Deutschland bestellt erstmals kanadisches Flüssigerdgas (LNG). Entsprechende Verträge sind am Mittwoch unterzeichnet worden. Ab Anfang der 2030er-Jahre soll 20 Jahre lang jährlich eine Million Tonnen LNG in Kanada abgeholt werden – das klingt nach viel, entspricht aber größenordnungsmäßig nur eineinhalb Prozent des deutschen Jahresverbrauches 2025. Dennoch ist es ein lange vorbereiteter Meilenstein, wird es sich doch um die allererste Lieferung kanadischen LNGs nach Europa handeln.

Importeur auf deutscher Seite ist Sefe, die ehemalige, von der Bundesregierung unter Zwangsverwaltung gestellte Gazprom Deutschland. Anbieter auf kanadischer Seite ist ein Konsortium namens Ksi Lisims LNG bestehend aus dem Ureinwohnervolk der Nisga'a Lisims, einer Gruppe kanadischer Erdgasförderer (Rockies LNG Partners) und dem texanischen Finanzierungs- und Management-Experten Western LNG. Das benachbarte Volk der Kitselas unterstützt das Projekt ebenfalls.

Der Weg für das Gas ist jedoch weit: Es wird im Westen Kanadas, konkret der Montney Formation im Nordosten der Pazifikprovinz Britisch-Kolumbien, gefördert. Von dort soll es über eine durch Dritte zu errichtende Pipeline rund 900 Kilometer quer durch Britisch-Kolumbien westwärts zur Pazifikinsel Pearse befördert werden. Von Pearse müssen LNG-Tankschiffe das verflüssigte Erdgas dann die Westküste Nord- und Zentralamerikas hinunter und via Panamakanal gen Europa bringen.