Sein Facebook-Account spricht Bände: Hier ein Foto mit Michael Kretschmer, da ein Bild mit Tim Höttges, dort ein Selfie mit Karl-Theodor zu Guttenberg. Ein Sommerfest, ein Empfang, eine Diskussionsrunde. Immer wieder soll sich Matthias Hundt Tickets besorgt oder selbst eingeladen haben.
Nicht nur die Partygäste fragen sich bis heute, wer dieser Mann überhaupt war? Eine Erklärung liefern Bekannte aus seinem beruflichen Umfeld. Dort galt Hundt, der Berlin in die digitale Zukunft führen sollte, als „Blender“. Auch die OAZ berichtete über die Personalie. Doch nach und nach kamen immer mehr Zweifel, dann Insolvenzen, dann Ermittlungen, dann der Rücktritt als Digitalchef des Landes Berlin.
Mehr Selfies als Leistungen
Am Nachmittag des 26. Mai war der Fall offenbar entschieden. Hundt bat um Entlassung. Eine Sprecherin des Senats bestätigte, Wegner werde dieser Bitte entsprechen. Hundt begründete seinen Schritt laut Berichten mit einer gegen ihn laufenden „Medienkampagne“.
Dabei hat Hundt selbst auch eine Kampagne gefahren – auf Social Media. Mal inszenierte er sich dort als Weihnachtself, mal als Geburtstagsgratulant, mal als albernder Meme-Creator. Ein Tausendsassa eben.Über Jahre hinweg baute Hundt offenbar gezielt an seinem öffentlichen Image. Wer durch seine Social-Media-Profile scrollte, bekam den Eindruck eines bestens vernetzten Strippenziehers mit Kontakten in Politik, Wirtschaft und Medien. Kaum ein Empfang, kaum ein Branchentreffen, bei dem Hundt nicht auftauchte oder sich zumindest im Nachhinein mit prominenten Gästen präsentierte. Beobachter sprechen von einer fast schon professionellen Form der Selbstvermarktung, die weniger auf konkrete Leistungen als vielmehr auf Sichtbarkeit und Nähe zu Einflussreichen setzte.













