soll der Wal dabei bis zu 150 Kilometer tief und mehrfach bis 50 Meter tief getaucht sein, behauptet der Tierschützer. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht, da bislang noch keine Tracker-Daten veröffentlicht wurden. Auch ist fraglich, woher Foster die Daten hat. Die Geldgeberin der Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, sagte zuvor in Interviews, dass das Gerät nach anfänglichen Signalen später nur noch „Datenmatsch“ gesendet habe. Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern bestätigte dem Tagesspiegel am Donnerstag auf Anfrage, dass der Sender auf dem Weg zu der Behörde sei: „Der Tracker wird aktuell aus Dänemark abgeholt. Die Daten sollen anschließend ausgewertet werden, um zu erfahren, wie lange der Wal nach der Freilassung gelebt und wo er sich aufgehalten hat.“ Anschließend soll es eine Pressekonferenz geben, auf der die Ergebnisse der Auswertung präsentiert werden. 10:07 Uhr: Bergung von „Timmy“ gestartet Auf der dänischen Insel Anholt haben die Arbeiten am Kadaver „Timmys“ begonnen. Im Livestream des Anbieters „News5“ war am Morgen zu sehen, wie ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser etwas weiter an Land zog. Wie weit der verwesende Wal gezogen werden soll, war zunächst nicht zu erkennen. 09:02 Uhr: Verwesender „Timmy“ wird an Land gezogen Lange passierte nichts, nun soll der vor der dänischen Insel Anholt liegende Kadaver von „Timmy“ an Land gezogen werden. Ob das am Samstag oder erst am Sonntag passiert, war zunächst unklar. „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken“, sagte der Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Wal-Obduktionen begleitet. „Das wird ziemlich überwältigend, wenn man es nicht gewohnt ist.“ Außerdem bestehe Ansteckungsgefahr, weshalb an solchen Aktionen möglichst wenige Menschen beteiligt seien. Der Forscher nimmt derzeit an, dass das Tier von vornherein keine Chance hatte. „Das war ganz offensichtlich ein krankes, entkräftetes Tier, das nicht gerettet werden konnte, und man hätte es einfach in Frieden lassen sollen.“ Stattdessen habe man ein Tier, das noch nie in Gefangenschaft gelebt habe, tagelang in einer Metallkiste eingesperrt über das Meer bugsiert. „Es wurde von den Wellen hin und her geschmissen, dem Lärm der Motoren ausgesetzt, um dann einfach ins Meer gekippt zu werden – das muss höllisch stressig und beängstigend für das Tier gewesen sein.“ Die Aktion sei „reine Tierquälerei“ gewesen. Tierärzte, Behördenvertreter und Experten werden nach Resten von Fischernetzen und Plastik im Darm und in der Speiseröhre des Tiers suchen. „Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark haben Fischernetze nachweislich eine Rolle bei ihrem Tod gespielt“, sagte Wal-Forscher Madsen. Bei den beiden anderen sei das zumindest eine Möglichkeit gewesen, man könne es nur nicht mit Sicherheit sagen. Wal-Newsblog vom 29.5.2026 15:17 Uhr: Schweres Gerät soll heute Abend auf Anholt eintreffen Am Donnerstag berichtete das dänische Umweltministerium, dass der vor Anholt liegende Kadaver von Buckelwal „Timmy“ direkt auf der Insel Anholt geborgen und anschließend obduziert werden soll. Jane Hansen von der Umweltbehörde berichtete dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass man beschlossen habe, „den Wal auf Anholt zu bergen und die Obduktion sowie die wissenschaftlichen Untersuchungen vor der Entsorgung auf der Insel durchzuführen“. Die Arbeiten sollen demnach in zwei Phasen durchgeführt werden. Bereits an diesem Wochenende wolle man „Timmys“ Kadaver zunächst an Land ziehen und gegen Ende der nächsten Woche eine Obduktion, wissenschaftliche Untersuchungen am Wal und die „Bearbeitung seines Körpers“ vornehmen. Danach könne der Wal-Kadaver schließlich beseitigt werden, sagte sie weiter. Wann genau der Kadaver am Wochenende an Land gezogen werden soll, ließ Hansen jedoch offen. Der Reporter der Videonachrichtenagentur News5, Tobias Grabow, berichtete unterdessen im laufenden Livestream vor Ort, dass in der Nähe des Wals ein Traktor eingetroffen sei, um ein am Strand liegendes langes Seil zu entfernen und den Abschnitt freizuräumen. Mit dem Seil wurden bisherige Bergungsversuche des Buckelwals unternommen – allerdings scheiterten diese aufgrund der Wetterbedingungen. Am Freitagabend um 18 Uhr soll außerdem die reguläre Passagierfähre im Anholter Hafen anlegen. An Bord sollen sich demnach weitere Fahrzeuge für die geplante Wal-Bergung befinden – konkret soll es sich dabei um einen Bagger und ein allradgetriebenes Unimog-Fahrzeug handeln. „Die Baugeräte kommen heute an“, sagte Grabow im Livestream ohne Nennung einer Quelle. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben allerdings nicht. Eine Anfrage des Tagesspiegels an das dänische Umweltministerium blieb bislang unbeantwortet. 14:36 Uhr: Wal-Retter vermessen Wal-Kadaver auf Anholt Am Donnerstag tauchten am Strand von Anholt zwei Männer auf, um den Kadaver des Wals im Wasser zu vermessen. In Livestream-Aufnahmen der Videonachrichtenagentur News5 war gestern zu sehen, wie die beiden Personen in wasserdichten, sogenannten Wathosen mit Gerätschaften hantierten und sich dafür mit Teleskopstangen und einem Band in Art einer Wäscheleine ausstatteten. Bereits am Vortag hatte es geheißen, dass die beiden Wal-Retter dem sogenannten „Team Hope“ angehören sollen und zwei vormalige Mitglieder der privaten Rettungsinitiative seien. Wenig später berichtete die Geldgeberin der Privatinitiative, Karin Walter-Mommert, der Videonachrichtenagentur News5, dass die beiden Männer „nicht im Auftrag der Initiative“ gehandelt hätten, sondern wohl privat in Anholt seien. Demnach würden sie „das Dabeisein bei einer Obduktion“ gefährden, soll Walter-Mommert News5 zufolge gesagt haben.Das dänische Umweltministerium warnt bereits seit Tagen davor, dass man sich dem Kadaver nicht nähern soll, da aufgrund der im Körper entstehenden Verwesungsgase akute Explosionsgefahr sowie auch das Risiko von Krankheitsübertragungen bestehe. Ob die Vermessung mit den dänischen Behörden abgesprochen war, ist fraglich. 13:55 Uhr: Tierärztin Tönnies bezeichnet Obduktionspläne als „völliges Versagen“ Als Mitglied der privaten Initiative war Tierärztin Kirsten Tönnies maßgeblich an der Rettungsaktion für Buckelwal „Timmy“ beteiligt. Nun äußerte sich die Inhaberin einer Praxis in Hattersheim zur geplanten Obduktion des Wal-Kadavers auf der dänischen Insel Anholt. Die Autopsie da oben in Dänemark: völliges Versagen – schon wieder.Kirsten Tönnies, KleintierärztinVia Instagram sagte die Buchautorin, dass die Autopsie „längst hätte stattfinden müssen“ und ergänzte: „Jetzt können wir’s vergessen.“ Falls man bei der pathologischen Untersuchung etwas hätte feststellen können, sei dies nun zweifelsfrei vorbei, monierte Tönnies. „Was schiefgehen konnte, ist schiefgelaufen.“ Die Obduktion „da oben in Dänemark“ sei demnach als „völliges Versagen“ zu werten – und zwar „schon wieder.“Weiterhin teilte die Kleintierärztin mit, dass sie wohl mehrere Gewebeproben des Wals „von Poel zum Abgleich mit Dänemark“ an ein Labor geschickt habe. Dadurch wolle sie zweifelsfrei feststellen lassen, ob es sich bei dem vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Meeressäuger und dem vor der dänischen Anholt liegenden Buckelwal-Kadaver um das gleiche Tier handelt. „In vier Wochen wissen wir definitiv: Ist es dasselbe Tier.“Bereits vor Wochen hatten die Umweltministerien in Dänemark und Mecklenburg-Vorpommern bestätigt, dass es sich zweifelsfrei um den gleichen Wal handelt. In den sozialen Medien kursieren allerdings Gerüchte, die das anzweifeln und bislang jeglicher Faktengrundlage entbehren. Kleintierärztin Kirsten Tönnies spricht am 28.04.2026 in Kirchdorf vor Medienvertretern. © dpa/Philip Dulian 6:19 Uhr: Wal-Skelett soll nach Obduktion nicht ins Meeresmuseum nach Stralsund kommen Forscher des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, die maßgeblich an den ersten Rettungsmaßnahmen für den vor der Ostsee gestrandeten Buckelwal „Timmy“ beteiligt waren, werden voraussichtlich nicht an der fürs Wochenende angesetzten Obduktion des Kadavers teilnehmen. Eine Sprecherin der Institution sagte dem Tagesspiegel auf Anfrage: „Vom Deutschen Meeresmuseum wird niemand bei der Obduktion vor Ort sein. Wir haben bisher keinerlei Anfragen gestellt.“ Es ist weiterhin nicht vorgesehen, dass das Skelett nach Stralsund kommt.Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums StralsundStattdessen wolle man sich „darauf beschränken, um die Obduktionsergebnisse zu bitten, wenn sie vorliegen“, sagte die Sprecherin und ergänzte: „Diese sind für uns von großem wissenschaftlichem Interesse.“ Auf Proben des Kadavers habe man keinerlei rechtliche Ansprüche, hieß es weiter. Nach Angaben der Sprecherin soll das Skelett von Buckelwal „Timmy“ nach der Obduktion nicht im Meeresmuseum Stralsund ausgestellt oder für wissenschaftliche Zwecke aufbewahrt werden – auch nicht, wenn das Skelett andernfalls von den dänischen Behörden entsorgt werden sollte. „Es ist weiterhin nicht vorgesehen, dass das Skelett nach Stralsund kommt“, hieß es dazu auf Anfrage. Im Meeresmuseum Stralsund hängt das Skelett eines 15 Meter langen Finnwals. © Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern 5:19 Uhr: Obduktion von „Timmys“ Kadaver am Wochenende auf Anholt geplant Das dänische Umweltministerium berichtete am Donnerstag, dass der vor Anholt liegende Kadaver von Buckelwal „Timmy“ direkt auf der Insel geborgen und anschließend obduziert werden soll. „Die Umstände rund um den gestrandeten Buckelwal bei Anholt haben sich derart verändert“, betonte Jane Hansen von der Umweltbehörde auf Anfrage des Tagesspiegels. Daher habe man nun „beschlossen, den Wal auf Anholt zu bergen und die Obduktion sowie die wissenschaftlichen Untersuchungen vor der Entsorgung auf der Insel durchzuführen“. Der Wal befindet sich in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand.Jane Hansen, Dänisches UmweltministeriumMan habe sich zu diesem Schritt entschlossen, da die Wetterbedingungen der letzten Tage einen Transport über die Ostsee ins 50 Kilometer entfernte Grenaa zum ursprünglich angedachten Obduktionsort unmöglich gemacht hätten. Zudem sei man weiterhin der Ansicht, „dass der Wal eine erhebliche Störung am Strand darstellt und daher entfernt werden muss“, so Hansen.Die Arbeiten sollen demnach jetzt in zwei Phasen durchgeführt werden: Am kommenden Wochenende wolle man „Timmys“ Kadaver zunächst an Land ziehen. Gegen Ende der nächsten Woche seien dann die Autopsie, wissenschaftliche Untersuchungen am Wal und die „Bearbeitung seines Körpers“ geplant. Voraussichtlich in der darauffolgenden Woche könne der Wal dann schließlich beseitigt werden, sagte Hansen vom Umweltministerium weiter.„Der Wal befindet sich in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand, und es ist weiterhin wichtig, einen Sicherheitsabstand einzuhalten“, betonte sie. Die Sicherheitsabsperrungen am Strand von Anholt müssten daher unbedingt beachtet werden, „weil weiterhin die Gefahr einer Krankheitsübertragung bestehen kann“. (mit Agenturen)