Im Juli vergangenen Jahres hatte der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Ceconomy-Konzern abgegeben, der unter den Marken MediaMarkt und Saturn europaweit mehr als 1000 Geschäfte betreibt. Doch jetzt will die EU den geplanten Merger detailliert überprüfen, berichtet die „Financial Times “.
Konkret wollen die Wettbewerbshüter in Brüssel untersuchen, ob bei dem Deal womöglich unlautere Subventionen im Spiel sind. Die EU-Vorschriften zu ausländischen Subventionen ermöglichen es Brüssel, von ausländischen Regierungen unterstützte Unternehmen von öffentlichen Ausschreibungen, Fusionen und Übernahmen auszuschließen.Brüssel verschärft offenbar den Kurs gegenüber PekingBeobachter interpretieren dies dem Bericht zufolge als Indiz dafür, dass die EU gegenüber China eine aggressivere Haltung einnimmt. Die Nachricht platzt mitten in die Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52), die sich derzeit in Peking um „stabile, respektvolle, verlässliche und faire“ Beziehungen bemüht. So mahnte die Ministerin unter anderem faire Wettbewerbsbedingungen an.
Die EU-Kommission wolle ihre Entscheidung noch in der laufenden Woche bekannt geben, berichtet die Zeitung weiter. Es wäre der erste Fall, in dem eine chinesische Übernahme Gegenstand einer detaillierten Untersuchung gemäß den EU-Vorschriften für ausländische Subventionen ist. Die Behörde wird den Deal dann voraussichtlich drei Monate lang prüfen. Dieser Schritt werde die mögliche Übernahme nicht nur weiter hinausschieben, sondern auch weiter verkomplizieren, heißt es.






