Energieexperten äußern große Bedenken beim neuen LNG-Vertrag zwischen Deutschland und Kanada, den der staatliche Berliner Gasimporteur Sefe (ehemals Gazprom Germania) vereinbart hat. „Kanadisches LNG wird für EU-Kunden zum teuersten LNG werden“, betont Ana Maria Jaller-Makarewicz, Energieanalystin am US-Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse, auf Anfrage der Berliner Zeitung.Die Produktionskosten für kanadisches und US-amerikanisches Flüssigerdgas seien zwar ähnlich, so Jaller-Makarewicz. Allerdings sei die Transportroute von Westkanada nach Deutschland über den Panamakanal „länger und teurer“. Amerikanisches LNG ist laut Auswertungen der Berliner Zeitung bereits doppelt so teuer wie russisches Gas. Neue Lieferungen aus Kanada könnten somit kostspielig für die deutsche Energieversorgung werden.

Wegen Klimaschutz: SPD kritisiert LNG-Deal mit Kanada

Sefe hatte am vergangenen Freitag bekannt gegeben, ab Anfang der 2030er-Jahre jährlich eine Million Tonnen Flüssigerdgas vom kanadischen Unternehmen Ksi Lisims LNG zu beziehen. Die Vereinbarung wurde auch von Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) unterzeichnet und gilt über 20 Jahre, steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Finalisierung eines endgültigen Kaufvertrags. „Im Falle eines Vertragsabschlusses wäre dies die erste Partnerschaft von Sefe mit einem kanadischen Flüssigerdgas-Lieferanten“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.