Aus der Union kommt scharfe Kritik an den Sparplänen beim Elterngeld. Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, attackiert das Vorhaben, bei der Lohnersatzzahlung 350 Millionen Euro im Jahr zu sparen.Deutschland verzeichne die wenigsten Geburten seit 1946, sagte Winkel dem SPIEGEL. Das sei »ein dramatisches Zeichen«. Die Bundesregierung müsse Prioritäten neu setzen und mehr für die junge Generation und insbesondere junge Familien tun.
»Die Bundesregierung befindet sich in einem Reformprozess, um die Folgen des demographischen Wandels abzufedern«, sagte Winkel. Eine Kürzung des Elterngeldes würde die Ursache und den Auslöser des gesamten Reformvorhabens noch verschärfen. »Das ist nicht nur unlogisch, sondern führt den Reformprozess an sich ad absurdum«, warnte der 35-Jährige.Familienministerin Karin Prien bestätigte am Donnerstag, sie werde zur Konsolidierung des Haushaltes 2027 beim Elterngeld sparen. Sie halte sich »solidarisch« an die Beschlüsse des Koalitionsausschusses und arbeite an »konstruktiven Lösungen«, sagte Prien der »Welt«. Laut den Eckpunkten zum Haushalt muss Prien in ihrem Ministerium 500 Millionen Euro einsparen, davon 350 Millionen Euro beim Elterngeld .
Die Lohnersatzzahlung habe seit ihrer Einführung 2007 durch fehlenden Inflationsausgleich bereits knapp 40 Prozent an Wert verloren, kritisierte Winkel. »Dass in diesem Zeitraum die Renten um mehr als 60 Prozent, das Elterngeld um null Prozent gestiegen ist, zeigt, dass wir eine konsequente Benachteiligung der jungen Generation erleben.« Allein die Erhöhung der Renten in diesem Jahr um 4,2 Prozent koste knapp 20 Milliarden Euro, so Winkel. Da stehe die Kürzung beim Elterngeld in keinem Verhältnis.









