Mit Erleichterung reagieren Anleger auf die Tarifeinigung bei Samsung. Die Aktien des südkoreanischen Elektronik-Konzerns stiegen an der Börse Seoul am Donnerstag um 8,5 Prozent und verbuchten mit 299.500 Won den höchsten Schlusskurs der Firmengeschichte. Bei anderen Werten griffen Investoren ebenfalls beherzt zu. Der südkoreanische Leitindex legte mit 8,5 Prozent so stark zu wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten.Die noch ausstehende Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder zum Abkommen gilt als sicher. Der Kompromiss habe jedoch eine Kehrseite, betonte Analyst Ryu Young-ho vom Finanzdienstleister NH Investments: Die Personalkosten stiegen nun deutlich. Immerhin würden die vereinbarten Boni in Aktien und nicht in bar ausgezahlt. Dies verringere die unmittelbare finanzielle Belastung für den Konzern.
Ersten Berechnungen zufolge könnte ein Beschäftigter mit einem Basisgehalt von knapp 46.000 Euro für das laufende Jahr einen Zuschlag von bis zu 359.000 Euro erhalten. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich einen Anteil von 15 Prozent am Samsung-Gewinn für Boni gefordert.Gehaltsgefälle verringertAuslöser für den jüngsten Tarifstreit war das wachsende Gehaltsgefälle zu den Beschäftigten des Samsung-Lokalrivalen SK Hynix. Dieser hat die Obergrenzen für Mitarbeiterboni abgeschafft und koppelt sie an den operativen Gewinn. Da die weltweite Nummer zwei der Speicherchip-Hersteller von Rekordgewinn zu Rekordgewinn eilt, erhalten die Beschäftigten dort bislang dreimal so hohe Sonderzahlungen wie bei Samsung. Der Gewerkschaft zufolge wanderten daher zahlreiche Fachkräfte zu Hynix ab.












