PfadnavigationHomeRegionalesHamburgErnst Deutsch TheaterVon Monolog bis MusicalStand: 17:37 UhrLesedauer: 4 MinutenEffi Briest (Sheila Blum) ist in eine Auseinandersetzung geratenQuelle: Timmo SchreiberDie Intendanten Ayla Yeginer und Daniel Schütter stellten den Spielplan für ihre zweite Saison am Ernst Deutsch Theater vor. Den Auftakt macht Ende August „Girl on an Altar“ von der irischen Dramatikerin Marina Carr.Ganz schön kaputt“ lautet das Motto der kommenden Spielzeit am Ernst Deutsch Theater. Damit wird weder der Zustand der Intendanten Ayla Yeginer und Daniel Schütter nach ihrem ersten Jahr im Amt beschrieben noch etwa die Verfassung des Theaters selbst, sondern die aktuelle Situation der Welt. Das Theater am Friedrich-Schütter-Platz ist auch im Jahr seines 75. Geburtstags weiterhin erfolgreich. Neues Abo-Modell für 13 bis 17 Euro im MonatGeschäftsführer Jens-Peter Löwendorf beschreibt den Verlauf der Spielzeit nach einem „schwierigen Start mit Blick auf die Zahlen“ als erfreulich, rechnet kurz vor Ende der Saison „mit einer Auslastung von knapp über 70 Prozent“. Löwendorf erwartet 160.000 bis 170.000 Besucher. Daniel Schütter stellte jetzt eine neue „Abo-Card“ vor, die vom 15. Juni an gebucht werden kann und 13 bis 17 Euro pro Monat kosten soll, für sechs Stücke pro Saison. Dabei bleibt die Auswahl dem Zuschauer überlassen, auch wiederholte Besuche ohne Mehrkosten und eine Mitnahme nicht genutzter Abende in die Folgesaison sind möglich. Bereits bestehende Abonnements bleiben erhalten. Das Motto „Ganz schön kaputt“ für die kommende Spielzeit bleibt allgemein genug, um höchst unterschiedliche Dramen und Ansätze im Spielplan unterzubringen. Den Auftakt macht am 27. August „Girl on an Altar“ von Marina Carr. Die irische Dramatikerin setzt sich in ihrem Werk aus Sicht Klytämnestras mit ihrem Leben an der Seite Agamemnons auseinander, vor und nach dem Trojanischen Krieg, für dessen Gelingen der griechische Herrscher die gemeinsame Tochter Iphigenie opferte. Während Ines Nieri die Klytämnestra spielt, übernimmt Daniel Schütter die Rolle ihres mörderischen Gatten. Regie führt Elias Perrig.“„Peterchens Mondfahrt“ als WeihnachtsstückAuf Spielblöcke mit Wiederaufnahmen von „Keine Aufstiegsgeschichte“, das in der laufenden Saison mehrfach ausverkauft war und das junge Publikum ansprach, und „Der Geizige“ folgt im September „Clockwork Orange“ nach dem Roman von Anthony Burgess. Alex wird vermutlich auch im Ernst Deutsch Theater nicht vor Raub, Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord zurückschrecken. Franziska Autzen inszeniert das Drama um den Gangleader der Droogs. Sodann gibt es „Die Optimistinnen“ über die erste Gastarbeiterinnengeneration in der Bundesrepublik nach dem Roman von Gün Tank – in einer Stückfassung von Murat Yeginer, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Regie führt seine Tochter, Intendantin Ayla. Zum Ensemble zählt Isabella Vértes-Schütter, Mutter ihres Co-Intendanten. Die nächste Stückfassung stammt wiederum von Ayla Yeginer, die als Weihnachtsstück für die ganze Familie „Peterchens Mondfahrt“ nach Gerd von Bassewitz auch inszenieren wird. Ebenfalls in der Adventszeit bereichert dann die Komödie „Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni das Programm. Anton Pleva leitet das Spiel. Schräg wird es im Januar 2027 mit dem Musical „How To Win Against History“ von Seirol Davies. Das höchst britische Stück erzählt die Geschichte des Henry Cyril Paget, 5. Marquess of Anglesey (1875-1905). Statt sein beträchtliches Vermögen zu mehren, inszenierte er bis zu seinem Bankrott schillernde Theaterabende. Seine empörte Familie versuchte anschließend sofort, ihn aus der Familiengeschichte zu verbannen, verbrannte Briefe und Tagebücher. Doch nun kehrt Henry zurück, erzählt sein Leben und klärt in einem queeren Musical unterhaltsam Fragen zu Identität, Männlichkeit, Freiheit und Mut. Regie führt Harald Weiler, die musikalische Leitung übernimmt Mathias Weibrich. Die Premiere am 14. Januar 2027 fällt auf einen Donnerstag.„Effi, ach, Effi Briest“ nach FontaneUm Fragen von Identität, Freiheit, Mut und Weiblichkeit geht es ab Februar 2027 in einem Theaterstück mit dem knappen Titel „Effi, ach, Effi Briest. Frei nach Fontane, frei von Fontane, mit fast keinem Satz von Fontane, wer braucht schon Fontane, wenn man Effi hat? Effi, Effi, ach Effi, ach, ach.“ Moritz Franz Beichl hat sich inspirieren lassen, um nicht zu sagen: überwältigen. Regisseurin Anna Tenti spinnt den Faden auf der Bühne weiter, wenn Dagmar Bernhard, Sheila Blum (neu im Ensemble), Nayana Heuer, Rune Jürgensen, K und Anatol Käbisch es krachen lassen. Die Premiere ist am 18. Februar. „Merlin oder Das wüste Land“ nach Tankred Dorst wird in der Regie von Ayla Yeginer ab 1. April 2027 gezeigt, diesmal spiel Murat Yeginer an der Seite von Isabella Vértes-Schütter, wenn darum geht, die sagenhafte Welt des Zauberers zu retten, ein Reich, in dem es gerecht zugeht. Das Bundesjugendballett von John Neumeier bleibt auch in der kommenden Saison Teil des Ernst Deutsch Theaters und zeigt seine Produktionen bei „Im Aufschwung XVIII“ vom 22. Bis zum 28. Oktober 2026. „Plattform“ heißt künftig „Labor“Die „Plattform“-Bühne als zweite Spielstätte wird von der kommenden Saison an „EDT Labor“ heißen und ein neues, experimentelles Profil erhalten. Dort spielt bereits im Oktober 2026 Rune Jürgensen den Monolog „Nur über meine Leiche“ von Olivier David, in dem die Haltung zu Wehrpflicht, Wehrdienstverweigerung, Krieg und Faschismus diskutiert wird. Unter dem neuen Leiter Marco Damghani wird der Jugendclub weitergeführt.