PfadnavigationHomeSportFußballNationalelf vor der WM„Teamspirit kommt nicht durch Quatscherei“ – Völlers Botschaft an die NationStand: 17:06 UhrLesedauer: 5 MinutenRudi Völler bei der Pressekonferenz in HerzogenaurachQuelle: Getty Images/Alexander HassensteinDie Nationalmannschaft startet in die WM-Vorbereitung. Bundestrainer Nagelsmann spricht, die wichtigsten Botschaften aber sendet Rudi Völler. Seine zentrale Rolle bei dieser Mission wird jetzt schon klar.Mittwochmittag ging es los. Julian Nagelsmann startete mit 26 Spielern in die Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Bundestrainer konnte zum Auftakt des Trainingslagers in Herzogenaurach alle verfügbaren Profis seines Kaders um Rückkehrer Manuel Neuer und Kapitän Joshua Kimmich begrüßen. Die Spieler kamen in schwarzen Kleinbussen. Lediglich Kai Havertz fehlte: Der Offensivspieler des FC Arsenal bereitet sich mit seinem Klub auf das Finale der Champions League am Samstag (18 Uhr, ZDF/DAZN und im Liveticker bei WELT) in Budapest gegen Paris Saint-Germain vor. Um kurz vor 14.30 Uhr setzte sich Nagelsmann mit Rudi Völler, dem Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), auf ein Podium im Gebäude von Adidas. Auf dem Gelände des Verbandsausrüsters trainiert die Mannschaft bis zum Wochenende, ehe es über Frankfurt am Main zum Turnier in die USA geht. Für Völler ist es die fünfte WM in insgesamt drei Positionen: 1990 und 1994 als Spieler 2002 als Teamchef und jetzt als DFB-Direktor.Der 66-Jährige sendete an diesem Nachmittag die zentralen Botschaften. Völler beschwor den Teamgeist und sprach sehr positiv über Nagelsmann und die Mannschaft. Teilweise ungefragt verteidigte er Nagelsmann, erklärte viele Hintergründe rund um den Bundestrainer und dessen viel diskutierte WM-Kader-Nominierung und lobte ihn immer wieder. Völler machte seine Rolle für die kommenden Wochen deutlich – er ist Nagelsmanns wichtiger Sparringspartner, erfahrener Ratgeber und verbaler Bodyguard.Lesen Sie auchVöller äußerte sich mal humorvoll, mal sehr fundiert. Auch mit Anekdoten von der WM 1994, die ebenfalls in den USA ausgetragen wurde, sorgte er für gute Stimmung im Saal und strahlte Zuversicht aus. „Teamspirit kommt nicht durch Quatscherei“„Das Wichtigste ist, dass man überzeugt ist von dem, was man tut. Das sind wir alle“, sagte Völler. Er, Nagelsmann und das Trainerteam hatten sich bereits am Abend vorher getroffen, der Bundestrainer habe in einer internen Ansprache die richtigen Worte gefunden, so Völler. „Teamspirit kommt nicht durch Quatscherei“, sagte Völler und betonte, dass Nagelsmann einen besonderen Mannschaftsgeist geschaffen habe. Der Bundestrainer habe in Herzogenaurach sofort alle mitgenommen.Ihn habe es gewundert, dass in Deutschland zuletzt noch keine richtige WM-Stimmung aufgekommen sei. Immerhin habe die Mannschaft siebenmal in Folge gewonnen. „Aber wir haben ja noch etwas Zeit.“ Von sich aus sprach Völler auch über Nagelsmanns Auftritt im ZDF-„Sportstudio“ vor einer Woche, bei dem viele eine Botschaft vermisst hatten. Völler nahm Nagelsmann in Schutz. Er lobte, dass der Bundestrainer trotz der Dynamik um die Personalie Neuer seine Zusage für die Sendung einhielt.Lesen Sie auchDie ganze Nation hinterfrage gewisse Dinge, gerade bei einer Kader-Nominierung, das sei weitestgehend auch in Ordnung und normal, so Völler. „Bei Gegenwind bin ich auch dafür da“, sagte der Weltmeister von 1990 über seine Aufgabe, Nagelsmann den Rücken freizuhalten. Immer mit einem Augenzwinkern, oft mit einem Lächeln – Völler ist ein wichtiges Gesicht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor diesem XXL-Turnier, an dem erstmals 48 Mannschaften teilnehmen.Er verriet, dass Freitag die Familien der Spieler in das Teamquartier kommen. Und dass es vor der möglicherweise sehr politischen WM keinen Workshop für die Spieler zu politischen und gesellschaftlichen Themen wie vor der WM 2022 in Katar geben wird. Man tue gut daran, diese Aspekte und den Sport zu trennen, so Völler. „Wir wollen die Leute begeistern und dafür sorgen, dass sie auch mal auf andere Gedanken kommen.“ Es gebe aber keine Maulkörbe für die Spieler.„Das wird es nicht mehr geben, dass unmittelbar vor einem Spiel irgendwelche Aktionen oder Interviews gestartet werden“, sagte er rückblickend auf die Debatten um die Kapitänsbinde vor dem mit 1:2 verlorenen ersten WM-Gruppenspiel vor vier Jahren in Katar gegen Japan. Am Ende stand das Vorrunden-Aus.Man sei nicht unpolitisch, so Völler. „Es gibt viele Dinge in der Welt, die uns allen nicht gefallen. Ich hätte auch lieber mehr Frieden überall“, sagte er. Aber das könne der Fußball nicht lösen. „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen. Das geht vor. Wir sind Fußballer.“„Wir sind für die nächsten Wochen wie eine Familie“Nagelsmann erklärte, welche Botschaft er der Mannschaft am ersten Tag in Herzogenaurach vermittelte: Man muss sich immer auf den nächsten Schritt, die erste Aufgabe konzentrieren. Und zwar als Einheit. „Wir sind für die nächsten Wochen wie eine Familie“, so der 38-jährige Trainer. Es gehe um Vertrauen zum Nebenmann. Das war an diesem ersten WM-Vorbereitungstag in Franken seine wichtigste Botschaft.Er habe noch keine Überschrift für die WM-Phase, doch das Bild mit der Familie eigne sich dafür. Jeder solle Dinge offen ansprechen, so der Bundestrainer. Die nächste Aufgabe ist das Testspiel in Mainz gegen Finnland am Sonntag (20.45 Uhr, ZDF und im Liveticker auf WELT).Torwart Neuer wird dann „noch“ nicht spielen, sagte Nagelsmann. Neuer soll seine Wadenverletzung kurieren. „Mit Manu sind wir besser als ohne Manu, deswegen sind wir sehr froh, dass er dabei ist“, sagte der Trainer mit Blick auf die WM. Für die Mannschaft gehe es gegen Finnland darum, den Rhythmus zu finden. Die Startelf müsse aber nicht unbedingt die sein, die er auch im ersten WM-Gruppenspiel am 14. Juni in Houston/Texas gegen Curaçao aufbieten wird, sagte Nagelsmann.Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über den FC Bayern, die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen. Er wird für WELT von Anfang Juni an bei der Nationalelf in den USA sein und berichten.
Nationalmannschaf vor der WM 2026: Rudi Völlers Botschaft an die Nation - WELT
Die Nationalmannschaft startet in die WM-Vorbereitung. Bundestrainer Nagelsmann spricht, die wichtigsten Botschaften aber sendet Rudi Völler. Seine zentrale Rolle bei dieser Mission wird jetzt schon klar.











