„Wie würden Sie einem Außerirdischen die Mode auf Erden beschreiben?“, wurde Olivier Saillard, damals Direktor des Palais Galliera in Paris, einst von einer amerikanischen Journalistin gefragt. Umgeben von einer der renommiertesten Modesammlungen der Welt, zählte er die Roben von Balenciaga und Lanvin auf, die im Archiv lagerten. Aber sogleich merkte er, wie sehr abseits jeglicher Realität des Alltags sich diese Kleider bewegen, wo doch Jeans, T-Shirt und Sneaker das Straßenbild beherrschen – und empfahl, statt der Exponate lieber die Besucher seiner Ausstellung zu betrachten: „Modemuseen spiegeln nicht die reale Gesellschaft wider, sondern vielmehr ihre Traumvorstellung davon.“