PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburgs Olympia-BewerbungBekommt der HSV ein neues großes Stadion – und wer würde es finanzieren?Stand: 11:02 UhrLesedauer: 4 MinutenDas HSV-Stadion ist fast immer ausverkauft Quelle: Christian Charisius/dpaVolksparkstadion oder Neubau? Hamburg plant für Olympia – und der HSV könnte davon profitieren. Vor dem Bürgerentscheid am 31. Mai stehen aber offene Fragen im Raum. Eine davon betrifft den FC St. Pauli.Bei den Bemühungen Hamburgs, sich um Olympische und Paralympische Spiele zu bewerben, schauen die Fans des Hamburger SV genau hin. Vor der Abstimmung der Hamburgerinnen und Hamburger zum 31. Mai über die Olympia-Bewerbung ihrer Stadt sorgen die Ideen eines Umzugs vom altehrwürdigen Heiligtum Volksparkstadion in eine neue moderne Arena für Gesprächsstoff. Wie ist der aktuelle Stand? Lesen Sie auchIm vergangenen Jahr stellten die Olympia-Initiatoren um Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) bei einer Veranstaltung zur Bewerbung für die Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 die Idee vor: Eine neue Multifunktionsarena für Hamburg. Rund 70.000 Zuschauer könnte das Stadion fassen, schreibt das „Hamburger Abendblatt“. Es soll in Nähe der alten Arena entstehen.„Derzeit läuft eine Machbarkeitsuntersuchung für eine neue Arena im Volkspark, die unabhängig von Olympischen Spielen entstehen und unter Beteiligung privater Investoren finanziert werden soll“, teilte ein Sprecher des Olympia-Projekts auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der HSV, der Hauptnutzer des Stadions sein soll, hat die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Was sagt der HSV?Das jetzige Stadion wird fortlaufend renoviert und ist ein Kostenfaktor. „Ich finde, die Verantwortung für unsere Generation, für die HSV-Familie bedingt, dass wir uns auch darüber Gedanken machen: Ist unser Stadion dann noch wettbewerbsfähig 2040, 2050? Und daran darf es durchaus gewisse Zweifel geben“, sagte HSV-Finanzvorstand Eric Huwer der Deutschen Presse-Agentur im Mai. „Wir sind sehr beheimatet in unserem emotionalen Epizentrum Volksparkstadion“, stellte Huwer klar. „Für uns ist es dann auch nur eine Option, wenn es von der Kapazität her mehr wird, wenn es vom Stadionerlebnis intensiver wird, wenn es näher am Spielfeldrand ist“, sagte der 42-Jährige. Denn eine Laufbahn zwischen Spielfeld und Tribünen ist für den HSV keine Option. „Tartanbahn oder sonstige Konzepte stehen gar nicht zur Debatte. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann stehen wir gerne für eine Nachnutzung zur Verfügung und sind da natürlich auch in Gesprächen mit der Stadt, die allerdings unabhängig von Olympia jetzt tatsächlich geführt werden“, sagte Huwer.Falls es zu Olympischen Spielen in der Hansestadt kommen sollte, könnte man durch temporäre Umbaumaßnahmen einen Boden in die Arena einziehen, der Leichtathletik ermöglicht, heißt es vonseiten der Olympia-Planer. Nach den Spielen würden diese temporären Anlagen dann wieder zurückgebaut. Warum ist eine Multifunktionsarena weiter wichtig?Die Stadt verspricht sich von einer großen Arena weitere Vorteile. Das Stadion könnte für Großveranstaltungen wie Konzerte und Kongresse genutzt werden. Auch Austragungen von American-Football-Partien oder etwa einem Champions-League-Finale könnten realistischer werden. „Ja, wir brauchen in Hamburg ein neues Stadion“, sagte Steffen Rülke, Leiter der Hamburger Olympia-Bewerbung, zuletzt bei Radio Hamburg, auch, um „weiterhin ein attraktiver Standort bleiben“ zu können. Wie könnte die Finanzierung laufen? „Es wäre sicher sinnvoll, bei der Realisierung in einer Gesellschaft breiter aufgestellt zu sein“, sagte Sportsenator Grote dem „Hamburger Abendblatt“ und fügte hinzu: „Die Stadt wäre natürlich dabei. Aber wir wollen auch hanseatische Mitkapitalgeber gewinnen, sich hier zu engagieren. Die Stadt geht insbesondere für den Fall, dass Hamburg den Zuschlag für große Spiele bekommt, von einem erheblichen Potenzial an Interessierten aus.“ Grote fügte hinzu, dass der HSV sein neues Stadion aber nicht geschenkt bekomme, sondern eine Pacht bezahlen müsse. Der Politiker bekräftigte zudem, dass es auch bei der recht komplizierten baulichen Frage rund um das Millerntor-Stadion des FC St. Pauli „eine grundsätzliche Unterstützungsbereitschaft aller öffentlichen Stellen“ gebe. Der Verein will seine Arena in der Innenstadt langfristig ausbauen, im November vergangenes Jahres sprach Clubpräsident Oke Göttlich von 40.000 bis 50.000 Plätzen statt aktuell 29.546.Was ist die Kritik an dem Vorhaben?Die Initiative „NOlympia Hamburg“ beruft sich hinsichtlich der Notwendigkeit eines neuen Stadions darauf, dass die angedachte Nutzungsdauer für das Volksparkstadion bis 2051 verlängert worden sei. Eckart Maudrich, NOlympia-Sprecher, kritisierte zuletzt bei Radio Hamburg die Kostenaufteilung und Aussagen von Senator Grote. „Im Gegensatz zum 31. Mai letzten Jahres sagt er jetzt, die Stadt will hier ein Stadion bauen und sucht noch Partner“, meinte er. „Letztes Jahr hieß es noch, da soll ein Stadion stehen und ein privater Partner soll es finanzieren. Insofern ist unser Risiko hier schon eingetreten, dass die Stadt mit Finanzmitteln dort reinbuttern wird“, fügte er hinzu. Diese Kosten seien nicht im Olympia-Budget enthalten. Dazu angefragt, erklärte ein Sprecher des Olympia-Projekts: „Sollten Olympische und Paralympische Spiele nach Hamburg kommen, würde diese Arena durch temporäre Elemente (u.a., Plattform für Leichtathletik, Tribünen) für die Leichtathletik-Wettbewerbe nutzbar gemacht werden. Die Kosten für diesen Umbau sind im Durchführungsbudget inkludiert.“lno/jlau
Hamburgs Olympia-Bewerbung: Bekommt der HSV ein neues großes Stadion – und wer würde es finanzieren? - WELT
Volksparkstadion oder Neubau? Hamburg plant für Olympia – und der HSV könnte davon profitieren. Vor dem Bürgerentscheid am 31. Mai stehen aber offene Fragen im Raum. Eine davon betrifft den FC St. Pauli.








