Insektenspray soll stechende oder beißende Krabbeltiere im Idealfall abhalten. Zumindest für Gelbfiebermücken haben Forscher nun aber festgestellt, dass die Blutsauger lernen können, den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) mit Nahrung in Verbindung zu bringen. Die Versuchstiere haben eingeriebene oder eingesprühte Menschen häufiger gestochen als andere.

DEET zählt seit 80 Jahren zu den wirksamsten Insektenschutzmitteln, doch die Wirksamkeit kann unter bestimmten Bedingungen sinken, schreibt das Team um Claudio Lazzari von der Universität Tours (Frankreich) im »Journal of Experimental Biology«. »Wenn Mücken wiederholt mit DEET in Kontakt kommen, verliert es seine abwehrende Wirkung«, erklärte Lazzari.Die Forschenden nutzten eine Abwandlung von Iwan Pawlows berühmtem Experiment, bei dem Hunde lernten, das Erscheinen von Futter mit dem Läuten einer Glocke in Verbindung zu bringen. Zunächst wurde weiblichen Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) ein Beutel mit warmem Blut hinter einem Stoffgitter dargeboten. Wurde der Beutel in Reichweite abgesenkt, stachen die Insekten zu – hielten sich aber fern, wenn sie vom Geruch von DEET umgeben waren.

Lernfähige InsektenDas Team fütterte die Mücken im zweiten Schritt jeweils 20 Sekunden lang mit warmem Blut und sprühte dabei in den letzten 10 Sekunden der Mahlzeit den Geruch von DEET in das Gehege. Dieser Vorgang wurde noch dreimal wiederholt. Dann wurde überprüft, wie die Insekten auf den Geruch allein von DEET reagierten.Dieses Mal hätten die Mücken verrückt gespielt, hieß es: Mehr als 60 Prozent der Tiere hatten zu stechen versucht, sobald sie nur einen Hauch von DEET rochen. Als das Team den trainierten Insekten die Wahl zwischen einer unbehandelten und einer mit DEET besprühten Hand ließ, stürzten sie sich auf die besprühte Hand. In weiteren Versuchen konnten die Forschenden die Mücken auch auf eine zuckerhaltige Belohnung mit dem Geruch des Abwehrmittels trainieren.