Pakistan ist eins der Länder, das am stärksten unter der Klimakrise leidet. Hitzewellen und Fluten werden extremer, Betroffene kämpfen um Anpassung.

I n leichtem, hellblauem Gewand, dem für Pakistan typischen Salwar Kamiz, steht Abdul Khaliq Leghari auf der Bühne. Vor ihm steigen Reihen roter Kinosessel auf.

Vielleicht hundert Menschen lauschen dem pakistanischen Bauern und den anderen Vortragenden aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Farmers Assembly for Climate Justice“ stehen an diesem schwülen Apriltag die Auswirkungen der Klimakrise auf Pakistans Bäuer:innen. Jedes Mal, wenn die Tür aufschwingt, dringen dicke Luft und Straßenlärm in den klimatisierten Saal im Zentrum der Megametropole Karatschi.

Als das Wasser sein Haus erreichte, erinnert sich Leghari, floh er mit seiner Familie auf eine höher gelegene Straße. Von dort sahen sie zu, wie ihr Haus, die Felder und schließlich die gesamte Landschaft bis zum Horizont in einem braunen See versanken. Leghari, ein hagerer, hochgewachsener Mann mit strahlend weißem Bart und tiefliegenden Augen, spricht schnell, fast abgehackt, den Blick starr ins Publikum gerichtet.

Alle hier im Saal erinnern sich noch gut an das Hochwasser von 2022. Erinnern sich noch gut, wie Mitte Juni der Monsunregen einsetzte, früher und heftiger als gewöhnlich. Wie im Juli die ersten Flüsse über ihre Ufer traten und im August das Hochwasser schließlich große Teile des Landes verschluckte.