PfadnavigationHomeRegionalesHamburgSpielplan„Die Entdeckung der Currywurst“ für das plattdeutsche TheaterStand: 17:07 UhrLesedauer: 4 Minuten"Blootsbroeder“ mit Mädels vor Hafenkulisse (v.l.): Nele Larsen, Nico-Alexander Wilhelm, Caroline Kiesewetter und Christian Richard BauerQuelle: G2 BaraniakSteigende Besucherzahlen, stabile Abonnements – Ohnsorg-Intendant Michael Lang geht frohgemut in die kommende Saison und entdeckt neben der Currywurst auch die Fischplatte und verwunschene Kräuter für das Theater op Platt.Erneut konnte das Ohnsorg Theater bei den Besucherzahlen in der Saison 2024/25 zulegen und nähert sich damit in Trippelschritten dem Vor-Corona-Stand. Intendant Michael Lang zog erfreut Bilanz: „In der Spielzeit 2024/2025 erreichte das Ohnsorg-Theater mit seinen Produktionen bei 632 Vorstellungen rund 135.000 Besuchern auf den internen wie externen Spielfeldern. Und da ist das Fernsehen noch gar nicht mitgezählt.“ Die Zahl der Abonnenten blieb bei knapp 2200 stabil. Rund 91.500 Zuschauer besuchten Vorstellungen im großen Saal, 7.000 waren im Ohnsorg Studio zu Gast. Zum Auftakt eine raffinierte KrimikomödieMehr als die Hälfte seines Budgets erwirtschaftet das Ohnsorg Theater selbst, nahm knapp vier Millionen Euro ein, davon gut ein Zehntel Drittmittel, unter anderem von Stiftungen. Die Zuwendung der Stadt beträgt zusätzlich gut drei Millionen Euro. Das ist die höchste Förderung, die ein Privattheater in Hamburg erhält, da das Ohnsorg die Sprache Plattdeutsch pflegt und zum Erhalt dieses norddeutschen Kulturguts beiträgt. Das wird auch in der kommenden Saison der Fall sein, dessen Spielplan heute von den künstlerischen Leiterinnen Anke Kell und Nora Schumacher vorgestellt wurde. Die Saison beginnt bereits am 30. August mit der raffinierten, urkomischen Krimikomödie „Fisch för veer – Ein letztes Mahl“ von Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer, das seit seiner Uraufführung 1968 bundesweit Erfolge feiert, insbesondere in Inszenierungen des Berliner Kriminal Theaters. Drei wohlhabende Erbinnen wollen ihren treuen Diener Rudolf um sein versprochenes Erbe bringen, wobei jede der drei ihre eigenen Pläne verfolgt, von Rudolf mal ganz abgesehen. Am Ohnsorg inszeniert Marc Becker den Spaß mit Oskar Ketelhut als Rudolf sowie Beate Kiupel, Birte Kretschmer und Meike Meiners als Schwesternbande. Julia Bardosch neue Leiterin der StudiobühneAm Ohnsorg Studio beginnt die Saison etwa einen Monat später mit „Die Kleine Dame – de Lütte Daam“ nach dem Buch von Stefanie Taschinski. Die Premiere in der Regie von Julia Bardosch geht am 27. September über die Studio-Bühne, es spielen Jara Bihler, Jochen Klüßendorf und Vivien Mahler. Bardosch übernimmt in der kommenden Saison die Leitung des Studios von Cornelia Ehlers, die dem Team als Co-Leiterin erhalten bleibt. Sie gibt operative Aufgaben ab, um sich verstärkt der inhaltlichen Arbeit zu widmen. Das Ohnsorg Theater wird in der kommenden Saison auf beiden Bühnen jeweils eine Neuproduktion weniger als in der laufenden Spielzeit herausbringen. Dafür wird der Spielplan durch Wiederaufnahmen von Publikumslieblingen ergänzt. So wird „Barfoot in’n Park“ von Neil Simon vom 30. September bis zum 11. Oktober erneut zu sehen sein. Aber auch mit Blick auf die neuen Stücke hat das Ohnsorg Theater einen bunten Strauß von Stücken zusammengestellt, der viele Theaterfarben hat. Auch das zweite Stück „Wellness is keen Zuckerslicken – Köche, Kekse, Katastrophen“ von Dave Freeman ist eine rasante Komödie (Premiere: 1. November).„Zwerg Nase“ als WeihnachtsmärchenDas Weihnachtsmärchen für Kinder ab 4 Jahren ist „Zwerg Nase“, frei nach Wilhelm Hauff und damit hoffentlich nicht ganz so finster wie das trotz seines glücklichen Ausgangs mitunter recht gruselige Original. Jan Radermacher inszeniert das Stück, das am 13. November zum ersten Mal gezeigt wird. Als Highlight zum Jahreswechsel gibt es noch einmal „Tratsch op de Trepp“ mit Heidi Mahler in der Rolle der Meta Boldt, aus Anlass der 60-jährigen Jubiläums der ersten Fernsehausstrahlung des Stücks mit Mahlers Mutter Heidi Kabel in der Hauptrolle im Jahre 1966. Die erste Premiere im neuen Jahr bringt am 17. Januar 2027 das Musical „Blootsbröder“ von Willy Russell („Blood Brothers“) in einer plattdeutschen Fassung aus dem Londoner West End an de Waterkant – ein musikalisches „Doppeltes Lottchen“ mit männlichen Zwillingen über den Einfluss, den soziale Sdchichten aufs Leben ausüben. Gleich im Anschluss läuft „Das doppelte Lottchen“ dann als Wiederaufnahme im Ohnsorg Studio. „Die Entdeckung der Currywurst“, „Elling“ und „Emmas Glück“ Den Abschluss der kommenden Saison bilden im großen Haus „Die Entdeckung der Currywurst – en geheme Leev“ nach Uwe Timm für das plattdeutsche Theater (ab 7. März 2027) und „Elling – war is al normal?“ vom im vergangenen Jahr verstorbenen norwegischen Autor Ingvar Ambjørnsen, der lange in Hamburg lebte (ab 2. Mai 2027). Zwischendrin feiert „Emmas Glück“ von Claudia Schreiber im Ohnsorg Studio Premiere, eine hübsche Komödie, die den Untertitel „Bäuerin sucht Mann“ tragen könnte (ab 21. März 2027). Der Vorverkauf für alle Aufführungen beginnt heute