PfadnavigationHomeRegionalesHamburgNeuer Spielplan für HamburgOpernkunst im ZirkuszeltVeröffentlicht am 07.04.2026Lesedauer: 6 MinutenTobias Kratzer freut sich als Hamburger Opernintendant über mehr junges PublikumQuelle: Bertold FabriciusStaatsoper, Hamburg Ballett und das Philharmonische Staatsorchester stellen ihr Programm der kommenden Saison vor. Die programmatische Erneuerung wird fortgeführt.Tobias Kratzer, seit Beginn der laufenden Spielzeit neuer Intendant der Hamburgischen Staatsoper, schwärmt: „In Hamburg geht man wieder in die Oper.“ Die laufende Saison habe, so Kratzer weiter, „schon jetzt alle unsere Erwartungen übertroffen“. Als Beispiel benennt der Intendant die Kartenverkäufe an unter 30-Jährige, die sich „um mehr als 40 Prozent“ gesteigert haben. Die erfolgreichsten Inszenierungen waren „Das Paradies und die Peri“ sowie „Monster’s Paradise“. Besucherzahlen sollen erst nach Abschluss der Saison genannt werden. Dazu teilt die Staatsoper mit: „Besucherzahlen werden während der laufenden Saison noch nicht veröffentlicht, um eine vollständige und verlässliche Auswertung jenseits einzelner Monatstrends sicherzustellen.“Tobias Kratzer inszeniert „Macbeth“ von VerdiIn die kommende Saison gehe er daher „mit noch mehr Schwung“, so Kratzer. Sie beginnt mit dem 1. Philharmonischen Konzert am 30. August in der Elbphilharmonie. Neun Premieren von Neuproduktionen soll es in der Saison 26/27 an der Staatsoper geben, darunter „Macbeth“ von Giuseppe Verdi in einer Inszenierung von Kratzer, die am 12. September Premiere hat und „Eugen Onegin“ von Pjotr Tschaikowski in der Regie von Bastian Kraft. Weitere Neuproduktionen werden „Petruschka &L’enfant et les Sortilèges“ als Kombination der Werke von Igor Strawinsky und Maurice Ravel in der Regie von Suzanne Andrade und Esme Appleton (Premiere: 7. November). Einen Tag zuvor läuft „Dido and Aeneas“ von Henry Purcell in der opera stabile vom Stapel. Humperdincks „Dornröschen“ wird in der Vorweihnachtszeit am 8. November in der Regie von Anna Bergmann Premiere feiern und bis zum 14. Dezember laufen, sämtliche Darsteller feiern dabei ein Rollendebüt. „Guillaume Tell“ von Gioachino Rossini in der Regie von Tobias Kratzer unter der musikalischen Leitung von Susanna Mälkki startet mit der Premiere am 24. Januar 2027. Einen Tag zuvor wird „El Cimarrón“ von Hans Werner Henze in der opera stabile in einer Inszenierung von David Hermann Premiere feiern. Mit der Uraufführung von „Studio Liebermann“ mit Kompositionen von Rolf Liebermann geht es in der stabile am 28. April 2027 weiter. Die Uraufführung „Störtebeker“ von Gordon Kampe beendet den Reigen der Neuproduktionen in der Spielzeit. Omer Meir Wellber leitet vier SchlüsselwerkeZudem sind im ersten Jahr des neuen Staatsopern-Geschäftsführers Matthias Schloderer 15 Repertoireproduktionen zu sehen. Sie verbinden, so Kratzer „Spektakel und existenzielle Reflexion“. Darunter sind vier Schlüsselwerke, bei denen Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber die musikalische Leitung übernimmt: „Don Giovanni“ und „Le nozze di Figaro“ von Mozart, Wagners „Die Walküre“ sowie Bizets „Carmen“.Lesen Sie auchZu den Höhepunkten der Saison dürften „Die Entführung aus dem Serail“ in der Regie von David Bösch sowie Puccinis „La Bohème“ unter Leitung der international aufstrebenden Dirigentin Keren Kagarlitsky zählen. Des Weiteren tritt Startenor Michael Fabiano als Gustavo III. in Verdis „Un ballo in maschera“ auf, gemeinsam mit Shooting-Star Saloa Hernández als Amelia. Puccinis „Madama Butterfly“ erklingt mit Stefano La Colla in der Partie des B.F. Pinkerton, Verdis „La Traviata“ mit Yaritza Véliz als Violetta Valéry und Boris Pinkhasovich als Giorgio Germont.Tanz und Oper im ZeltZum Ende der Saison wird der Spielbetrieb der Staatsoper vom 22. Mai 2027 bis zum 4. Juli 2027 in der Zeltlandschaft der Kuppel Hamburg an der Bahrenfelder Trabrennbahn fortgesetzt, weil im Haus an der Dammtorstraße der Orchestergraben saniert wird. Dort wird unter anderem das Festival „Opera and Animation“ zu erleben sein, ein Wochenende des politischen Musiktheaters, mit „Guillaume Tell“, „El Cimarrón“ von Hans Werner Henze und der Familienoper „Störtebeker“, die auf Basis des Barocklibrettos von Reinhard Keiser neu entsteht. Sie erlebt ihre Uraufführung in der Fassung von Gordon Kampe (Komposition) und Martin G. Berger (Libretto und Regie) im Frühjahr in der Kuppel Hamburg. Weitere Spektakel im Zelttheater werden die Wiederaufnahme des Balletts „Ein Sommernachtstraum“ von John Neumeier (Premiere 19. Juni 2027) und neue Arbeiten des Hamburg Ballett in der traditionellen Reihe „Junge Choreograf:innen“. Das Bundesjugendballett von John Neumeier tanzt am 24. Juni 2027 im Zelt in Bahrenfeld. Ballett-Premiere „Neue Welten“ von Edvin RevazovDie Hamburger Balletttage werden wegen der sommerlichen Sanierung der Oper ins Frühjahr vorgezogen und gehen dort vom 13.bis zum 29. März über die vertraute Bühne. Eröffnet werden sie mit der Uraufführung „MITTSU“. Der Abend ist als neues, wiederkehrendes Format geplant. Die erste Ausgabe wird ein abendfüllendes Ballett der Choreografinnen Kristina Paulin, Nashema Nashman und Yuka Oischi. Als Gastspiel hat der künstlerische Leiter des Hamburg Ballett, Lloyd Riggins, die WINNDance Company von Marijn Rademaker eingeladen, die ihren interdisziplinären Abend „Scirocco“ zeigt. Passend zu den Ostertagen 2027 zeigt die Compagnie im Hamburger Michel noch einmal die „Matthäus-Passion“ von John Neumeier. Die Balletttage enden am Ostermontag mit der 52. Nijinski-Gala. Für die kommende Saison plant das Ballett unter dem künstlerischen Leiter Lloyd Riggins und Ballettbetriebsdirektor Nicolas Hartmann neben „MITTSU“ eine zweite Premiere. Sie trägt den Titel „Neue Welten“ und zeigt die europäische Erstaufführung der „Copland Dance Episodes“ von Justin Peck. Der zweite Teil des Abends wird eine Uraufführung des Tänzers und Choreografen Edvin Revazov als Auftragsarbeit des Hamburg Ballett. Der Leiter des Hamburger Kammerballetts nutzt dabei unter anderem Michael Daughertys Komposition „Letter from Lincoln“. Die Premiere steht für den 5. Dezember 2026 im Spielplan. Staatsorchester mit neu kompilierten Beethoven-SinfonienAcht weitere Ballette aus dem Repertoire, darunter vier Handlungsballette von John Neumeier, werden in der kommenden Saison getanzt. Den Saisonauftakt macht „A Cinderella Story“ am 13. September.Das Philharmonische Staatsorchester spielt in der kommenden Saison mit Blick auf 2027 als Jahr des 200. Todestages Ludwig van Beethovens Werke von und mit Werken des Komponisten, zu dem Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber „eine zutiefst persönliche Verbindung“ empfindet. Wellber möchte „gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester die Zeit aus den Angeln heben“. Daher erklingen unter der Überschrift „ZeitenLos“ Beethovens Sinfonien – aus ihrer Chronologie gelöst. In den zehn Philharmonischen Konzerten werden Sätze nach Farbe, Emotion, Harmonie und Inspiration neu verbunden. Zudem erklingen Werke von Tschaikowski, Say, Dvorák, Strauss, Prokofjew und weiteren. Wellber: „Einen besonderen Akzent setzt die Rückkehr von Kent Nagano im 8. Philharmonischen Konzert.“Das Festival „Die Blaue Woche“ geht unter Leitung des Generalmusikdirektors in sein zweites Jahr. Das erste Konzert wird am 16. Oktober ein Übernachtungskonzert in der JazzHall an der Musikhochschule. Das zweite Konzert (21. Oktober) erklingt unter dem Titel „Höhen & Tiefen“ als elektroakustisches Konzert im Resonanzraum im Bunker in der Feldstraße, das dritte Konzert entfaltet und klangliche Gegensätze aus Barock und Moderne in der Elbphilharmonie (25/26. Oktober). Ebenfalls am 25. Oktober erklingt in der Kirche S. Johannis-Harvestehude ein Konzert mit Akkordeon und Orchester. Der Kartenvorverkauf für die kommende Spielzeit beginnt am 1. Juni, der Vorverkauf für die Kuppel Hamburg startet bereits am 7. April; weitere Informationen unter www.die-hamburgische-staatsoper.de