Der staatliche deutsche Energieeinkäufer SEFE (Securing Energy for Europe) hat sich mit einem kanadisch-US-amerikanischen Konsortium auf die Lieferung von verflüssigtem Gas (LNG) aus Kanada verständigt. Der Liefervertrag hilft, die Finanzierung eines ambitionierten LNG-Projekts an der Westküste von Kanada zu sichern. Es ist der erste Liefervertrag für verflüssigtes Gas zwischen Kanada und Europa. Kanadische Regierungsstellen haben das Projekt bestätigt.Das Projekt mit dem Namen Ksi Lisims LNG hat die entscheidenden Hürden im Genehmigungsverfahren überwunden. Einmal in Betrieb kann es auf eine Jahreskapazität von zwölf Millionen Tonnen LNG kommen. Eine Million Tonnen davon hat sich SEFE gesichert: Das entspricht einem Achtel der deutschen LNG-Importe. Wenn die Projektpartner – kanadische Gasproduzenten, ein texanischer Spezialist für LNG-Anlagen und die Nisga’a Nation – die endgültige Investitionsentscheidung treffen, könnte der Bau noch dieses Jahr beginnen. In diesem optimistischen Szenario könnte Ksi Lisims 2029 mit ersten Lieferungen beginnen.Eine 900 Kilometer lange Pipeline bringt das GasDas Konsortium wirbt für die Umwelt- und Klimafreundlichkeit des Projekts. Die Verflüssigungsanlage soll auf zwei schwimmenden Exportterminals errichtet werden. Eine noch zu errichtende 900 Kilometer lange Pipeline soll das nötige Gas liefern. Deren Bau wurde von der Provinzregierung in Britisch-Columbia genehmigt, könnte aber auf rechtliche Hürden stoßen. Indianerstämme klagen dagegen. Die LNG-Anlage soll mit Strom aus Wasserkraft betrieben werden. Nisga’a Nation ist ein selbstverwalteter indigener Stamm, der die Kontrolle und Rechte über sein Land ausübt. Die Anlage soll auf Land der Nisga’a Nation entstehen – an der nordöstlichen Spitze von Pearse Island in British Columbia.Die kanadische Regierung räumt dem Vorhaben hohe Priorität ein: Sie stufte es im November 2025 als Projekt von nationaler Bedeutung ein und verwies es an das Major Projects Office, die Behörde für Großprojekte. Damit soll der Genehmigungsprozess beschleunigt werden. Kanada versucht, seine Energierohstoff-Exporte zu diversifizieren, um die Abhängigkeit von den USA zu verkleinern.Ungewöhnlich ist, dass ausgerechnet Deutschland erster Einkäufer ist, weil der Standort an der Pazifikküste eher Lieferungen nach Asien nahelegt. Deutschland sucht neue Energielieferanten, weg von Russland, weniger abhängig vom Nahen Osten. Der deutsche Abnehmer SEFE war früher die deutsche Tochtergesellschaft des russischen Gazprom-Konzerns und wurde nach dem Überfall auf die Ukraine von Berlin verstaatlicht.
Energie: Verstaatlichte Gazprom-Tochtergesellschaft SEFE kauft Gas aus Kanada
Deutschland will Flüssiggas aus Kanada kaufen und hat einen Liefervertrag unterzeichnet. Damit bekommt ein Milliardenprojekt Rückenwind, das 2029 die ersten Lieferungen aufnehmen könnte.










