Finanzfahnder durchsuchen Élysée-PalastRazzia am französischen Präsidentensitz: Ging bei den Pantheon-Feiern in Paris alles mit rechten Dingen zu? Der Verdacht von jahrelanger Bevorzugung eines Anbieters steht im Raum.22.05.2026, 17.13 Uhr1 LeseminutenVor knapp einem Monat hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch französische Teilnehmer der Olympischen Spiele im Élysée-Palast empfangen. Nun durchsuchten Finanzfahnder den Sitz des Präsidenten. Stephanie Lecocq / POOL / EPA(dpa) Französische Finanzfahnder haben den Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron durchsucht. Zu dem Einsatz im Élysée-Palast sei es am Donnerstag (22. Mai) im Rahmen von Ermittlungen zur Vergabe von Zeremonien für die Aufnahme von Menschen in den Ruhmestempel Pantheon gekommen, teilte die Finanzstaatsanwaltschaft mit. Die Durchsuchung sei vorab mit dem Élysée-Palast abgestimmt worden.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Als die Finanzfahnder Ende April ein erstes Mal unangekündigt angerückt waren, war ihnen der Zugang zu den Dienststellen des Präsidensitzes verwehrt worden. Zuletzt gab es im Rahmen von Ermittlungen 2008 und 2018 Durchsuchungen im Élysée-Palast.Wurde ein Unternehmen bei Vergaben jahrelang bevorzugt?Laut dem französischen Blatt «Le Canard Enchaîné» und der Zeitung «Libération» wurden die Zeremonien 22 Jahre lang, von 2002 bis 2024, von ein und demselben Unternehmen organisiert. Jede der Feierlichkeiten sei mit rund zwei Millionen Euro in Rechnung gestellt worden. Die Finanzfahnder wollen demnach herausfinden, ob das Unternehmen Unterstützung aus dem Élysée, dem Kulturministerium oder dem für die Vergabe zuständigen Zentrum für staatliche Monumente CMN erhalten haben könnte.In dem ursprünglich als Kirche geplanten Pantheon werden seit der Französischen Revolution wichtige Vertreter des Landes wie Victor Hugo, Émile Zola, Voltaire oder Jean-Jacques Rousseau geehrt.