Der neue Chef der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh (56), strebt weitreichende Reformen an und will sich künftig weniger konkret zu möglichen Zinsschritten äußern. „Wir werden nicht an bisherigen Praktiken festhalten, wenn wir bessere Alternativen finden“, erklärte er am Dienstag zu Beginn seiner vierjährigen Amtszeit in einem Schreiben an die mehr als 20.000 Mitarbeiter, aus dem Reuters zitiert.
In den kommenden Quartalen erwartet er eine offene Debatte über Strategie und Arbeitsweise der Fed. Zugleich schlug Warsh einen versöhnlichen Ton gegenüber der Belegschaft an, deren Arbeit er zuvor kritisiert hatte. Der neue Fed-Chef plant zudem, andere Inflationsmaße zu prüfen und die Bilanzsumme der Zentralbank von 6,7 Billionen Dollar zu verringern.Seine erste Zinssitzung als Vorsitzender findet am 16. und 17. Juni statt. Es wird erwartet, dass die Notenbank die Zinsen dann zunächst unverändert lässt. Die neuen Wirtschaftsprognosen dürften jedoch Aufschluss darüber geben, welchen Kurs Warsh einschlägt und ob die Währungshüter befürchten, dass sich der hartnäckige Inflationsdruck verstärkt.
Warsh unter Beobachtung von Jerome PowellBei seinem Neustart muss Warsh allerdings weiter mit seinem Vorgänger Jerome Powell (73) arbeiten: Powell gehört der Notenbank als Direktoriumsmitglied weiterhin an. Warsh hatte den geldpolitischen Kurs unter Powell in der Vergangenheit scharf kritisiert und der Fed vorgeworfen, sich zu weit von ihrem eigentlichen Auftrag entfernt zu haben.Um seinen Kurs umzusetzen, hat sich der neue Fed-Chef laut „Wall Street Journal " für die Übergangsphase zwei konservative Experten an seine Seite geholt. Daniel Heil und Paul Winfree stammen aus dem Umfeld konservativer Denkfabriken wie der Hoover Institution und der Heritage Foundation.








