PfadnavigationHomeWirtschaftStatistisches BundesamtZahl der neu gebauten Wohnungen fällt auf niedrigsten Stand seit 2012Stand: 08:49 UhrLesedauer: 3 MinutenEin Neubaugebiet in MünchenQuelle: Malin Wunderlich/dpaIm vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur 206.600 neue Wohnungen gebaut – das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau verschlechtert sich massiv.In Deutschland wurden im vergangenen Jahr so wenige Wohnungen gebaut wie seit 2012 nicht mehr. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen brach 2025 um 18,0 Prozent oder 45.400 auf 206.600 ein, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit sank die Zahl bereits das zweite Jahr in Folge deutlich: 2024 hatte es bereits einen Rückgang von 14,4 Prozent gegeben, nachdem die Fertigstellungen in den Jahren 2021 bis 2023 bei jeweils rund 294.000 gelegen hatten. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand von 159.000 im Jahr 2009 auf den Rekord von 306.400 im Jahr 2020 gestiegen.Bundesbauministerin Verena Hubertz sprach von „schlechten Zahlen“. Diese seien das Resultat der vergangenen Krisenjahre. „Rund 206.000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr sind zu wenig“, sagte die SPD-Politikerin. „Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen.“ Der Anstieg der Baugenehmigungen mache aber Hoffnung. Zudem würden Rekordmittel in den sozialen Wohnungsbau investiert.Ifo erwartet für das laufende Jahr weiteren RückgangExperten gehen davon aus, dass sich der Abwärtstrend in diesem Jahr fortsetzen wird. So rechnet das Ifo-Institut nur noch mit 185.000 Fertigstellungen. „Es besteht die Gefahr, dass der Iran-Krieg die davor beobachtete moderate Belebung größtenteils abwürgt“, sagte Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister der Nachrichtenagentur Reuters. Die höhere Inflation, sinkende Reallöhne sowie steigende Materialkosten und Zinsen belasteten.Lesen Sie auchDas sei aber nicht der einzige Grund. „Bauen bleibt einfach zu aufwendig, teuer, reguliert und langwierig“, sagte Dorffmeister. Die vielen politischen Initiativen wie der „Bau-Turbo“ führten aus unterschiedlichen Gründen nicht zu einem flächendeckenden Durchbruch. Teils überzogene Anforderungen bei städtebaulichen Verträgen, fehlendes Bauland, hohe Entsorgungskosten, stark gestiegene Preise für Bauleistungen sowie langwierige Planungs- und Verwaltungsprozesse bremsten. Zu eng ausgelegte Brand- und Lärmschutzauflagen oder Mietenregulierung behinderten ebenfalls.Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent auf 238.100 und war damit höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Der Bauüberhang, das sind bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen, bewegte sich zum Jahresende 2025 mit 760.700 Wohnungen auf Vorjahresniveau (2024: 759.700). Davon befanden sich 307.200 Wohnungen bereits im Bau (158.600 Wohnungen davon waren im Rohbau fertiggestellt).Im vergangenen Jahr war der Rückgang bei Bauvorhaben von Privatpersonen mit fast 24 Prozent besonders deutlich, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Die Dauer von der Erteilung der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung verlängerte sich 2025 auf 27 Monate. Im Jahr 2020 hatte der Bau einer Wohnung noch durchschnittlich 20 Monate gedauert. Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im April massiv verschlechtert: Das entsprechende Barometer für das Geschäftsklima fiel von minus 19,3 Punkten im Vormonat auf minus 28,4 Zähler, wie das Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit vier Jahren, als der russische Einmarsch in die Ukraine belastete. „Die geopolitische Unsicherheit belastet inzwischen auch den Wohnungsbau in Deutschland“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Mit fragilen Lieferketten und steigenden Finanzierungskosten kommen mehrere Risiken gleichzeitig auf den Bau zu.“Reuters/ll
Wohnungsbau: Zahl der neu gebauten Wohnungen fällt auf niedrigsten Stand seit 2012 - WELT
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur 206.600 neue Wohnungen gebaut – das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau verschlechtert sich massiv.











