Im Rahmen einer beispiellosen Rettungsaktion unter Leitung einer privaten Initiative wurde der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, über die dänische Ostsee in die Nordsee geschleppt. Einige Tage nach seiner Freilassung meldeten die Behörden, dass vor der dänischen Küste ein toter Wal entdeckt wurde, bei dem es sich um „Timmy“ handelt. Verfolgen Sie hier die Entwicklungen weiter unten im Newsticker. Livestream von News5 Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Quelle: News5 via Youtube (Video eingebettet) Wal-Newsblog vom 4.6.2026 19 Uhr: Schwanzflosse wird abgetrennt Mehrere Experten machen sich derzeit mit Messern an der Schwanzflosse des Buckelwals zu schaffen, wie auf den Aufnahmen zu sehen ist. Teile der Haut werden einzeln abgetrennt. Parallel werden Organe mithilfe von schwerem Gerät abtransportiert und in einem Container verstaut. 18:40 Uhr: Interesse vor Ort lässt nach Am Kadaver stehen, wie auf den Aufnahmen von Mews5 zu sehen ist, kaum noch Schaulustige. Vorhin standen dort noch einige Personen am Absperrband. Inzwischen scheinen sich dort hauptsächlich Medienvertreter aufzuhalten – und die Experten, die am Wal-Kadaver zu Gange sind. 18:15 Uhr: Arbeiten an Flipper, Geschlechtsteilen und Kiefer Nachdem eine der Brustflossen – der Flipper – von Buckelwal „Timmy“ abgetrennt wurde, gehen die Arbeiten an der Flosse am Boden weiter. Offenbar versuchen die Experten, die Flosse in mehrere Teile zu trennen, um sie besser abtransportieren zu können. An einer Seite des Flippers ist ein Seil befestigt, an dem zusätzlich gezogen wird – auch mit einem Bagger. Die Obduktion des als „Timmy“ bekannten Buckelwals am Strand der dänischen Insel Anholt hat begonnen. © dpa/Kai Moorschlatt Auf der anderen Seite des Buckelwals gehen laut News5-Reporter Tobias Grabow die Arbeiten an den Geschlechtsteilen voran. Die Experten seien sich sicher, dass es sich bei dem Wal um ein Weibchen handelt. Zuvor wurde auch am Kiefer von „Timmy“ gearbeitet. Dem Reporter zufolge ist der Gestank am Kopf des Wals kaum auszuhalten. An der Schwanzflosse von „Timmy“ sei der Geruch kaum wahrzunehmen, da der Wind günstig stehe. Die Länge des Wals soll 12,2 Meter betragen. 17:10 Uhr: Brustflosse des Wals wird entfernt Mehrere Experten machen sich momentan an einer der Brustflossen von Buckelwal „Timmy“ zu schaffen. Sie wechseln sich dabei ab. Auf den Liveaufnahmen von News5 sehen die Arbeiten anstrengend aus. Die Flosse des Wals wird dabei von einem Baggerarm in Position gehalten. Gegen 17.25 Uhr zieht ein Experte einen bereits abgeschnittenen Teil des Wals vom Kadaver weg. Zudem sollen die Messer immer wieder nachgeschärft werden, wie der News5-Reporter Tobias Grabow berichtet. Gegen 18.15 Uhr fiel die Flosse vom Kadaver ab. 16:58 Uhr: Experten schneiden Buckelwal-Kadaver auf Für die heute stattfindende Autopsie von Buckelwal „Timmy“ waren um etwa 16.15 Uhr zahlreiche Experten am Strand von Anholt eingetroffen, um das Tier zu obduzieren. In Livestream-Aufnahmen der Videonachrichtenagentur News5 war zu sehen, wie sich diverse Personen zunächst mit Schutzanzügen ausstatteten und sich dann zum Kadaver des Wals begaben. Nach Angaben des News5-Reporters Tobias Grabow soll es sich dabei um Vertreter und Experten von diversen Museen und Institutionen handeln.Wenig später wurde der Kadaver mithilfe von verschiedenen Maßbändern vermessen. Obduktionsteilnehmer mit Klemmbrettern notierten die Ergebnisse vor Ort. Auch Foto- und Videoaufnahmen des toten Tieres wurden angefertigt. Anschließend schnitten mehrere Personen den Kadaver mit großen Messern an mehreren Stellen auf. Danach war zu sehen, wie der stark aufgeblähte Körper des Meeressäugers deutlich an Umfang verlor und zusammenschrumpfte. Nachfolgend wurden die inneren Organe freigelegt.Etwa eine Viertelstunde vor der Obduktion war zu sehen, wie ein Traktor samt Anhänger am Obduktionsplatz vorfuhr. In einem offenen Anhänger lagen diverse Materialien, wie etwa Leitern, Gummistiefel, Schutzanzüge, Kühlboxen und eingeschweißte Warnhinweise. Nach Angaben der Reporter vor Ort war um 15 Uhr eine Fähre mit Obduktionsteilnehmern und Hilfsmitteln im Hafen von Anholt angekommen. Zwischenzeitlich fuhren auch zwei große Frontlader vor, die Baggerschaufeln und anderes schweres Gerät neben dem Wal abluden. Zudem trafen auch immer mehr Schaulustige am Obduktionsplatz ein. Viele Zuschauende sicherten sich einen Sitzplatz auf den angrenzenden Dünen, um das Geschehen vor Ort zu verfolgen. Die Container zum anschließenden Abtransport von „Timmys“ Kadaver stehen bereit. © dpa/Fotoreport-DB 15:01 Uhr: Ablauf zur Wal-Obduktion steht offenbar Am späten Donnerstagnachmittag soll die Obduktion des Kadavers von Buckelwal „Timmy“ am Strand von Anholt starten. Dafür wurden bereits in den vergangenen Tagen große Container direkt neben dem Tier aufgestellt – auch der Sandboden am Obduktionsplatz vor Ort wurde durch schweres Gerät geebnet. Ein Reporter der Videonachrichtenagentur News5 berichtete derweil unter Berufung auf Quellen vor Ort, dass der Start der Arbeiten vor Ort um etwa 16 Uhr starten und spätestens um 22 Uhr beendet sein sollen. Für die Entnahme von Proben sei demnach nur eine Stunde angesetzt worden, hieß es. Der späte Start der Obduktion ergebe sich demnach aus dem Umstand, dass die Transportfähre, die täglich Anholt anfährt und heute die Wal-Experten und Obduktionsbeteiligten auf die Insel bringen soll, immer erst um 15 Uhr den Hafen erreicht. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht: Eine Anfrage des Tagesspiegels an das dänische Umweltministerium blieb bislang unbeantwortet.Nach der Untersuchung soll der Kadaver des Wals zunächst zerteilt und anschließend auf die am Strand befindlichen Container aufgeteilt werden. Noch vor Beginn der Obduktion sagte eine Sprecherin des Fährunternehmens Anholt Greena der Deutschen Presse-Agentur, dass der für heute oder morgen geplante Abtransport dieser Container von der Insel auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Anwohner sind indes besorgt, da der übel riechende Kadaver des tonnenschweren Tiers wohl Badegäste abschrecken könnte.Der durch Faulgase stark aufgeblähte Kadaver birgt allerdings nach wie vor Explosionsgefahr. Denn die Gase können durch die dicke Fettschicht des Körpers nach wie vor nicht entweichen. Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund sagte dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass der Körper bei der Nekropsie wahrscheinlich durch Experten und Wissenschaftler vor Ort kontrolliert entgast wird. Demnach können geübte Beteiligte „vorsichtig einen Schnitt entlang des Rückens oder an der Zunge machen, damit die Gase entweichen können“, so die Sprecherin. Dann könne der Wal auch nicht mehr platzen. Das Risiko einer Explosion sei allerdings nach wie vor gegeben und steige „je weiter die Verwesung fortschreitet“. Gefahren für Zuschauende gäbe es demnach nicht, solange sie sich „in ausreichender Entfernung befinden“, betonte die Sprecherin und ergänzte: „Grundsätzlich sollte man aber als unbeteiligte Person einen Abstand von mindestens 100 Metern einhalten.“ Denn falls es doch zu einer Explosion kommen sollte, könnten Fleischbrocken umherfliegen. Von dem Kadaver gehe außerdem die Gefahr von Krankheitsübertragungen aus, warnt das Dänische Umweltministerium bereits seit der Strandung des Tieres. Schutzkleidung soll die Obduktionsbeteiligten vor der Ansteckung mit Krankheiten, Viren oder Bakterien schützen.Wie genau die Obduktion ablaufe und welche Schritte es dabei gebe, hänge nach Angaben der Meeresmuseums-Sprecherin stark vom Verwesungsgrad des Tieres ab. Es gibt demnach aber ein international gültiges Protokoll, das vorgibt, wie genau eine Wal-Obduktion durchzuführen sei. „Eine Person muss kontinuierlich kontrollieren, dass alle Punkte eingehalten werden“, berichtete die Sprecherin. Einen typischen Obduktionsablauf beschreibt sie wie folgt: Bereits vor Tagen wurden Container am Strand von Anholt aufgestellt, wo der Wal zunächst obduziert und danach abtransportiert werden soll. © dpa/Kai Moorschlatt 14:33 Uhr: Greenpeace fordert Konsequenzen aus „Timmys“ Geschichte Kurz vor der geplanten Obduktion des Buckelwals „Timmy“ führte die Videonachrichtenagentur New5 ein Interview mit der Tieraktivistin Daniela von Schaper von Greenpeace. Sie berichtete, dass die Naturschutzorganisation bei der Obduktion am Strand von Anholt nicht vor Ort sei, die Arbeiten allerdings aufmerksam via Livestream verfolgen wolle. Von besonderem Interesse sei demnach die Todesursache, da Greenpeace in die ersten Rettungsmaßnahmen involviert war – noch bevor die finalen Maßnahmen von einer privaten Initiative angestoßen wurden. Diese Geschichte ist etwas, das so nicht mehr passieren darf.Daniela von Schaper, GreenpeaceDie Obduktion könne der Aktivisti zufolge „bestimmt noch Informationen“ liefern – insbesondere könne man wahrscheinlich Erkenntnisse hinsichtlich der Frage gewinnen, ob ein Fischernetz im Magen oder im Maul dazu geführt habe, dass der Wal verendet sei.Von Schaper zufolge soll die Obduktion von Tierärzten und Wissenschaftlern durchgeführt werden. „Es gibt internationale Protokolle, wie man vorgeht bei solchen Obduktionen von Walen“, so die Expertin. Diese werde man abarbeiten, um Rückschlüsse zu ziehen. Danach werde man den Kadaver des Tiers fachgerecht entsorgen, mutmaßte sie und ergänzte: „Ein Teil des Wals, wie das Skelett, würde wahrscheinlich Museen für Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt werden.“ Man müsse mit den Obduktionsergebnissen entsprechende Rückschlüsse ziehen, sagte die Greenpeace-Aktivistin. Von Schaper resümierte: „Diese Geschichte hat uns über Wochen, zwei Monate jetzt, beschäftigt – und das ist etwas, was so nicht mehr passieren darf.“ Dass der Wal von seiner Wanderroute abgekommen, danach in die Fischernetze geraten sei und sich in die Ostsee verirrt habe, sei ein generelles Problem, so die Greenpeace-Mitarbeiterin. „All das passiert immer wieder. Gerade die Thematik mit den Fischernetzen ist in der Ostsee sehr groß.“ Demnach verwenden beispielsweise zahlreiche Schweinswale in Stellnetzen. Daher fordere Greenpeace demnach auch ein Stellnetzverbot. Als Verbraucher könne man seinen persönlichen Konsum genauer unter die Lupe nehmen, so die Expertin. 10:03 Uhr: Gescheiterte Wal-Rettung – Backhaus sieht sein Land nicht verantwortlich War der Transport des Buckelwals von der Ostsee zur Nordsee in einem Lastkahn ein Fall von Tierquälerei? Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus sieht möglichen Ermittlungen gelassen entgegen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern habe von der privaten Initiative, von der der Rettungsversuch ausging, eine Haftungsfreistellung bekommen, sagte Backhaus in der Fragestunde des Landtags in Schwerin. „Die volle Verantwortung hat diese Initiative übernommen.“ Das Land habe die Aktion nur geduldet, betonte der SPD-Politiker. Till Backhaus am 28. April 2026 in Kirchdorf. Dort strandete Buckelwal „Timmy“ vor der Insel Poel. © dpa/Jens Büttner Das Tier war im März und April mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Gegen den Rat von Wissenschaftlern duldete Backhaus einen privaten Rettungsversuch. In einer Barge wurde der Meeressäuger zur Nordsee gezogen und freigelassen. Knapp zwei Wochen später spülte das Meer den toten Wal an der dänischen Insel Anholt an.Auf dem Hoheitsgebiet Mecklenburg-Vorpommerns sei dem Wal kein Schaden zugefügt worden, betonte Backhaus. Was in den Gewässern Schleswig-Holsteins und Dänemarks passiert sei, die auf dem Weg der Barge mit dem Tier in Richtung Nordsee durchquert wurden, „entzieht sich unserer Kenntnis“. Dies sei nicht die Verantwortung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.Auf die Frage der CDU-Abgeordneten Beate Schlupp, ob die Barge überhaupt für den Transport des zwölf Meter langen Meeressäugers geeignet war, sagte Backhaus, dies sei geprüft worden. Es seien Verbesserungen vorgenommen worden. So seien große Sandsäcke aufgestellt worden, damit das Tier bei Seegang nicht gegen die Bordwand prallt. Wissenschaftler hätten die Transportfähigkeit des Tiers festgestellt. Backhaus sagte weiter, es sei mit der Initiative vereinbart gewesen, dass die Barge in der Nordsee abgesenkt und der Wal ins freie Wasser entlassen wird. Ob das so geschah, wisse er nicht. „Wie das Tier entlassen worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis.“ 08:21 Uhr: Obduktion heute soll Todesursache von „Timmy“ klären Für den als „Timmy“ bekannten Buckelwal steht der letzte Akt vor den Augen von Schaulustigen an: Am Strand der Insel Anholt soll ab Donnerstagnachmittag der Kadaver des Wals obduziert werden. Interessierte können dabei zusehen – mit Sicherheitsabstand. Seit mehreren Wochen liegt der Kadaver des tonnenschweren Tiers vor der Urlaubsinsel, stark aufgebläht von Fäulnisgasen und von Möwen traktiert. Und nicht nur das Team aus Tierärzten und Forschern, das den Wal nun untersuchen soll, treibt die Frage um: Woran starb das Tier? Diese Frage könnte schwierig zu klären sein, sagte der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen der Deutschen Presse-Agentur: „Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken.“ Auch die Frage, ob der Wal Wasser in der Lunge gehabt haben könnte, lasse sich womöglich nicht mehr beantworten, meint der Experte.Was das Obduktions-Team aber entdecken könnte: Spuren von Fischernetzen im Magen und Darm des Buckelwals. Sie könnten zum Tod des Tiers beigetragen haben. Klar ist: Die Experten werden den Buckelwal gründlich unter die Lupe nehmen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern.Wenn die Untersuchung beendet ist, soll der Kadaver laut einem Vertreter des dänischen Amts für Naturverwaltung von der Insel gebracht werden. Einheimische wünschen sich sehr, dass der Wal verschwindet. Sie fürchten, er könnte Badegäste an dem beliebten Strand abschrecken. Am vergangenen Samstag wurde Buckelwal „Timmy“ mit einem Stahlseil aus dem seichten Wasser an Land gezogen. © dpa/MARCUS GOLEJEWSKI Wal-Newsblog vom 2.6.2026 12:58 Uhr: Obduktion soll Donnerstagnachmittag starten Zwischenzeitlich wurden am Strand von Anholt weitere Vorbereitungen für die am Donnerstag geplante Obduktion von Buckelwal „Timmy“ getroffen. Bereits in der vergangenen Woche wurde der Kadaver mithilfe eines Radlagers und eines daran befestigten Stahlseils aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Nun wurde der sandige Untergrund geglättet, wie in Livestream-Aufnahmen der Videonachrichtenagentur News5 zu sehen war. Darüber hinaus wurden mittels eines Traktors Metallplatten neben dem Wal-Kadaver ausgelegt und darauf wiederum drei große Container abgestellt.Der dänische TV-Regionalsender „TV2 Østjylland“ berichtete unter Berufung auf Angaben der dänischen Umweltschutzbehörde, dass die Obduktion am „späten Donnerstagnachmittag“ stattfinden soll. „Es wird ein Absperrband um den Arbeitsbereich errichtet, und wir bitten alle, ausreichend Abstand zu halten“, sagte sie „TV2“. Jane Hansen vom Umweltministerium bestätigte dem Sender demnach, dass auch Tierärzte, Experten und Forscher aus Museen und Universitäten anwesend sein werden. Bei der Obduktion werde der Kadaver demnach genauer untersucht und es sollen Proben für Forschungszwecke entnommen werden. Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde soll bei der Obduktion dabei sein. Dem dänischen TV-Sender „TV 2 Danmark“ sagte der Experte, dass der Rest des Kadavers nach der Obduktion zerlegt und mithilfe der Container von Anholt aus via Fähre zur Entsorgung gebracht werden soll. Wal-Newsblog vom 1.6.2026 09:25 Uhr: Buckelwal beschert Staatsanwaltschaft viel Arbeit Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und inzwischen tot auf einer dänischen Insel liegende Buckelwal beschert der Staatsanwaltschaft Schwerin noch ein längeres Nachspiel. Dreistellig sei mittlerweile die Anzahl der Vorgänge mit Wal-Bezug, sagte Jonas Krüger, Sprecher der Ermittlungsbehörde, der Deutschen Presse-Agentur. Diese Masse an Eingaben sei für die Staatsanwaltschaft seines Wissens ein neues Phänomen. Sie stammen demnach nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, landen aber wegen der Zuständigkeit trotzdem in Schwerin, weil der Wal lange vor der Insel Poel lag.Es handle sich bei den Vorgängen nicht nur um Anzeigen, sondern teils auch nur um Hinweise. Menschen hätten etwa ihre Hilfe angeboten und das gleich an viele Stellen geschickt. „Ich kann auch mit Walen reden“, habe etwa jemand geschrieben. Es seien „aberwitzige“ Dinge dabei, sagte Krüger.Die vorliegenden Anzeigen gingen in unterschiedliche Richtungen. Aus der Zeit, als man sich zeitweise dafür entschieden hatte, den Wal weitgehend in Ruhe zu lassen, stammten etwa Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung. Später gingen laut Krüger Anzeigen mit Verweis auf das Tierschutzgesetz ein, die sich gegen die Transportmaßnahmen richteten.Anzeigen richteten sich gegen verschiedenste Menschen, etwa gegen Beteiligte des Transports. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei wegen allem Möglichen angezeigt worden – weil er nichts gemacht habe, weil er etwas unternommen habe. Unter anderem seien auch Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, das an der Bergung nicht beteiligt war, angezeigt worden. Krüger habe den Eindruck, dass praktisch jeder und jede, der oder die auch dank der Medienberichterstattung mit dem Wal in Verbindung gebracht wurde, angezeigt wurde. Wal-Newsblog vom 30.5.2026 16:53 Uhr: Wal-Obduktion am Donnerstag geplant Der Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals soll am kommenden Donnerstag auf der dänischen Insel Anholt untersucht werden. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung dürfen bei der öffentlichen Obduktion mit etwas Abstand auch Presse und Schaulustige zusehen – es werden zudem Tierärzte und Behördenvertreter erwartet.„Die Obduktion wird am Nachmittag beginnen und etwa sechs Stunden dauern“, sagte Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung der Deutschen Presse-Agentur. Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Wal-Obduktionen begleitet, prognostizierte: „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken.“Zuvor hatte ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser vor der Urlaubsinsel auf den Strand gezogen. Im Sand hinterließ der aufgeblähte Kadaver eine riesige Furche. „Alles ist nach Plan verlaufen“, kommentierte Abildstrøm die etwa zweistündige Aktion. „Jetzt werden sich Tierärzte und Experten um die Untersuchung des Wals kümmern.“ Buckelwal „Timmy“ wurde am Samstag an Land der dänischen Insel Anholt gezogen. © dpa/MARCUS GOLEJEWSKI Ursprünglich war geplant, den Kadaver über die Ostsee mittels Booten nach Jütland zu schleppen und in der Hafenstadt Grenaa zu untersuchen. Wegen des fortgeschrittenen Verwesungszustands des Wals wurde der Plan jedoch fallen gelassen. 14:32 Uhr: Wal-Retter zufolge soll „Timmy“ 240 Kilometer weit gereist sein Der US-amerikanische Walexperte und Tierschützer des Whale Sanctuary Project, Jeffrey Foster, war als Mitglied der privaten Initiative maßgeblich an der Rettungsaktion für „Timmy“ beteiligt. Nun gab er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung neue Informationen zu den Tracker-Daten des Wals kurz nach seiner Freilassung bekannt.Die Daten zeigen, dass der Wal mehr als 150 Meilen gereist ist. Jeffrey FosterFoster zufolge soll der GPS-Tracker, mit dem der Wal kurz vor seiner Freilassung in der Nordsee ausgestattet wurde, fast eine Woche lang Signale gesendet haben. „Über einen Zeitraum von sechs Tagen zeichnete der Tracker mehr als 50 Positionsübertragungen und mehr als 30 Tiefenaufzeichnungen mithilfe des CLS-Satelliten-Trackers auf“, sagte der Wal-Retter der „Bild“-Zeitung. Des Weiteren sei das Tier Foster zufolge „mehr als 150 Meilen [241,4 Kilometer – Anm. d. Red.] vom Standort seiner Freilassung gereist“. Einmal soll der Wal dabei bis zu 150 Meter tief und mehrfach bis 50 Meter tief getaucht sein, behauptet der Tierschützer. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht, da bislang noch keine Tracker-Daten veröffentlicht wurden. Auch ist fraglich, woher Foster die Daten hat. Die Geldgeberin der Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, sagte zuvor in Interviews, dass das Gerät nach anfänglichen Signalen später nur noch „Datenmatsch“ gesendet habe. Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern bestätigte dem Tagesspiegel am Donnerstag auf Anfrage, dass der Sender auf dem Weg zu der Behörde sei: „Der Tracker wird aktuell aus Dänemark abgeholt. Die Daten sollen anschließend ausgewertet werden, um zu erfahren, wie lange der Wal nach der Freilassung gelebt und wo er sich aufgehalten hat.“ Anschließend soll es eine Pressekonferenz geben, auf der die Ergebnisse der Auswertung präsentiert werden. 10:07 Uhr: Bergung von „Timmy“ gestartet Auf der dänischen Insel Anholt haben die Arbeiten am Kadaver „Timmys“ begonnen. Im Livestream des Anbieters „News5“ war am Morgen zu sehen, wie ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser etwas weiter an Land zog. Wie weit der verwesende Wal gezogen werden soll, war zunächst nicht zu erkennen. 09:02 Uhr: Verwesender „Timmy“ wird an Land gezogen Lange passierte nichts, nun soll der vor der dänischen Insel Anholt liegende Kadaver von „Timmy“ an Land gezogen werden. Ob das am Samstag oder erst am Sonntag passiert, war zunächst unklar. „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken“, sagte der Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Wal-Obduktionen begleitet. „Das wird ziemlich überwältigend, wenn man es nicht gewohnt ist.“ Außerdem bestehe Ansteckungsgefahr, weshalb an solchen Aktionen möglichst wenige Menschen beteiligt seien. Der Forscher nimmt derzeit an, dass das Tier von vornherein keine Chance hatte. „Das war ganz offensichtlich ein krankes, entkräftetes Tier, das nicht gerettet werden konnte, und man hätte es einfach in Frieden lassen sollen.“ Stattdessen habe man ein Tier, das noch nie in Gefangenschaft gelebt habe, tagelang in einer Metallkiste eingesperrt über das Meer bugsiert. „Es wurde von den Wellen hin und her geschmissen, dem Lärm der Motoren ausgesetzt, um dann einfach ins Meer gekippt zu werden – das muss höllisch stressig und beängstigend für das Tier gewesen sein.“ Die Aktion sei „reine Tierquälerei“ gewesen. Tierärzte, Behördenvertreter und Experten werden nach Resten von Fischernetzen und Plastik im Darm und in der Speiseröhre des Tiers suchen. „Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark haben Fischernetze nachweislich eine Rolle bei ihrem Tod gespielt“, sagte Wal-Forscher Madsen. Bei den beiden anderen sei das zumindest eine Möglichkeit gewesen, man könne es nur nicht mit Sicherheit sagen. (mit Agenturen)