Der Blick in den Rückspiegel offenbart die Misere des Wohnungsbaus. Die Zahl der neuen Wohnungen ist im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 206.600 Wohnungen gesunken. Schon ein Jahr zuvor war der Rückgang mit rund 14 Prozent deutlich. Der Bedarf an Wohnraum in städtischen Regionen ist und bleibt hingegen hoch, die Neumieten steigen. Warum wird dann nicht mehr gebaut? Staatliche Vorgaben und höhere Kosten verteuern oder verhindern manche Vorhaben.Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) bemüht sich zwar, Vorschriften mit dem Wohnungsbauturbo und dem einfacheren Gebäudetyp E zu lockern. Doch es hängt auch an den Städten und Gemeinden, wie sie den Wohnungsbau in ihrem Gebiet voranbringen. Verzichten Kommunen auf Vorgaben, zum Beispiel für Tiefgaragen oder Kitaplätze, können Wohnungen günstiger entstehen.Das Vermieten von Wohnungen ist zudem durch Einschränkungen wie die Mietpreisbremse oder die Teilung der Heizkosten erschwert. Die staatlichen Eingriffe nehmen zu: von Begrenzungen für möblierte Wohnungen über den Wunsch nach einem Mietendeckel in der SPD bis hin zu Rufen nach Enteignungen der Wohnungskonzerne in der Hauptstadt. Anreize zum Bauen und Vermieten von Wohnungen sehen anders aus.Der Blick nach vorn braucht daher eine Portion Hoffnung. Die Politik könnte mit weniger Vorschriften die Kosten senken, die Verwaltung kann mit der Digitalisierung die Abläufe beschleunigen, und Städte können mehr Wohnungsbau zulassen. Dazu müssen sich auch Bauherren, Investoren und Entwickler anstrengen, um mit der Vorfertigung von Wänden und Räumen in der Fabrik, digitaler Hilfe und anderen neuen Verfahren günstiger und schneller zu bauen.In der Statistik fällt positiv auf, dass die Zahl der neuen Wohnungen in Bestandsgebäuden nur um rund zwei Prozent gesunken ist. Der Weg zu mehr Wohnraum kann auch darin liegen, öfter Dachgeschosse auszubauen, Häuser aufzustocken und Wohnungen anzubauen. Zwar ist zuletzt die Zahl der Baugenehmigungen etwas gestiegen, aber bis zur Fertigstellung oder gar zu einer Trendwende dauert es noch eine Weile. Wer in der Großstadt eine halbwegs günstige Wohnung sucht, ist daher auch künftig kaum zu beneiden.
Wohnungsbau stockt: Verena Hubertz setzt auf Reformen
Der Bau neuer Wohnungen stockt. Staatliche Vorgaben und höhere Kosten bremsen Projekte aus. Daher braucht es neue Wege und auch Zuversicht.













