PfadnavigationHomePanoramaLiedermacher„Großes Machtgefälle“ – Weitere Frauen erheben Vorwürfe gegen Konstantin WeckerStand: 18:33 UhrLesedauer: 4 MinutenKonstantin Wecker im Jahr 2021Quelle: Peter Kneffel/dpaDie „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über neue Vorwürfe gegen Konstantin Wecker: Drei Frauen schildern intime Begegnungen mit dem Liedermacher, als sie 17 Jahre alt waren. Laut seinem Anwalt ist der 78-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, sich dazu zu äußern.Drei Frauen erheben Vorwürfe gegen Liedermacher Konstantin Wecker. Nachdem die „Süddeutsche Zeitung“ im vergangenen Jahr die Beziehung des Sängers zu einer Jugendlichen vor rund 15 Jahren öffentlich gemacht hatte, meldeten sich weitere Frauen mit ähnlichen Erfahrungen. Alle drei Frauen berichten von intimen Begegnungen mit Wecker, als sie 17 Jahre alt waren. Strafbare Handlungen werfen sie ihm nicht vor. Im Zentrum steht nach Darstellung der „SZ“ das Alters- und Machtgefälle zwischen dem prominenten Musiker und den damaligen Verehrerinnen. Ein Anwalt Weckers teilte der „Süddeutschen Zeitung“ mit, dass der 78-jährige Liedermacher gesundheitlich nicht in der Lage sei, Fragen zu den Geschehnissen zu beantworten. Eine der Frauen sagt, sie habe Wecker im Dezember 1990 nach einem Auftritt in Schwäbisch Hall kennengelernt. Nach einer Einladung sei sie, damals 17 Jahre alt, mit ihm in den Backstage-Bereich gegangen. „Ich ärgere mich selbst über mich, dass ich damals so naiv war“, sagt sie heute. Sie habe sich geschämt „für meine Affäre mit Konstantin Wecker“. Er habe ihr das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein. „Ich war auf ihn hereingefallen.“ Lesen Sie auchMarie Franz, mittlerweile 38 Jahre alt, berichtet der „SZ“, sie habe Wecker 2005 getroffen. Beim Abholen eines Autogramms sei sie mit dem Liedermacher ins Gespräch gekommen. Daraufhin soll Wecker die 17-Jährige in sein Hotel eingeladen haben. Dort hätten beide am nächsten Morgen Sex gehabt. Sie seien in das Zimmer gegangen, „und eine gute halbe Stunde später hatten wir schon Sex. Es ging wirklich unfassbar schnell.“ Wecker habe sie gebeten, das geheimzuhalten. Franz kritisiert Wecker: Straftaten habe er nicht begangen, aber „es gibt einen Unterschied zwischen dem, was legal ist, und dem, was moralisch in Ordnung ist“. Man könne einfach nicht von Einvernehmlichkeit sprechen, „wenn es so ein großes Machtgefälle gibt wie in diesem Fall“.Familie soll „Ausgleichszahlung“ erhalten habenFriederike Schupelius, 28 Jahre alt, traf Wecker nach eigenen Aussagen nach einer E-Mail-Korrespondenz 2015 in einer Hotelbar im Sauerland. Sie habe ihm gesagt, dass sie, damals 17 Jahre alt, noch Jungfrau sei. Wecker soll erklärt haben, wenn sie es jetzt nicht tue, würde sie es nie tun. Schupelius sagt heute: „Ich fühlte mich zum Sex mit ihm gedrängt.“Schupelius ließ sich später in eine Klinik einweisen. Dort seien bei ihr eine schwere depressive Episode sowie eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden, ausgelöst durch eine Situation „mit einem bekannten Liedermacher“. Die „SZ“ gibt an, die Patientenakte eingesehen zu haben. Nach Angaben der Mutter brach Schupelius wenige Monate vor dem Abitur die Schule ab und machte mehrere Therapien. Nach Darstellung der Zeitung nahm die Mutter daraufhin ohne Wissen ihrer Tochter Kontakt zu Wecker auf und verlangte eine „Ausgleichszahlung“ für das Leid der Familie und die Therapiekosten. Ein Wegbegleiter Weckers soll der Mutter mehrfach Geld überwiesen haben; mindestens 5000 Euro seien nachvollziehbar. Weckers damaliger Anwalt, unter dessen Begleitung schließlich ein „Vergleich“ zwischen der Familie Schupelius und Wecker zustande gekommen sein soll, verwies auf Anfrage der „SZ“ auf seine Verschwiegenheitspflicht.Lesen Sie auchWeckers aktueller Anwalt teilte der Zeitung mit, Konstantin Wecker sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, sich zu erinnern, daher könne er die Fragen nicht beantworten. In der Bescheinigung eines Arztes stehe, so die „SZ“, dass Konstantin Wecker „aktuell aus medizinischen Gründen nicht fähig ist, persönlich zu Presseanfragen zu Sachverhalten aus der Vergangenheit Stellung zu beziehen“.Nachdem 2025 die Beziehung zu einer Jugendlichen öffentlich geworden war, hatte sich Wecker entschuldigt. „Nach seiner Erinnerung handelte es sich damals um eine einvernehmliche Beziehung zu der jungen Frau, die allerdings unter moralischen Maßstäben ein gänzlich unangemessenes Verhalten seinerseits darstellte“, teilte sein Anwalt damals mit. Wecker bat bei der Frau um Entschuldigung. Er sei damals „nicht Herr seiner Sinne gewesen“, teilte der Anwalt mit. Es handele sich um eine Zeit, in der der Liedermacher sehr viel und über längere Phasen Alkohol konsumiert habe.Wecker hatte im August 2025 bekannt gegeben, er leide an Nervenschäden in seiner linken Hand. Aufgrund dieser sei er nicht mehr in der Lage, Klavier zu spielen. Hintergrund sei jahrelanger Alkoholmissbrauch. Seine für dieses Jahr geplante Tournee wurde abgesagt.ll