So langsam werde ich zum richtigen Läufer! Seit vier Wochen renne ich nun kreuz und quer durch Berlin-Lichtenberg. Gut, „rennen“ ist vielleicht übertrieben: Ich bin immer noch verdammt langsam. Und, um die Wahrheit zu sagen, könnte das Pensum auch noch höher sein. Statt an allen zwei Tagen meine Laufschuhe zu schnüren, wie ich eigentlich anvisiert habe, wage ich mich eher zweimal die Woche heraus, und ich gebe zu, die plötzliche Hitze lässt mich zweimal darüber nachdenken, am Abend noch mal rauszugehen. Aber: Ich mache Fortschritte.
Zu langsam ist zu langweilig
„Behalte dir immer noch was im Tank“, hat Midnightrunner Jaromir Müller mir eingetrichtert. Das habe ich bisher aber einen Tick zu ernst genommen – gefühlt zumindest. Ja, Sie erinnern sich vielleicht, nach meinem ersten Lauf über fünf Kilometer war ich ziemlich erschöpft (ich lag den restlichen Tag im Bett). Deswegen bin ich fortan immer sehr entspannt und langsam gelaufen, habe mir als Pacemaker extra ein Hörbuch heruntergeladen, in dem mir eine alte Herrenstimme die Geschichten des Grafen von Monte Christo in aller Seelenruhe erzählt. Glauben Sie mir: Dabei kann man sich gar nicht hetzen lassen.Aber ich möchte, wenn schon langsam, wenigstens mal eine größere Distanz schaffen. Wie bei meinem ersten Lauf starte ich am S-Bahnhof Lichtenberg mit dem Ziel einmal die Rummelsburger Bucht zu umlaufen und umzukehren, bevor ich den Treptower Park erreiche. Auf dieser Route sollte ich etwa sechs Kilometer hinter mich bringen können.








