Christopher Nolan bei einer Preisverleihung in Frankreich 2024

Man kann sich Hollywood-Starregisseur Christopher Nolan, 55, wohl als entspannten Mann vorstellen. Zahlreiche Menschen kämpfen mit ihrer Bildschirmzeit, verheddern sich in Reels, Likes und Push-Benachrichtigungen. Nolan? Besitzt nicht mal ein Smartphone, behauptet er in einem Interview mit der US-Sendung »60 Minutes« , er habe noch nie eines gehabt. E-Mails? Kein Interesse an der Kommunikationsform, er sei froh, keine digitalen Fesseln zu tragen, sagt er. Der Nachrichtenflut ganz entfliehen kann der Regisseur trotzdem nicht. Er bekomme viele ausgedruckte Mails vorgelegt, sagt Nolan.

Einen Hang zum Digitalen kann man dem Oscar-Preisträger Nolan auch in seinen Filmen nicht nachsagen. Im zweiten Teil seiner Batman-Trilogie sprengt Heath Ledger als Bösewicht Joker tatsächlich ein Gebäude, für »Tenet« filmte Nolan, wie eine Boeing 747 in einen Hangar kracht. Als der Film »Oppenheimer« lief, spekulierte man im Internet scherzhaft, Nolan würde sicher darüber nachdenken, eine Atombombe in New Mexico zu zünden. Auch sein neuer Film »Die Odyssee« , der in wenigen Wochen ins Kino kommt, ist offenbar Handarbeit: Im Gespräch mit »60 Minutes« führt er vor, wie der physische Film an einer fast historisch wirkenden Maschine wortwörtlich geschnitten und wieder zusammengeklebt wird.