EZB-Präsidentin Christine Lagarde (70) hat die Finanzminister der Euroländer vor ausufernden Ausgaben im Kampf gegen die Energiekrise gewarnt und andernfalls höhere Zinsen signalisiert. Nach einem Treffen der Euro-Gruppe am Freitag in Nikosia forderte sie, die staatlichen Hilfsmaßnahmen zu begrenzen.
„Wir haben auch die fiskalische Reaktion auf den Energiepreisschock erörtert“, sagte Lagarde mit Blick auf die Folgen des Irankriegs. „Ich habe unterstrichen, dass die fiskalischen Maßnahmen befristet, zielgerichtet und maßgeschneidert sein sollten.“Die EZB-Präsidentin machte deutlich, dass die Notenbank auf eine zu lockere Ausgabenpolitik der Staaten mit einer strafferen Geldpolitik reagieren müsste. Dies würde die von den Regierungen angestrebten konjunkturellen Impulse wieder zunichtemachen. „Jede Abweichung von diesen drei Prinzipien würde schaden und zu einer anderen geldpolitischen Haltung führen“, sagte sie.
Unterstützung erhielt Lagarde vom Vorsitzenden der Euro-Finanzminister, Kyriakos Pierrakakis (43). „Wir alle verstehen natürlich, dass wir die Geldpolitik nicht konterkarieren sollten“, sagte Pierrakakis auf einer Pressekonferenz. „Finanzpolitik und Geldpolitik sollten Hand in Hand gehen.“Die Bundesregierung hat mit einem Tankrabatt auf die steigenden Benzin- und Dieselpreise reagiert, der seit Mai gilt und noch bis Ende Juni gelten soll. Das dürfte die Inflationsrate in den beiden Monaten vorübergehend um etwa einen viertel Prozentpunkt reduzieren, schätzt die Bundesbank. Ein Jahr später könne dies dann aber einen gleichermaßen erhöhenden Basiseffekt haben.








