PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNeuer VorschlagOffener Brief an Bundesregierung – Wirtschaftsweise fordern grundlegende Steuerreform für EhepaareStand: 14:10 UhrLesedauer: 3 MinutenEine Civey-Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Abschaffung des Ehegattensplittings und der kostenfreien Mitversicherung ab. Auch Steuerreformen stoßen auf Skepsis. Civey-Geschäftsführerin Janina Mütze erklärt die Zahlen.Das Ehegatten-Splitting gilt seit Jahren als heikles Thema – nun legen prominente Ökonomen um Monika Schnitzer einen neuen Reformplan vor. Das Ziel: mehr Frauen in Arbeit bringen.Führende deutsche Ökonomen um die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer wollen mit einem neuen Vorschlag Bewegung in die festgefahrene Debatte über das Ehegatten-Splitting bringen. In einem offenen Brief an die Bundesregierung schlagen sie eine grundlegende Reform des Steuervorteils für Ehepaare vor. Ihr der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegendes Konzept will die steuerliche Anerkennung der Ehe zwar erhalten. Die Förderung soll aber gezielter auf Familien mit Kindern und die Stärkung von Arbeitsanreizen ausgerichtet werden.Zu der Gruppe der Initiatoren gehört neben Schnitzer, der Vorsitzenden des Sachverständigenrates Wirtschaft, auch die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), Nicola Fuchs-Schündeln. „Wir müssen angesichts des demografischen Wandels das Erwerbspotenzial der vielen gut ausgebildeten Frauen in Deutschland besser nutzen“, sagte Fuchs-Schündeln. „Und wer möchte, dass mehr Menschen ihre Arbeitszeit ausweiten, muss dafür sorgen, dass sich das auch finanziell lohnt.“ Unterstützt wird der Vorschlag unter anderem auch von den Instituts-Chefs Clemens Fuest (ifo) und Marcel Fratzscher (DIW).Die vorgeschlagene Reform würde den Berechnungen zufolge Paare mit Kindern im Schnitt um 585 Euro und Alleinerziehende um 417 Euro pro Jahr entlasten. Kinderlose Paare mit ungleichen Einkommen würden indes im Schnitt 316 Euro mehr Steuern zahlen.Bislang profitieren vor allem Paare mit großen Einkommensunterschieden vom Ehegatten-SplittingDie Wissenschaftler wollen das bisherige Vollsplitting durch ein begrenztes Realsplitting ersetzen. Ihre Leitidee: „Ehe schützen, Familien stärken, Arbeitsanreize erhöhen“. Sie suchen damit einen Mittelweg zwischen den Positionen in der schwarz-roten Regierungskoalition. Die SPD will den Splittingvorteil für neue Ehen begrenzen, während die Union an einem steuerlichen Ehe-Ausgleich festhalten will.„Eine solche Reform wäre kein Angriff auf Ehe und Familie“, heißt es in dem Offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD). „Im Gegenteil: Sie würde den Schutz der Ehe auf ihren Kern zurückführen und Familien mit Kindern gezielter stärken.“Lesen Sie auchBislang profitieren vor allem Paare mit großen Einkommensunterschieden stark vom Ehegatten-Splitting. Ihr gemeinsames Einkommen wird für die Steuer so behandelt, als ob beide genau die Hälfte davon verdienen. Das senkt die Steuerlast erheblich. Nach Ansicht der Ökonomen lohnt sich für den Ehepartner mit geringem Einkommen – zumeist die Frau – die Aufnahme oder Ausweitung einer Arbeit dadurch oft kaum. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels sei dies nicht mehr tragbar. Zudem erhielten kinderlose Paare den vollen Steuervorteil, während Alleinerziehende leer ausgingen.Der neue Vorschlag sieht vor, den unbegrenzten Steuervorteil zu kappen. Künftig soll der Besserverdiener nur noch einen Betrag von maximal 13.805 Euro für den Unterhalt der Partnerin von der Steuer absetzen können. Dadurch würde der Vorteil vor allem für Paare mit sehr großen Einkommensunterschieden sinken.Die staatlichen Mehreinnahmen daraus sollen nach dem Willen der Verfasser vollständig an Familien fließen. Kindergeld und Kinderfreibetrag sollen um rund 22 Prozent steigen. Das Kindergeld pro Kind und Monat würde dem Vorschlag zufolge von 259 Euro auf 316 Euro klettern. Ihren Simulationen zufolge könnten durch den größeren Arbeitsanreiz für Ehepartner rund 49.000 zusätzliche Vollzeitstellen entstehen. Reuters/coh
Offener Brief an Bundesregierung – Wirtschaftsweise fordern grundlegende Steuerreform für Ehepaare - WELT
Das Ehegatten-Splitting gilt seit Jahren als heikles Thema – nun legen prominente Ökonomen um Monika Schnitzer einen neuen Reformplan vor. Das Ziel: mehr Frauen in Arbeit bringen.
Wirtschaftsweise Schnitzer u.a. fordern Ehegattensplitting-Deckelung (13.805 €), Kindergeld +22 % → 49.000 Vollzeitstellen durch Arbeitsanreize für Frauen. Für Tech-HR: Reformierte Anreize mobilisieren STEM-Talentpool in Deutschland – kritisch für IT-Hiring bei Fachkräftemangel.







