Die EU baut ihren Gasmarkt gerade radikal um – und vieles deutet auf neue Spannungen schon im nächsten Jahr hin. Denn nicht nur sollen russische Gaslieferungen ab 2027 wegen neuer EU-Sanktionen weitgehend wegfallen.

Zum Jahreswechsel greifen auch strengere Methanvorgaben der EU für LNG-Lieferanten, während der globale Gasmarkt wegen des Iran-Krieges ohnehin als angespannt gilt – und sich Europas Gasspeicher zugleich zunehmend langsamer füllen. Wohin führt das?

EU-Methanregeln: Uniper und Sefe warnen vor neuen Kosten und Lieferproblemen

Deutsche Gasimporteure berichten bereits von Problemen bei LNG-Verträgen. Der Energiekonzern Uniper betont zwar, die Methanregulierung verfolge „ein wichtiges klimapolitisches Ziel“. Die Unsicherheit rund um neue Nachweis- und Zertifizierungspflichten beeinflusse jedoch schon heute „kommerzielle Gespräche und langfristige Beschaffungsentscheidungen im globalen LNG-Markt“. Zu starre oder unklare Vorgaben könnten „zusätzliche Kosten, Verzögerungen oder Einschränkungen bei LNG-Importen nach Europa verursachen“, erklärte eine Sprecherin der Berliner Zeitung.

Auch der staatliche Gasimporteur Sefe mit Sitz in Berlin (ehemals Gazprom Germania) unterstützt das Grundprinzip der Methanregeln, spricht in der praktischen Umsetzung jedoch von „spürbarer Unsicherheit im Markt“. Die Vorgaben seien „sehr komplex und zeitlich ambitioniert“, schrieb die Unternehmenssprecherin auf Anfrage.