So langsam wirkt die Methode. Vier oder fünf Läufe habe ich nun absolviert, stets bedacht darauf, langsam zu laufen, meine Kräfte zu sparen und zu Hause anzukommen, ohne mich völlig fertig zu fühlen. Laufen soll sich nicht anfühlen, als würde ich meinem Körper etwas antun oder als würde ich mich bestrafen. Ich muss die Hemmschwelle senken, denn nur so, das habe ich gelernt, kann Laufen zur Routine werden. Und so langsam klappt es.
Plötzlich Lust zu laufen
Heute ist der erste Tag, an dem ich mich darauf freue, laufen zu gehen. Es ist circa 19 Uhr, als ich den Laptop zuklappe, auf dem ich gerade noch ein Interview aufgeschrieben habe. Ich bin müde. Gestern war ich um sechs Uhr nach Regensburg aufgebrochen, habe dort den Aufstieg von Energie Cottbus miterlebt und bin am selben Tag noch zurückgefahren. Es war ein langes Wochenende. Und jetzt würde ich gerne laufen gehen.Viel mehr: Ich will abschalten, entspannen, mein Hörbuch hören und dabei frische Luft atmen, die meine Lungen einfach viel besser erfüllt, wenn ich laufe, statt zu gehen. Ja, mir scheint langsam, als wäre die Laufrunde der bessere Spaziergang, der mich jetzt gerade gar nicht reizen würde – viel zu langsam und dadurch langweilig wäre dieser. Ich sehe viel mehr, lege mehr Meter hinter mich, wenn ich laufe. Und es ist cooler, wenn man sagen kann, dass man laufen war und nicht spazieren. Man bin ich sportlich.









