Anleger befürchten höhere Inflation und daher höhere Zinsen, sie verkaufen daher weltweit Staatsanleihen, zum Beispiel deutsche Papiere mit zehn Jahren Laufzeit. EZB-Präsidentin Lagarde zeigt sich besorgt.

18.05.2026, 11.47 Uhr

„Ich mache mir immer Sorgen, das ist mein Job“: EZB-Präsidentin Christine Lagarde

Die Renditen von Staatsanleihen in der Eurozone sind am Montag weiter gestiegen – angetrieben von einem weltweiten Ausverkauf an den Anleihemärkten. Anleger befürchten, dass die steigenden Energiepreise infolge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten die Inflation erneut anheizen könnten. Damit wächst zugleich die Sorge, dass die Notenbanken länger an hohen Zinsen festhalten oder sogar weitere Zinserhöhungen notwendig werden könnten. In Deutschland war die Inflation im April wieder auf 2,9 Prozent angestiegen.

Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung bei deutschen Bundesanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als wichtigste Benchmark für die Eurozone gilt, stieg um 2,5 Basispunkte auf 3,1791 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 15 Jahren. Bereits am Freitag hatte die Rendite zeitweise um bis zu 8,5 Basispunkte zugelegt und damit ein Niveau erreicht, das zuletzt im Mai 2011 verzeichnet worden war.