Die schwarz-rote Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sucht nach Wegen, um die Sozialsysteme finanziell abzusichern. Im Fokus steht dabei auch die Gesundheitsreform von Ministerin Nina Warken (CDU), die ihren Angaben zufolge Einschnitte für alle beinhalten soll.Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat sich jetzt dafür ausgesprochen, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einzubeziehen. Aktuell gibt es deutschlandweit rund zwei Millionen Menschen mit einem Beamtenstatus, einschließlich Justiz und Bundeswehr.„Dass Beamte aus der gesetzlichen Krankenversicherung rausgehalten werden, halte ich für völlig falsch. Durch ihr gutes Gehalt könnten sie die Kassenlage der GKV durchaus stärken“, sagte der Ökonom der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. 93 Prozent aller Beamtinnen und Beamten sind privat krankenversichert.Das wäre langfristig ein guter Weg, Staatsdiener stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden.Achim Truger, ÖkonomTruger, Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sagte weiter: „Das wäre langfristig ein guter Weg, Staatsdiener stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden, sonst hat man irgendwann eine Art Klassensystem.“Er bemängelte: „Dass es den Beamten zum Teil so gut geht, hängt auch damit zusammen, dass man das Leben der anderen über die Jahre verschlechtert hat.“ Die Beitragszahler müssten etwa für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen. „Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß.“Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger von schätzungsweise rund zwölf Milliarden Euro im Jahr werden bislang nur zum Teil aus dem Bundeshaushalt übernommen – ein Großteil muss aus den Beitragseinnahmen der gesetzlichen Kassen gedeckt werden. Das bedeutet, dass Privatversicherte sich an der Finanzierung nicht beteiligen.Auch aus der schwarz-roten Bundesregierung hatte es zuletzt Forderungen nach Änderungen gegeben. So hatte auch die CSU-Gesundheitspolitikerin Emmi Zeulner gefordert, dass Beamte und Selbstständige die gesetzliche Pflegeversicherung künftig mitfinanzieren. Es benötige eine breitere Beitragszahlerbasis statt immer höherer Belastungen, sagte Zeulner der „Augsburger Allgemeinen“.Zeulners Vorschlag geht in Richtung einer Bürgerversicherung für alle Menschen, die die SPD seit Langem fordert, bisher aber von der Union abgelehnt wird. Auch Bund der Steuerzahler rügt Zahl der Beamten Der Wirtschaftsweise Truger ging mit seinen Forderungen noch weiter: „Man sollte sich fragen, ob es überhaupt so viele Beamte braucht“, sagte Truger weiter. „Lehrer und Universitätsprofessoren wie ich müssten beispielsweise nicht zwingend verbeamtet werden.“Jüngst hatte auch der Bund der Steuerzahler die hohe Zahl an Beamtinnen und Beamten kritisiert und sich dafür ausgesprochen, das Berufsbeamtentum umzubauen.Auch hier richtete sich die Kritik unter anderem gegen die Verbeamtung im Bildungswesen. Der Beamtenstatus werde genutzt, um den Staatsdienst attraktiver zu machen. Aus Sicht des Verbands sollte die Zahl der Beamten auf „deutlich unter eine Million“ gedrosselt werden.