Vom kommenden Jahr an soll die EU-Methanverordnung den Ausstoß des klimaschädlichen Gases verringern. Zugleich wächst in der EU die Sorge, dass die Vorgaben zu Lieferengpässen in Europa führen können. Eine Gruppe von einem Dutzend Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission deshalb nun aufgefordert, die Verordnung drei Jahre aufzuschieben. Auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterstützte das bei einem Treffen der EU-Energieminister in Luxemburg.„Wir brauchen mindestens eine Verschiebung oder eine Aussetzung der Methanverordnung, dass sich die Bundesrepublik Deutschland sicher mit Gasimporten, aber auch mit Mineralölprodukten wie Kerosin versorgen kann“, forderte Reiche am Freitag am Rande eines Treffens der EU-Energieminister in Luxemburg. „Wir werden mit der Kommission sehr ernsthaft darüber sprechen müssen, dass wir unsere Versorgungssicherheit auf gar keinen Fall aufs Spiel setzen können.“Umweltminister Schneider gilt als Anhänger der VerordnungDie Vorgaben der Verordnung treten im kommenden Jahr voll in Kraft. Die Einkäufe für 2027 fänden jetzt statt, sagte Reiche weiter. Deshalb brauche es schnell eine Entscheidung. Dass Deutschland sich hinter die Forderung nach einer Verschiebung stelle, sei in der Bundesregierung abgesprochen, hieß es aus Diplomatenkreisen. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) gilt eigentlich als Gegner einer Verschiebung.Die seit 2024 geltende Methanverordnung setzt bei der Einfuhr von fossilen Brennstoffen an. Bei deren Förderung und dem Transport wird das Treibhausgas freigesetzt, das bei gleicher Menge deutlich schädlicher ist als CO₂. Das Gesetz sieht zwei Dinge vor: Zum einen müssen die Betreiber ihre Pipelines regelmäßig und in kurzen Abständen auf Lecks untersuchen, durch die Methan freigesetzt wird. Entdeckte Lecks oberhalb einer bestimmten Schwelle müssen innerhalb von 30 Tagen vollständig repariert werden. Zum anderen wird bei der Förderung das routinemäßige Ablassen und Abfackeln von Methan auf Notfälle beschränkt.Neben Deutschland sprachen sich unter anderem die Niederlande, Italien, Polen, Österreich und Tschechien dafür aus, die Methanverordnung vorläufig auszusetzen. Die Europäische Kommission hat bisher lediglich – und auch das nur in internen Papieren – eine Aussetzung der Strafen ins Spiel gebracht. Sie könnte schon kommende Woche einen Vorschlag dazu vorlegen, hieß es in Brüssel.