Deutsche Gasimporteure verlieren einen wichtigen Ausweg für ihre Russland-Geschäfte. Die EU-Kommission hat klargestellt, dass europäische Unternehmen russisches Flüssigerdgas (LNG) ab 2027 nicht einmal mehr an Käufer außerhalb Europas weiterverkaufen dürfen. Betroffen ist auch der deutsche Gasimporteur Sefe (ehemals Gazprom Germania) mit Sitz in Berlin.

Bislang hatten mehrere Unternehmen darauf gehofft, russische LNG-Lieferungen nach dem EU-Ausstieg aus russischem Gas einfach in andere Weltregionen umzuleiten. Genau diese Möglichkeit schließt Brüssel nun ausdrücklich aus.

Sefe hat noch einen Vertrag mit Yamal-LNG

Aus einem Schreiben des Büros von EU-Energiekommissar Dan Jørgensen, das Reuters vorliegt, geht hervor, dass EU-Unternehmen russisches LNG künftig weder handeln noch vermarkten dürfen – unabhängig davon, wo die Ladung letztlich landet. Das Verbot gelte auch dann, wenn das Gas nie Europa erreicht und direkt an Käufer in Drittstaaten verkauft werden soll.

Für Deutschland ist die Klarstellung besonders relevant. Die staatlich kontrollierte Sefe gehört zu den größten Gasimporteuren Europas und verfügt ebenso wie der französische Energiekonzern TotalEnergies und das spanische Unternehmen Naturgy über langfristige Verträge für russisches LNG aus dem Projekt Yamal in der russischen Arktis, hinter dem der Exporteur Novatek steht. Diese Mengen hat Sefe bisher lediglich an EU-Länder und nicht mehr nach Deutschland verkauft.