PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Brandmauer“-Streit in FDPKubickis designierter Vize stellt sich gegen ihn – „Will keinerlei Zusammenarbeit mit AfD“Von Rixa FürsenHead of Podcast POLITICO DeutschlandStand: 12:14 UhrLesedauer: 3 MinutenHenning Höne (l.) und Wolfgang Kubicki Quelle: Christoph Soeder/dpaKurz vor der Wahl der Parteispitze entzündet sich Streit über den Umgang mit der AfD. Vizevorsitz-Kandidat Höne stellt sich gegen Kubicki. Damit offenbart sich eine zentrale strategische Differenz im künftigen Führungsteam.Der Parteitag sollte eigentlich einen Neustart der FDP markieren: Wolfgang Kubicki soll am Wochenende die Parteiführung übernehmen – mit dem früheren bayerischen FDP-Landesvorsitzenden Martin Hagen als Generalsekretär und dem NRW-Landeschef Henning Höne als einem von drei Vizechefs. Doch noch bevor die Liberalen ihre neue Mannschaft bestätigen, ist eine alte Debatte zurück: die sogenannte Brandmauer zur AfD.Ausgerechnet die künftige Parteispitze sendet dabei unterschiedliche Signale. Während Kubicki erklärt, er kenne „keine Brandmauer“, und der designierte Generalsekretär Hagen die „Brandmauer“ als „Popanz“ bezeichnet, zieht der nordrhein-westfälische FDP-Chef Höne eine deutlich schärfere Grenze. „Ich will keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. Ich will auch keine Normalisierung der AfD“, sagte Höne im Berlin Playbook Podcast von „Politico“.Damit stellt sich ausgerechnet der Mann, der künftig Kubickis Vize sein soll, öffentlich gegen die Linie des künftigen Parteichefs. Die Debatte ist für die FDP mehr als eine Begriffsfrage. Nach dem Abschied aus dem Bundestag sucht die Partei einen Weg zurück. Hagen argumentiert, die bisherige Ausgrenzung der AfD sei gescheitert.Lesen Sie auchHöne schlägt eine andere Tonlage an: „Ich stimme Anträgen der AfD nicht zu“, sagt er. Auch eigene Initiativen würde er nicht so anlegen, dass sie nur mit Stimmen der AfD eine Mehrheit bekämen. Als Begründung verweist er auf die Partei selbst: Die AfD stehe „nicht mit beiden Füßen auf dem Boden des Grundgesetzes“.Dabei ist Höne der Einzige aus dem künftigen Führungstrio, der diese Frage täglich in der parlamentarischen Praxis erlebt. Als FDP-Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen sitzt er der AfD unmittelbar gegenüber. Beide Parteien verfügen im Düsseldorfer Landtag aktuell über jeweils zwölf Abgeordnete und teilen die Oppositionsrolle.Lesen Sie auchGleichzeitig grenzt sich Höne auch von der klassischen „Brandmauer“-Rhetorik vieler anderer Parteien ab. Die bisherige Strategie habe nicht funktioniert, sagt er. Allerdings zieht er daraus andere Schlüsse als Kubicki oder Hagen.„Weniger über die AfD allgemein reden, weniger Empörung“ sei notwendig. Die politische Auseinandersetzung müsse stärker inhaltlich geführt werden. Wer aus der EU austreten wolle und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin näher stehe als Brüssel, könne keine Antwort auf die Zukunft Deutschlands sein. Sein Befund: „Jedes Mal, wenn einer empört ‚Brandmauer‘ schreit, gewinnt die AfD einen Stammwähler dazu.“Genau darin liegt die eigentliche Konfliktlinie: Kubicki und Hagen stellen die Brandmauer als politisches Konzept infrage. Höne hält an der Abgrenzung fest, will aber die Strategie dahinter verändern. Keine Zusammenarbeit, keine Normalisierung – aber auch keine permanente Empörung.Für eine Partei, die sich an diesem Wochenende neu erfinden will, ist das kein Nebenschauplatz. Während die personellen Entscheidungen weitgehend feststehen, zeigt die Brandmauer-Debatte bereits vor dem Parteitag: In einer zentralen strategischen Frage geht die neue FDP-Spitze mit unterschiedlichen Vorstellungen an den Start.Rixa Fürsen ist Head of Podcast bei „Politico“ Deutschland. Dieser Bericht kommt aus dem „Berlin Playbook“ von „Politico“. Für mehr Insights aus dem Kanzleramt immer wochentags um 7 Uhr können Sie sich hier kostenlos anmelden.
„Brandmauer“-Streit in FDP: Kubickis designierter Vize stellt sich gegen ihn – „Will keinerlei Zusammenarbeit mit AfD“ - WELT
Kurz vor der Wahl der Parteispitze entzündet sich Streit über den Umgang mit der AfD. Vizevorsitz-Kandidat Höne stellt sich gegen Kubicki. Damit offenbart sich eine zentrale strategische Differenz im künftigen Führungsteam.









