In Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenige Wohnungen gebaut worden wie seit 2012 nicht mehr. 2025 seien nur noch 206 600 Wohnungen fertiggestellt worden, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das sind 18 Prozent weniger als im Jahr zuvor – und auch da war die Zahl neuer Wohnungen schon deutlich zurückgegangen.Zum Vergleich: Nach einem Tiefststand von 159 000 neuen Wohnungen im Jahr 2009 lag die Zahl im Jahr 2012 bei 200 500. 2020 stieg sie dann auf ein 20-Jahres-Hoch von 306 400. In den Jahren darauf, 2021 bis 2023, blieben die Werte relativ konstant knapp darunter.Seitdem gibt es einen Abwärtstrend und Experten gehen davon aus, dass sich dieser 2026 fortsetzen wird. So rechnet das Ifo-Institut nur noch mit 185 000 Fertigstellungen. „Es besteht die Gefahr, dass der Iran-Krieg die davor beobachtete moderate Belebung größtenteils abwürgt“, sagte Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister der Nachrichtenagentur Reuters. Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau habe sich im April massiv verschlechtert: Das entsprechende Barometer für das Geschäftsklima fiel dem Ifo-Institut zufolge von minus 19,3 Punkten im Vormonat auf minus 28,4 Zähler. Die höhere Inflation, sinkende Reallöhne sowie steigende Materialkosten und Zinsen belasteten die Branche.Das sei aber nicht der einzige Grund. „Bauen bleibt einfach zu aufwändig, teuer, reguliert und langwierig“, sagte Dorffmeister. Die vielen politischen Initiativen wie der Bau-Turbo führten aus unterschiedlichen Gründen nicht zu einem flächendeckenden Durchbruch. Teils überzogene Anforderungen bei städtebaulichen Verträgen, fehlendes Bauland, hohe Entsorgungskosten, stark gestiegene Preise für Bauleistungen sowie langwierige Planungs- und Verwaltungsprozesse bremsten. Auch zu eng ausgelegte Brand- und Lärmschutzauflagen oder Mietenregulierung behinderten.Rückgänge gab es 2025 sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei den Mehrfamilienhäusern. In Ostdeutschland fiel der jüngste Rückgang prozentual mehr als doppelt so stark aus wie im Westen.Neue Wohnungen werden kleinerAuch der Trend zu weniger Wohnfläche setzte sich fort. Eine Neubauwohnung hatte im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Wohnfläche von 95,2 Quadratmetern. „Die bisher größte durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung war im Jahr 2007 mit 116,4 Quadratmetern gemessen worden, seitdem nahm die durchschnittliche Wohnungsgröße ab“, erklärten die Statistiker.Bundesbauministerin Verena Hubertz sprach von „schlechten Zahlen“. Diese seien das Resultat der vergangenen Krisenjahre. „Rund 206 000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr sind zu wenig“, sagte die SPD-Politikerin. „Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen.“ Der Anstieg der Baugenehmigungen um etwas mehr als zehn Prozent mache aber Hoffnung. Zudem würden Rekordmittel in den sozialen Wohnungsbau investiert.
In Deutschland werden so wenige Wohnungen gebaut wie lange nicht mehr
Die Zahl neuer Wohnungen sinkt erneut deutlich und die Wohnfläche wird kleiner. Regional gibt es große Unterschiede. Bauministerin Hubig spricht von „schlechten Zahlen“.










