«Wir kleben in der Schweiz geistig immer noch an der Landesgrenze fest», sagt einer der profiliertesten Kenner der maritimen Kriegsführung in EuropaKaum einer in einem Binnenland kennt die Seekriegsführung besser als Jürg Kürsener. Er legte im Schweizer Nachrichtendienst die Grundlage, um den Einfluss der Kriegsschiffe auf die Sicherheit der Schweiz und den Alpenraum zu verstehen.31.05.2026, 05.30 Uhr10 LeseminutenZwei amerikanische und ein britischer Flugzeugträger trainieren mit einem japanischen Helikopterträger: Noch dominieren die USA die Seekriegsführung, aber China holt auf.Jason Tarleton / AP U. S. Indo-Pacific CommandDas Gespräch umkreist die sieben Ozeane, doch wir sitzen in der Gaststube eines Landgasthofs im Bucheggberg, der Hügellandschaft zwischen dem Berner Seeland und der Stadt Solothurn. Jürg Kürsener, Jahrgang 1945, ist hier aufgewachsen und verwurzelt geblieben, obschon er sich seit seiner Mittelschulzeit mit den Weiten der Geopolitik auseinandersetzt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft und der Politologie arbeitete er zuerst in der Privatwirtschaft und wechselte dann ins damalige Militärdepartement. Kürsener ist Oberst im Generalstab, kommandierte die prestigeträchtige Solothurner Artillerieabteilung 10 und war während der Jahrtausendwende Verteidigungsattaché in Berlin. Bis heute leitet er militärhistorische Reisen.Herr Kürsener, Sie haben über Jahrzehnte hinweg den maritimen Raum für die Schweizer Armee und den Nachrichtendienst erschlossen. Wie wird ein Bürger eines Binnenlandes zum profilierten Experten für maritime Kriegsführung?Jürg Kürsener: Es fing wohl an wie bei einem Philatelisten oder Ornithologen. Als Bub faszinierten mich die alten, dicken Bücher meines Vaters und meines Grossvaters, etwa über den Deutsch-Französischen Krieg. Der eigentliche Klick kam mit siebzehn Jahren, als ich bei einer Ferienreise in Genua mein erstes echtes Kriegsschiff sah, die «Intrepido». Das hat mich gefesselt. Ich begann, Briefe an die Botschaften in Bern zu schreiben, um Material zu erhalten.Das war noch mitten im Kalten Krieg.Ja, das war im Sommer 1963. Ich ging noch in die Kantonsschule, als ein Brief der amerikanischen Botschaft eintraf: Der brandneue Atomflugzeugträger USS «Enterprise» lag in Genua. Ich stieg in den Nachtzug und fuhr hin. An Bord suchte ich intuitiv den Kontakt zu den Menschen. Ich lernte einen Piloten kennen, schenkte ihm eine Toblerone und hielt den Kontakt. Das Networking und die anschliessende Bewirtschaftung dieser Kontakte – das ist das Fundament von allem. Ein Jahr später lud mich der Verbandskommandant, ein dekoriertes Fliegerass aus dem Pazifikkrieg, als 19-Jährigen zum Lunch auf die «Enterprise» ein. Das ist diese typisch amerikanische Offenheit, die man sich heute nach den Terroranschlägen von 9/11 gar nicht mehr vorstellen kann.Sie waren damals ein Zivilist ohne militärischen Hintergrund oder Beziehungen zu einem Nachrichtendienst. Warum öffnete die US Navy Ihnen diese Türen?Ich glaube, es war die schiere Freude an einem jungen Europäer, der sich mit einer solchen Intensität für ihre Sache interessierte. Sie flogen mich mit Helikoptern über den gesamten Flottenverband, damit ich Fotos machen konnte. Später, 1973, verbrachte ich eine Woche auf dem Flugzeugträger USS «John F. Kennedy». Ich erlebte die hochkomplexen Versorgungsmanöver auf See, bei denen immense physikalische Kräfte und Sogwirkungen im Spiel sind.Später, im Jahr 1987, besuchten Sie die Beringsee während eines Grossmanövers der 3. Flotte.In der subarktischen Kälte der Aleuten ging es damals noch voll um den Kalten Krieg. Wir trugen «dummy suits», in denen man im eisigen Wasser vielleicht zehn Minuten länger überlebt. An Bord der «Enterprise» erklärte mir der Völkerrechtsoffizier die Grenzinterpretationen von Territorialgewässern in strategischen Buchten. Die Sowjets beschatteten uns permanent mit Trawlern (Fischereischiffe, die militärisch genutzt werden). Nach dem Trägerbesuch zeigten mir die Amerikaner den unterirdischen Gefechtsstand im nördlichen Kontrollzentrum der nordamerikanischen Luftverteidigungskooperation (Norad) in Elmendorf. Auf den Bildschirmen wimmelte es in der Beringstrasse nur so von roten Punkten, welche anfliegende sowjetische Flugzeuge markierten. Das war 1987, die Ära Gorbatschow – aber das gegenseitige Austesten, das «probing», lief weiterhin auf Hochtouren.«Die USA überdehnen sich als globale Seemacht gegenwärtig massiv.»Wenn Sie den Zustand der US Navy heute betrachten: Hat Washington seine Vormachtstellung auf den Weltmeeren verspielt?Die USA überdehnen sich als globale Seemacht gegenwärtig massiv. Das ist das Resultat einer fatalen Entwicklung, die nach 1991 einsetzte. Man hat die Werftinfrastruktur verrotten lassen, Kapazitäten abgebaut und Expertise verloren. Heute rächt sich das bitterlich. Schiffe sind durch ein viel zu hohes Operationstempo in einem desolaten Zustand. Das strategische Ziel von 340 Schiffen wurde bisher nicht erreicht; man steht bei 295 und stellt jährlich mehr Einheiten ausser Dienst, als neue hinzukommen. Eine Wende wird erst in Jahren erkennbar.Können die ambitionierten Rüstungsprogramme der Trump-Regierung das Ruder noch herumreissen?Rüstungsprogramme in diesem Segment haben immense Vorlaufzeiten. Der neue Flugzeugträger «Enterprise» hat zwei Jahre Verspätung, der nächste Träger USS «John F. Kennedy» ein Jahr. Ein extremes Beispiel ist das Atom-U-Boot USS «Boise», auf dem ich selbst noch war: Das Boot lag fünf Jahre in der Werft, weil das Geld und die Kapazitäten für die Überholung fehlten. Nun wird es vorzeitig verschrottet, ohne die reguläre Lebensdauer je erreicht zu haben. Die Rüstungsindustrie baut zudem nur zögerlich aus. Die Konzerne fragen sich, was in drei Jahren passiert, sollte das Mammutbudget wieder zusammengestrichen werden.Gleichzeitig demonstriert China im Pazifik ein enormes Tempo bei der Aufrüstung.Absolut. Innerhalb kürzester Zeit haben die Chinesen drei Flugzeugträger operationell gemacht. Die ersten beiden waren noch Nachbauten auf Basis sowjetischer Technologie. Aber die «Fujian» und die nachfolgenden Projekte nehmen Dimensionen an, die den grossen amerikanischen Einheiten nahezu ebenbürtig sind. Dass Peking massiv in Träger investiert, ist der beste Beweis dafür, dass dieses Instrument entgegen allen Unkenrufen nichts von seiner strategischen Bedeutung verloren hat.Die Amerikaner passen ihre Doktrin an diese Bedrohung an.Sie müssen es. Die amerikanischen Flugzeugträger operieren heute nicht mehr innerhalb der sogenannten ersten Inselkette, die von Japan über Taiwan bis zu den Philippinen reicht. So nahe am Festland liegen sie in der Reichweite chinesischer Lenkwaffen. Das ist aber keine Kapitulation. Die Amerikaner verteilen die Rolle der einzelnen Elemente neu. Für den Raum innerhalb der ersten Inselkette sind nun die U-Boote und zunehmend auch autonome Drohnensysteme zuständig. Zudem wurden die Reichweiten der Trägerflugzeuge und der Abstandswaffen so massiv gesteigert, dass die Trägerkampfgruppen sich nicht mehr zwingend und so nah an das Festland annähern müssen.«Wir sehen ein unkoordiniertes Handeln, ein ‹Hüscht und Hott› bei den Einsatzbefehlen, das kaum mit einer langfristigen, soliden Planung übereinstimmt.»Der Einsatz der Trägergruppe «Gerald Ford» und ihrer Besatzung dauerte elf Monate, von Juni 2025 bis Mitte Mai 2026. Was heisst das für die Seeleute?Diese enorme Belastung betrifft nicht nur die Besatzung, sondern auch die Familien an Land. Ich habe aus Norfolk gehört, dass während des Einsatzes achtzig Kinder geboren worden seien. Die Väter auf See haben sie aber monatelang nicht gesehen. Das älteste dieser Kinder war am Ende des Einsatzes bereits etwa zehn Monate alt. Die direkte Folge: Matrosen unterschreiben keine neuen Vierjahresverträge mehr, wenn sie fast ein Jahr am Stück von ihren Familien getrennt sind. Da müssen sich die Verantwortlichen dringend etwas einfallen lassen.Dazu kommen die impulsiven Befehle von Präsident Trump: Nur zwei Monate nach dem Einsatz zur Festsetzung von Nicolás Maduro in Venezuela war die «Gerald Ford» bereits in den Angriff auf Iran involviert. Kann das operativ gut gehen?Wir sehen ein unkoordiniertes Handeln, ein «Hüscht und Hott» bei den Einsatzbefehlen, das kaum mit einer langfristigen, soliden Planung übereinstimmt. Die nachgeordnete militärische Hierarchie im Pentagon ist massiv gefordert, vielleicht bis an die Grenzen der Loyalität, solche teilweise fragwürdigen Befehle oder die ständigen Verlängerungen der Einsätze von sechs auf elf oder zwölf Monate gegenüber der politischen Führung abzublocken. Die amerikanischen Streitkräfte befinden sich in einer Art permanentem Wissens- und Gewissenskonflikt darüber, wie weit sie noch gehen können, um diese Vorgaben trotz der grassierenden Mittelknappheit der Navy überhaupt noch zu erfüllen.Immerhin will Trump die Navy wieder zu alter Grösse zurückführen.Die Ansätze sind meines Erachtens richtig – etwa der Wiederaufbau der Werftinfrastruktur und die gezielte Rekrutierung von Personal. Amerika ist eine Macht mit zwei Ozeanküsten und braucht diese maritime Stärke zwingend. Aber wir sprechen hier von Prozessen und Versäumnissen, die über die letzten dreissig Jahre hinweg verursacht wurden. Das lässt sich nicht innerhalb einer einzigen Amtsperiode korrigieren. Die politische Realität in Washington bringt zudem eine gravierende Planungsunsicherheit mit sich: Solche Rüstungs- und Infrastrukturprogramme haben so lange Vorlaufzeiten, dass eine nachfolgende Regierung das gesamte Projekt möglicherweise wieder kippt oder die Stückzahlen massiv reduziert. Ein nachhaltiger Kurswechsel ist unter diesen Bedingungen extrem schwierig.Nun hat Frankreich diesen Mai die Trägergruppe «Charles de Gaulle» in den Nahen Osten geschickt, um Präsenz zu markieren. Kann Europa die amerikanischen Lücken füllen?Das ist vor allem ein politisches Signal im Stil Macrons: Frankreich will Flagge zeigen. Aber die Europäer können die amerikanischen Fähigkeiten strukturell nicht ersetzen. Die französische Marine ist zwar hervorragend ausgebildet und arbeitet eng mit den Amerikanern zusammen – es gibt sogar einen regelmässigen Austausch von Kampfflugzeugen und Hawkeye-Aufklärungsflugzeugen auf den Trägern. Aber wenn die französische Trägergruppe sieben Monate im Einsatz war, fällt sie danach für ein Jahr aus.Wie steht es um die anderen europäischen Seemächte?Die Royal Navy ist ein einziges Trauerspiel. Es tut mir als historisch interessiertem Beobachter im Herzen weh, zu sehen, in welch desolatem Zustand sich diese einstige Weltseemacht befindet. Sie hat zwar zwei hochmoderne Flugzeugträger gebaut, verfügt aber derzeit kaum über genügend eigene Begleitschiffe, um diese adäquat zu schützen. Europa hat punktuell exzellente Fähigkeiten – etwa in der Minenkriegsführung, in der Nationen wie Deutschland, Belgien und die Niederlande führend sind und in der die Amerikaner erhebliche Defizite haben. Auch die Integration einzelner europäischer moderner Fregatten in amerikanische Trägerverbände funktioniert reibungslos. Die Italiener wiederum sind hervorragende Schiffbauer. Würde man die Ressourcen koordinieren, könnten Frankreich und Italien alternierend eine permanente Trägerpräsenz im Mittelmeer sicherstellen. Doch stattdessen sehen wir teure Einsätze im Fernen Osten, teilweise bis nach Australien. Das sind nicht nur Einsätze im Rahmen einer alliierten Aufgabenteilung im Pazifik, sondern oft auch «Werbefahrten» für die nationale Rüstungsindustrie.«Die Essenz der nuklearen Abschreckung ist in Europa schlicht nicht vorhanden, wenn die Amerikaner im Ernstfall abwinken.»Das ist ein Misstrauensvotum gegenüber der europäischen Sicherheitsarchitektur.Schauen wir uns die Realität an. Die europäische Sicherheit krankt an einer totalen Asymmetrie gegenüber der russischen Bedrohung. Wladimir Putin hat den INF-Vertrag schon vor Jahren mit den Iskander-Raketen in Kaliningrad verletzt, bevor der Vertrag 2019 ausgelaufen ist.Sie sprechen vom Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen.Ja. Man muss die nukleare Abschreckung in ihren drei Dimensionen verstehen: taktisch, operativ beziehungsweise eurostrategisch und strategisch. Wenn man diese Ebenen durchgeht, kollabiert die Vorstellung einer eigenständigen europäischen Abschreckung. Auf der taktischen Ebene hat die Nato in Europa fast nichts mehr – keine nukleare Artillerie, keine nuklearen Wirkmittel bei der Marine und vielleicht noch sechzig bis siebzig verbliebene Fliegerbomben in England und auf dem Kontinent. Eine operative Nachfolge für die Pershing-Raketen wurde nie gebaut, die geplante Stationierung eines «Tomahawk»-Verbandes in Deutschland hat Trump kurzfristig annulliert. Und die nationalen strategischen Arsenale der Briten und der Franzosen sind numerisch viel zu klein und politisch nicht als kollektiver Schirm über Kontinentaleuropa deklariert.Was sind die Konsequenzen?Wenn es morgen in der Ukraine zu einem Frieden oder einem Waffenstillstand kommt, steht Putin vor dem Problem, 400 000 bis 600 000 im Krieg brutalisierte Soldaten weiterbeschäftigen zu müssen. Diese Männer in kurzer Zeit in eine desolate russische Wirtschaft zu integrieren, ist unmöglich. Was macht er mit diesem Potenzial? Ich äussere mich nicht zur Wahrscheinlichkeit, aber nehmen wir an, das Baltikum werde gefährdet – etwa mit der Aktion einer bewaffneten Gruppe in einer Stadt wie Narva oder Rezekne.Dafür verstärkt die Nato ihre Präsenz an der Ostflanke.Glaubt im Ernst jemand, dass die Nato so etwas dann rein konventionell lösen kann? Vielleicht. Aber die nächste Stufe in der Eskalationsleiter – die taktisch-nukleare – kann gar nicht funktionieren, weil die Mittel in Europa nicht da sind. Und die operative Ebene, die sich auf Europa beschränkt, existiert nicht. Die Amerikaner müssten also wegen ein, zwei Kleinstädten gleich mit einem strategischen Schlag drohen – und damit einen Gegenschlag auf Washington oder New York riskieren. Das ist unrealistisch. Eine eigenständige nukleare Abschreckung ist in Europa schlicht nicht vorhanden, wenn die Amerikaner im Ernstfall abwinken.«Wir profitieren täglich vom maritimen Schutzschirm der USA und auch der Nato, zu dem wir aus falsch verstandenen Neutralitätsbedenken nichts beitragen wollen.»Ein deutscher General sagte mir kürzlich im Gespräch, ein grossräumiger Landkrieg in Europa sei eigentlich nur noch entlang der Ost- und der Nordsee möglich. Der Alpenraum und der Süden Europas gehören also zu den Domänen der Luft- und Seekriegsführung. Wie sehen Sie das?Die bald sechs amerikanischen Zerstörer, die im spanischen Rota stationiert sind, verfügen über das Aegis-Radarsystem und hocheffiziente Abfangraketen gegen ballistische Lenkwaffen. Wenn diese Schiffe im Golf von Genua stehen, decken sie de facto auch den Schweizer Luftraum ab. Wir profitieren täglich vom maritimen Schutzschirm der USA und auch der Nato, zu dem wir aus falsch verstandenen Neutralitätsbedenken nichts beitragen wollen. Man denke nur an die leidige Debatte um die Beteiligung der Schweiz an der europäischen Operation «Atalanta» gegen die Piraterie.Damals, 2009, ging es darum, ob Schweizer Spezialkräfte auf Schweizer Schiffen zum Einsatz kommen, die das Horn von Afrika passieren. Fehlt der Schweiz das Bewusstsein für die Bedeutung des maritimen Raums?Wir kleben in der Schweiz geistig immer noch an der Landesgrenze fest. Dabei hängen unsere zentralen Wirtschaftsinteressen existenziell vom Schutz der Seewege ab. Unmengen unserer Güter und Halbfabrikate sind weltweit auf See unterwegs, wir stellen in der Schweiz den Hauptsitz des grössten Reeders der Welt: die Mediterranean Shipping Company (MSC). Tausende Schweizer befinden sich jederzeit auf Kreuzfahrtschiffen weltweit. Immerhin gibt es jetzt im Aussendepartement Bestrebungen für eine neue maritime Strategie. Es bewegt sich etwas, aber viel zu langsam.Sie haben im klassischen Nachrichtendienst gearbeitet. Menschliche Kontakte und klassifizierte Papiere waren zentral. Aus den offenen Quellen im Internet sind Flugbewegungen oder auch Positionen von Schiffen für jedermann ersichtlich. Ist das eine Konkurrenz für die Nachrichtendienste?Natürlich sind alle diese Portale hochinteressante Quellen, aber man muss immer einen Filter einbauen. Sind da nicht auch Interessen dahinter, die erklären, weshalb diese Informationen herausgespielt werden? Ich tausche mich täglich mit meinen Kontakten aus: unter anderem einem ehemaligen Direktor des Nachrichtendiensts im Pazifik oder einem pensionierten Admiral. Wir schicken uns E-Mails mit Nachrichten unterschiedlichster Herkunft zu: Da ist Singapur dabei, Japan, Indien, chinesische, englischsprachige Staatsquellen. Unser Grundsatz ist schon im Nachrichtendienst immer gewesen: Eine Quelle ist keine Quelle. Wenn man seriös sein will, muss man Bestätigungen haben. Oder man muss offen sagen: Das ist nicht erhärtet.Kann künstliche Intelligenz diese Verifikation übernehmen?Nein, Osint (Open Source Intelligence) und KI fehlt die entscheidende Komponente: Humint (Human Intelligence), die menschliche Aufklärung und die damit verbundene analytische Erfahrung. Ein erfahrener Analyst bringt subjektive Faktoren, Nuancen und historische Vergleiche ein, die keine KI berechnen kann. Die menschliche Expertise erlaubt es, Dinge auszuschliessen, die auf dem Papier plausibel wirken, aber in der operativen Realität scheitern würden.Passend zum Artikel
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Kaum einer in einem Binnenland kennt die Seekriegsführung besser als Jürg Kürsener. Er legte im Schweizer Nachrichtendienst die Grundlage, um den Einfluss der Kriegsschiffe auf die Sicherheit der Schweiz und den Alpenraum zu verstehen.






