„Glassholes“ nannte man einst Menschen, die mit Google-Glass-Brillen durch die Gegend liefen und dabei eher merkwürdig aussahen. Besonders verhasst war die mit den Geräten mögliche Aufnahme der Umgebung, Menschen fühlten sich beobachtet. Mit der Durchsetzung von Smartglasses kehrt das Problem nun zurück. Eine neue iOS-App soll dabei helfen, entsprechende Brillen, die sich in der Umgebung befinden, zumindest zu detektieren. Sie nennt sich passenderweise NoGlasshole.

Aufnahmeleuchte herausgedremelt

Tatsächlich wird das Problem immer mehr Menschen bewusst. Metas smarte Brille der Baureihen Ray Ban oder Oakley sollen sich bereits millionenfach verkauft haben. Neben der Nutzung von KI-Funktionen via Meta AI dienen sie vor allem dazu, Fotos und Videos aus der Nutzerperspektive aufzunehmen, ohne dass man ein Smartphone in der Hand halten müsste. Das führt zu allerlei Datenschutzproblemen, die Meta bislang dadurch umgehen will, dass im Gehäuse eine helle weiße LED leuchtet, sobald die Smartglasses aufzeichnen. Umstehende sollen so erkennen, dass sie „on camera“ sind – um dies gegebenenfalls zu untersagen.

Allerdings gibt es gleich mehrere Methoden, die Aufnahmeanzeige zu unterdrücken. Neben auf E-Commerce-Plattformen erhältlichen Abdeckungen, die Metas Software nicht erkennen kann, kann dies durch das vollständige Herausdremeln der Leuchte erreicht werden. In den USA und mittlerweile auch in der EU werden dafür von kleinen Reparaturbetrieben oder Bastlern entsprechende „Servicedienstleistungen“ offeriert. Für 50 oder 100 US-Dollar sieht die Brille dann so aus, als wäre sie deaktiviert, nimmt aber einfach weiter aus.