PfadnavigationHomeRegionalesHamburgAngestrebte KandidaturHamburg wird mit seinen Olympia-Plänen in Berlin vorstelligVeröffentlicht am 09.09.2025Lesedauer: 3 MinutenIm Volkspark soll das Olympiastadion entstehenQuelle: moka-studioZunächst im Kanzleramt, dann im Bundestag: Die Hansestadt erklärt, wie Olympische Spiele in Norddeutschland aussehen sollen. Eine Anschubfinanzierung hat der Hamburger Senat jetzt auf den Weg gebracht.Hamburg träumt wieder olympisch. Zehn Jahre nach dem gescheiterten Referendum zur Bewerbung um die Spiele 2024 wagt die Hansestadt einen neuen Anlauf – diesmal mit mehr Geld, mehr Struktur und, so hofft der Senat, mehr Zustimmung aus der Bevölkerung. Am Dienstag beschloss der rot-grüne Senat in einer Sitzung, die ausnahmsweise in der Hamburger Landesvertretung in Berlin stattfand, einen Finanzrahmen von insgesamt 8,8 Millionen Euro für die Bewerbung. 2,7 Millionen sollen noch in diesem Jahr fließen, 6,1 Millionen im kommenden. Das Geld ist für den Aufbau professioneller Projektstrukturen vorgesehen, die eine „erfolgreiche, nachhaltige und transparente“ Bewerbung ermöglichen sollen – so zumindest die Innenbehörde, die für den Sport zuständig ist.Lesen Sie auchIm Zentrum der Bewerbung steht eine 20-köpfige Projektgruppe unter Leitung von Steffen Rülke, der erst Anfang September ins Amt kam und zuvor im Bundesinnenministerium tätig war. Die Gruppe soll das bereits im Mai an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) übergebene Grobkonzept weiterentwickeln – im Dialog mit der Stadtgesellschaft, wie es heißt. Denn die Hamburgerinnen und Hamburger sollen Ende Mai 2026 erneut abstimmen: Olympia ja oder nein?Lesen Sie auchDer Blick des Senats richtet sich auf die Spiele ab 2036, mit besonderem Fokus auf 2040 und 2044. Der DOSB will im Herbst 2026 entscheiden, welche deutsche Stadt ins internationale Rennen geht. Neben Hamburg sind auch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr im Gespräch.Konzept mit KüstenwindDas Hamburger Konzept ist ambitioniert und regional gedacht. Gemeinsam mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen will man die Spiele stemmen. In Kiel könnten Segel-, Ruder- und Schwimmwettkämpfe stattfinden, in Luhmühlen bei Lüneburg das Spring- und Dressurreiten. Die Science City Bahrenfeld im Hamburger Westen ist als Standort für das Olympische Dorf vorgesehen – ein Ort, der Wissenschaft und Sport verbinden soll.Am Dienstag wurde das Konzept bereits im Kanzleramt präsentiert, am Mittwoch geht es im Bundestag auf Einladung des Sportausschusses weiter. Dessen Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Aydan Özoguz, zeigte sich interessiert, betonte aber, dass nachhaltige Konzepte, kreative Ideen und valide Finanzierungsmodelle entscheidend seien. Denn eine deutsche Bewerbung brauche auch die Unterstützung des Bundestags.Die alte Frage: Was hat Hamburg davon?Doch nicht alle sind begeistert. Linke Gruppierungen sind ohnehin dagegen, die CDU unterstützt die Olympia-Pläne zwar grundsätzlich, sieht in der Bewerbung aber schon jetzt eine verpasste Chance für die Stadtentwicklung. Die geplante S-Bahn-Linie S6, die die Science City Bahrenfeld und damit das Olympische Dorf erschließen soll, steckt noch immer in der Vorplanung. Laut einer Anfrage an den Senat wird diese Phase frühestens 2030 abgeschlossen sein – zu spät für eine Olympiade in 2040 oder 2044.„Seit 1970 warten die Menschen in Osdorf und Lurup auf eine bessere Anbindung“, sagt Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Nun wird es auch im Zusammenhang mit Olympia wieder nichts werden.“ Sie kritisiert, dass Olympia nicht als Motor für spürbare Verbesserungen genutzt werde. Die Spiele sollten nicht nur ein Highlight für Sportbegeisterte sein, sondern auch für die Menschen in der Stadt.
Angestrebte Kandidatur: Hamburg wird mit seinen Olympia-Plänen in Berlin vorstellig - WELT
Zunächst im Kanzleramt, dann im Bundestag: Die Hansestadt erklärt, wie Olympische Spiele in Norddeutschland aussehen sollen. Eine Anschubfinanzierung hat der Hamburger Senat jetzt auf den Weg gebracht.






