Neu ausgewertete Daten zeigen, wie klandestine Netzwerke im Umfeld des russischen Militärs massenhaft Hightech-Güter von Schweizer Firmen nach Russland schleusen. Dort werden sie in Präzisionswaffen verbaut. Ein Berater von Präsident Selenski kritisiert die Schweiz scharf für ihre «unbefriedigenden Antworten» auf den Schmuggel.Samuel Meier, Leo Eiholzer, Anja Lemcke (Grafik)16.05.2026, 21.45 Uhr9 LeseminutenEs ist ein gewöhnlicher Dienstag, als das Paket in einem Industriequartier von St. Petersburg eintrifft. Doch die Lieferung ist nicht harmlos – ihr Inhalt könnte Tod und Zerstörung über ukrainische Zivilisten bringen. Es sind hochwertige Mikrochips der Firma STMicroelectronics mit Hauptquartier in Genf. Sie werden tausendfach in russischen Drohnen und Raketen eingebaut. Eigentlich sollten Sanktionen verhindern, dass diese kriegswichtigen Güter Russland erreichen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Eigentlich. Denn dieses Paket mit dem brisanten Inhalt geht an ein klandestines Beschaffungsnetzwerk für Putins Armee, wie Recherchen zeigen.Das Paket ist eine von über 30 000 Lieferungen kriegswichtiger Produkte von fünf Schweizer Firmen nach Russland, welche die «NZZ am Sonntag» exklusiv ausgewertet hat. Die Daten zeigen, welche russischen Firmen diese Güter wann von wem importiert haben.Sie enthüllen, welch enorme Mengen dieser Waren seit Kriegsbeginn Russland tatsächlich erreicht haben. Und sie liefern einen seltenen Einblick in die Art und Weise, wie die heimliche Beschaffung funktioniert. Die Recherche führt von Firmen in Hongkong über Importeure in russischen Vororten und einen Gerichtssaal in New York bis hin zum Schlachtfeld in der Ukraine.Es geht um Hightech-Güter, die in zivilen Produkten verbaut werden können. Aber genauso in Waffensystemen, die ukrainische Städte in Schutt und Asche legen. Dort finden sie regelmässig die ukrainischen Behörden.«90 Prozent der russischen Drohnen enthalten Bauteile von Schweizer Firmen», sagt Wladislaw Wlasjuk, persönlicher Berater des ukrainischen Präsidenten Selenski, gegenüber dieser Zeitung. «Das ist sehr frustrierend.»Doch wie ist das möglich, wenn diese Firmen nicht nach Russland liefern? Die Daten zeigen, wie Hunderte kleine russische Firmen die strategischen Güter heimlich von Zwischenhändlern in Drittstaaten aufkaufen und nach Russland bringen. Wie sie sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Sanktionsbehörden im Westen liefern. Wie sie so an die Güter kommen, die Russland eigentlich nie erreichen sollten.Es sind die Wege der Händler des Todes.1. Der Schmuggler und seine Schweizer GüterDie Handschellen klicken im tropischen Paradies.Maxim Martschenko reist im September 2023 auf die Fidschiinseln, um Geschäfte zu machen. Dort will der Russe einen Kontakt treffen, der ihm heikle Güter verkaufen soll. Amerikanische Güter.Martschenko ahnt nicht, dass er in eine Falle tappt. Sogar seine Frau nimmt er mit nach Fidschi. Doch Martschenkos vermeintlicher Geschäftspartner ist in Wahrheit ein Undercover-Agent der US-Bundespolizei FBI. Wenig später sitzt der damals 52-jährige Martschenko als Angeklagter in einem Gerichtssaal ausserhalb von New York. Die Ermittler können ihm in mühseliger Arbeit nachweisen, dass er die Schlüsselperson eines internationalen Schmugglerrings mit Verbindungen zur russischen Armee ist.Sein Fall ermöglicht es erstmals, Importe von Schweizer Gütern mit einem Netzwerk im Umfeld des russischen Militärs zu verbinden. Die «NZZ am Sonntag» konnte die Aktivitäten von Martschenkos Briefkastenfirmen in den Zolldaten nachverfolgen. Die Recherche zeigt: Das Netzwerk von Martschenko verschob viele kriegswichtige Waren von Schweizer Firmen. Besonders hochwertige Schweizer GPS-Empfänger beschafften Martschenko und seine Komplizen in verdächtiger Zahl.Das Netzwerk erscheint in den Daten als der wichtigste Lieferant von Produkten der Thalwiler Firma U-Blox für ganz Russland. Es handelt sich unter anderem um Teile für GPS-Systeme, die häufig in russischen Drohnen verbaut werden. Die GPS-Komponenten sind essenziell, damit russische Drohnen ihre Ziele finden. Egal ob es militärische Kommandoposten oder ukrainische Krankenhäuser sind.Die U-Blox-Produkte liefert Martschenko laut den Daten fast immer an die Firma Ultran EK LLC. Die US-Behörden halten Ultran für einen Teil eines «russischen Beschaffungsnetzwerks für unbemannte Luftfahrzeuge», wie die Amerikaner in einer Mitteilung schrieben.Um an heikle Produkte zu kommen, nutzten Martschenko und seine Komplizen falsche Namen, Tarnfirmen und Lügen, wie die Dokumente aus dem amerikanischen Gerichtsverfahren gegen ihn zeigen. In dem Verfahren ging es um hochwertige amerikanische Mikrodisplays. Diese können wie die Schweizer Güter zwar zivil verwendet werden. Aber genauso militärisch, etwa in Nachtsichtgeräten oder elektronischen Zielfernrohren. Deshalb werden sie nicht nach Russland geliefert.Um sie doch zu bekommen, griffen Martschenko und seine Helfer zu dreisten Tricks. So gab sich ein russisches Mitglied des Netzwerks gegenüber den Amerikanern als «Amy Chan» aus – als Vertreterin einer von Martschenkos Briefkastenfirmen in Hongkong. Gegenüber dem amerikanischen Lieferanten behauptete die Person, die Displays würden für Elektronenmikroskope in China bestellt. Doch alles war gelogen.Mikrodisplays, die schon vor dem Krieg durch das Netzwerk flossen, landeten am Ende in russischen Zielfernrohren. In solchen fand das US-Verteidigungsdepartement die Teile auf dem Schlachtfeld in der Ukraine, wie Gerichtsdokumente belegen. Sie beweisen die Verbindungen des Netzwerks zur russischen Rüstungsindustrie.Und genau dieses Netzwerk beförderte in ähnlicher Weise brisante Produkte von Schweizer Firmen nach Russland. Nachzuweisen sind fast 200 einzelne Lieferungen mit Produkten, die Russland für seinen Angriffskrieg braucht.Eine erste Sendung mit Waren von Schweizer Firmen schleuste das Martschenko-Netzwerk schon kurz nach Kriegsbeginn nach Russland. Es sind Mikrochips der Firma STMicroelectronics.Die Lieferung trifft an jenem gewöhnlichen Dienstag, dem 19. April 2022, ein. Es war jene Radiofid, über welche die amerikanischen Displays in den Zielfernrohren der russischen Armee gelandet waren. Sie muss deshalb in die Beschaffungskette von Putins Armee eingebunden sein. Radiofid kauft in der Folge mehrmals bei Martschenko Schweizer Güter ein.Während Martschenko Waren von Schweizer Firmen nach Russland schleust, haben er und seine Partner Angst, entdeckt zu werden. Am 29. Juni 2022 verschickte Martschenko eine SMS mit Informationen über Händler in Hongkong, die wegen Lieferungen nach Russland von den USA mit Sanktionen belegt wurden. Ein Direktor der russischen Firma NPC Topaz schreibt zurück: «Also werden wir noch vorsichtiger sein.»Doch im Jahr danach erhält seine NPC Topaz immer wieder kriegswichtige Güter von Schweizer Herstellern über Martschenkos Netzwerk. Der Direktor von NPC Topaz ist vernetzt mit der russischen Kriegsmaschinerie. Er war damals Aktionär einer Firma, die schon seit 2016 auf amerikanischen Sanktionslisten steht, weil sie Teil der russischen Rüstungsindustrie sei.Es ist dieser Mann, der über Martschenko monatelang heikle Schweizer Güter importiert, die er eigentlich nicht bekommen sollte. NPC Topaz liess sich von Martschenko insgesamt 43 Sendungen mit kriegswichtigen Gütern von Schweizer Firmen liefern. So auch am 10. Juli 2023, als eine Firma von Martschenko Produkte von gleich vier Schweizer Firmen liefert. Es sind Mikrochips von STMicroelectronics, Koaxialstecker von Huber + Suhner in Herisau, Steckverbinder von Lemo ausserhalb von Lausanne und Stromwandler von Traco Power in Baar.Oftmals liegen die Produktionsstandorte ausserhalb der Schweiz, doch es sind Produkte der fraglichen Schweizer Firmen. Alle diese Güter werden in dieser Recherche als kriegswichtig bezeichnet, da sie auf der Liste der «Common High Priority Items» stehen. Die EU, die USA, die Schweiz und andere Länder haben die Liste Anfang 2024 geschaffen, um solche Güter von Russland fernzuhalten, weil sie in Präzisionswaffen und militärischer Forschung verwendet werden.Spätestens seit Kriegsbeginn exportieren die Unternehmen sie grundsätzlich nicht mehr nach Russland. Die grosse Mehrheit der Güter in den Daten – aber wohl nicht alle – fiel zum Zeitpunkt ihres Schmuggels unter Sanktionen. Die Produkte von STMicroelectronics, U-Blox und Traco Power werden immer wieder in abgeschossenen russischen Drohnen und Raketen gefunden. Die Produkte von Huber + Suhner und Lemo bislang nicht, trotzdem gehören sie wegen möglicher Anwendungen zugunsten des Militärs heute zu den kriegswichtigen Gütern.Insgesamt enthüllen die Daten Tausende von Lieferungen nach Kriegsbeginn mit solchen kriegswichtigen Waren nach Russland, die ursprünglich von den fünf Schweizer Firmen stammen.U-Blox und STMicroelectronics nehmen zu Fragen nur summarisch Stellung. Man halte sich strikt an alle Bestimmungen. Beide verweisen auf eigene Compliance-Massnahmen, die man verschärft habe. U-Blox sagt, das Unternehmen ergreife sofort Massnahmen, wenn ein Kunde gegen Beschränkungen verstosse. STMicroelectronics verweist darauf, dass das Unternehmen rund 200 000 Kunden habe. Man verfüge jedoch über ein umfassendes globales Programm zur Einhaltung von Handelsvorschriften und stelle dabei den Partnern in der Lieferkette Richtlinien zur Verfügung.Traco Power und Huber + Suhner sagen zudem, dass sie niemals Geschäftsbeziehungen zu Martschenkos Firmen unterhalten hätten. Vertriebspartnern sei der Export nach Russland verboten. Trotz vertraglichen Verpflichtungen und Kontrollen könne es in globalen Lieferketten «zu Umgehungsgeschäften, Weiterverkäufen oder falschen Deklarationen durch Dritte kommen, die sich unserer Kontrolle entziehen», schreibt Huber + Suhner. Auch Traco Power erklärt, das Unternehmen kenne beim indirekten Vertrieb nur den autorisierten Wiederverkäufer und sei deshalb «rein faktisch» nicht in der Lage, jedes Produkt bis zum Endnutzer zu verfolgen. Alle Unternehmen betonen, sie arbeiteten eng mit den Behörden zusammen.Lemo antwortete nicht auf Anfragen. Die russischen Unternehmen und Martschenkos Anwälte reagierten ebenfalls nicht auf E-Mails der «NZZ am Sonntag».Martschenko bekannte sich in den USA des Schmuggels und der Verschwörung zur Geldwäscherei schuldig. Nach zwei Jahren in amerikanischer Haft ist er seit letztem Herbst ein freier Mann. Was er heute macht, ist nicht bekannt. Klar ist nur: Nachdem er verhaftet worden war, hat mit Sicherheit ein anderer Schmuggler seinen Platz eingenommen. Denn die Güter sind zu wichtig für Russland und seinen Krieg. Die Nachfrage ist zu gross.Putins Angriffskrieg bietet grosse Chancen in Russland. Die man als Russe mit Erfahrung im Handel nur nutzen muss.2. Der GlücksritterJuri Woronow* hat das getan.Vor dem Krieg verkaufte er Infrarotheizungen. Glamourös dürfte sein Leben nicht gewesen sein. Die Heizungen sind Haushaltsgeräte für 60 Franken pro Stück. Bilder zeigen einen Mann um die fünfzig mit Halbglatze. Mit Beginn des Krieges zieht seine Firma in ein Hochhaus. Auf dem goldenen Schild im Treppenhaus findet sich nun der Name von Woronows Unternehmen. In kyrillischen Buchstaben steht da: Ikolaine LLC, Raum Nr. 9.Nachdem Putin seinen Angriffskrieg begonnen hatte, war bei Ikolaine nichts mehr so wie zuvor. Die Daten enthüllen, wie Woronow vom kleinen Heizungsverkäufer zum heimlichen Importeur strategischer Güter wurde.Man kann sehen, wie Woronows Firma im ersten Jahr nach der Invasion plötzlich damit anfängt, Unmengen an kriegswichtigen Produkten nach Russland einzuführen. Nur schon im Jahr 2023 importierte er 732 Lieferungen aus dem Ausland. Woronow hat dabei einen auffälligen Schwerpunkt: 93 Prozent seiner Importe in den Daten sind Güter von der «Common High Priority Item»-Liste.Auf Woronows Einkaufsliste stehen die Produkte fast aller Schweizer Firmen, deren Teile regelmässig in russischen Waffen gefunden wurden. Mal kauft Woronow Spannungswandler von Traco Power. Dann lässt er sich GPS-Empfänger von U-Blox liefern. Und immer wieder importiert er Mikrochips von STMicroelectronics.Der Ch-69 ist ein moderner russischer Tarnkappen-Marschflugkörper. Er wird erst seit 2024 in der Ukraine eingesetzt – und auch er fliegt mithilfe von Schweizer Technik.Ein eindeutiges Bild zeichnen die Finanzzahlen seiner Firma, die wie in Russland üblich öffentlich sind. Im letzten Jahr vor dem Krieg machte sein Unternehmen Ikolaine einen Umsatz von 5,7 Millionen Rubel. Im Jahr 2023 setzte die Firma plötzlich 433 Millionen Rubel um (4,6 Millionen Franken). Es ist ein Anstieg von phantastischen 7500 Prozent.Die Daten offenbaren nicht, an wen Woronow die Schweizer Güter in Russland wirklich verkauft. Also ob der Abnehmer vielleicht doch nur die zivile Industrie ist. Oder ob die Schweizer Produkte in die boomende Drohnen- und Raketenproduktion gehen, welche die Güter dringend braucht.Woronow wollte der «NZZ am Sonntag» keine Auskunft über seine Wandlung zum Elektrotechnik-Importeur geben. Auf Fragen per E-Mail reagierte er nicht.3.Die Zensur und die scharfe Kritik aus der UkraineDie Geschichten von Maxim Martschenko und Juri Woronow spielen vor allem in den ersten beiden Jahren des Ukraine-Krieges. Der Grund dafür ist ein Kampf, der im virtuellen Raum ausgefochten wird. Eine Art Datenkrieg.Irgendwann hat Putins Regierung wohl bemerkt, dass westliche Staaten sich russische Zolldaten beschaffen und sie für die Belegung der Importeure und Zwischenhändler mit Sanktionen nutzen. Das wollte das Regime verhindern.Es fand eine einfache Lösung: Die Daten über Importe kriegswichtiger Produkte scheinen seit Anfang 2024 zunehmend zensiert zu werden, wie William George, Head of Research beim Datenanbieter Import Genius, sagt. Sein Unternehmen hat der «NZZ am Sonntag» die Daten zur Verfügung gestellt, auf denen diese Recherche basiert.«Der Rückgang dieser Art Güter in den Daten war abrupt und auffällig», sagt George. «Unsere Analysen haben gezeigt, dass dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf Datenzensur zurückzuführen ist. Es ist abwegig, anzunehmen, dass Russland aufgehört hat, Mikrochips zu importieren.» Zum gleichen Schluss kamen andere Experten für Handelsdaten.Die besten Beweise für die ungehinderten Importe finden sich an der Front. Wladislaw Wlasjuk, der als Berater von Präsident Selenski für Sanktionen zuständig ist, sagt: «Wir finden immer noch gleich viele Schweizer Komponenten in den russischen Waffen wie in den ersten Kriegsjahren. Das hat sich leider nicht verändert.»Er zeigt sich zunehmend frustriert über die Schweiz. Wlasjuk kritisiert die hiesigen Behörden und Firmen scharf.Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gebe auf Interventionen der Ukraine nur «unbefriedigende Antworten», sagt Wlasjuk. «Andere europäische Länder, zum Beispiel die Niederlande, bemühen sich viel stärker, die Sanktionen durchzusetzen. Nur die Schweiz scheint nicht zu verstehen, was auf dem Spiel steht.» Es gebe Länder und Firmen, die eng mit der Ukraine zusammengearbeitet hätten. «Deren Produkte finden wir heute nicht mehr in russischen Waffen», sagt Wlasjuk.«Die Schweiz schadet ihrem eigenen Ruf und dem Ruf ihrer Unternehmen», so Wlasjuk. Gerade die Chips von STMicroelectronics sind dem Berater von Selenski ein Dorn im Auge. Er fordert von den Behörden mehr Untersuchungen und von Unternehmen, dass sie mehr darauf achten, wer ihre Kunden sind und an wen diese weiterverkaufen.Das Seco schreibt auf Anfrage, es sei sich der Problematik seit Beginn des Krieges bewusst. Die Schweiz stehe in ständigem Kontakt mit den betroffenen Unternehmen und Partnerstaaten, um den Erwerb und die Wiederausfuhr solcher Güter zu verhindern. Es handle sich um industrielle Massengüter mit breiter ziviler und industrieller Anwendung, die nicht in der Schweiz produziert und über zahlreiche Distributoren verteilt werden. Das Seco halte jedoch die Firmen dazu an, eine «sehr enge Kontrolle der Lieferketten» vorzunehmen.Zur Kritik des Selenski-Beraters Wlasjuk schreibt das Staatssekretariat, es stehe in engem Kontakt mit der Ukraine betreffend Waffenkomponenten mit Bezug zur Schweiz. Das Seco «informiere die ukrainischen Behörden regelmässig über die Ergebnisse seiner Analysen».Der Ukraine reicht das nicht. Für ihre Bewohner geht es bei diesen Fragen um Leben und Tod. Vor drei Wochen schossen die Ukrainer bei Tscherkasi südlich von Kiew eine russische Geran-2-Drohne ab. Darin fanden sie wieder Mikrochips von STMicroelectronics. Herstellung laut den ukrainischen Behörden: im Oktober 2025, dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges.Wlasjuk erzählt von dieser Drohne und sagt: «Nach all den Jahren brauchen wir Taten, wir brauchen Ergebnisse. Was wir nicht brauchen, sind weitere Ausreden.»* Name geändertEin Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Lieferungen des Todes: Wie massenhaft kriegswichtige Schweizer Produkte nach Russland gelangen
Neu ausgewertete Daten zeigen, wie klandestine Netzwerke im Umfeld des russischen Militärs massenhaft Hightech-Güter von Schweizer Firmen nach Russland schleusen. Dort werden sie in Präzisionswaffen verbaut. Ein Berater von Präsident Selenski kritisiert die Schweiz scharf für ihre «unbefriedigenden Antworten» auf den Schmuggel.






