Die Bundesregierung will beim Elterngeld sparen. Sie sollte die Kürzungen nutzen, um das Elterngeld gerechter und feministischer zu gestalten.
F amilienministerin Karin Prien wird wohl am Elterngeld sparen – und der Aufschrei ließ nicht auf sich warten: Familienfeindlich sei das, so die Kritik. Doch eine Reform des Elterngelds wäre ausnahmsweise keine weitere Zumutung, sondern sogar geboten. Hier kann die Regierung sparen – und die Förderung von Familien gleichzeitig gerechter und feministischer machen.
Tatsächlich wird in Priens Ministerium an einer Reform des Elterngelds gearbeitet. 13 Milliarden Euro kostete es jetzt, das ist mit Abstand der größte Posten im Haushalt des Ministeriums. 500 Millionen Euro muss Prien sparen. Es geht also nicht um Kahlschlag, sondern um Korrekturen. Ein Teil der Einsparungen dürfte schon dadurch erreicht werden, dass in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden – daran hat das Elterngeld wenig geändert.
Für eine Reform gibt es nun verschiedene Stellschrauben: die Höhe des Elterngelds, die Zahl der Monate, in denen es gezahlt wird, und die Gehaltsgrenze, bis zu der Familien es bekommen.
Aktuell liegt diese Obergrenze bei 175.000 Euro. Sie leicht zu senken, taugt nicht zum Skandal. Familien mit monatlich mehr als 10.000 Euro Einkommen müssen vom Staat nicht volle 14 Monate lang Geld bekommen, um zu Hause zu bleiben oder eine ausgedehnte Reise zu machen.








