Vor wenigen Wochen hatten Deutschlands größte Gasimporteure gegenüber der Berliner Zeitung vor Problemen bei LNG-Verträgen wegen der neuen EU-Methanregeln gewarnt. Jetzt stellt sich Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) überraschend hinter ihre Kritik. Nach Informationen des Handelsblatts unterstützt Deutschland inzwischen eine Verschiebung der umstrittenen Verordnung.Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte einen Aufschub zuvor entschieden abgelehnt. Die neuen Regeln sollen Methanemissionen entlang der Öl- und Gaslieferkette senken. Gerade ihre praktische Umsetzung ist jedoch umstritten. Wie reagieren die Unternehmen jetzt auf Reiches Vorstoß?
Deutsche Gasimporteure unterstützen Reiches Vorstoß
Die Antwort fällt eindeutig aus: Alle drei von dieser Zeitung befragten großen Gasimporteure unterstützen im Kern den Vorstoß der Wirtschaftsministerin. Der Energiekonzern Uniper betont zwar, man unterstütze das Ziel der Methanverordnung ausdrücklich. Gleichzeitig sei es jedoch „wichtig, dass die Umsetzung praktikabel bleibt und Versorgungssicherheit sowie Wettbewerbsfähigkeit berücksichtigt werden“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage der Berliner Zeitung.
In vielen Fällen sei es den Importeuren „schlichtweg nicht möglich“, die Einhaltung der Verordnung nachzuweisen. Eine unveränderte Umsetzung der EU-Regeln schaffe erhebliche Unsicherheiten für langfristige Gas- und LNG-Verträge und könne deren Abschluss erschweren. „Das hätte negative Auswirkungen auf Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Diversifizierung“, so die Sprecherin. Eine Verschiebung würde dagegen „kurzfristig Rechtssicherheit schaffen und Vertragsabschlüsse erleichtern“.












