Zwischen Kakteen und Kilometerlangen wüstenartigen Gebirgsketten liegt sie. Die geteilte Stadt Nogales. Auf der amerikanischen Seite im Bundestaat Arizona leben gerade einmal rund 20.000 Menschen. Auf der mexikanischen Seite im Bundestaats Sonora, dem zweitgrößten des Landes, dagegen mehr als 260.000. Dazwischen verläuft die Grenze – eine massive Stahlkonstruktion, die sich mitten durch die Stadt zieht. Besonders auf mexikanischer Seite steht die Grenze fast im Wohnzimmer einzelner Bewohner. Wohnhäuser sind nur wenige Meter vom Zaun entfernt erbaut worden. Kleine enge Schuttstraßen führen bis an die Grenzanlagen heran. Wenige Meter entfernt patrouillieren amerikanische und mexikanische Sicherheitskräfte.

Durch die Stahlstreben des Grenzzauns hinweg beantwortet der mexikanische Grenzpolizist Omar Bonifaz die Fragen der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Er steht auf mexikanischem Boden, berührt den wüstenroten Zaun kein einziges Mal, während er spricht. Während sich hinter ihm dicht gedrängt bunt gestrichene Häuser den Hang hinaufreihen und ein älterer Herr den Eingang seines kleinen Kiosk fegt, fahren auf der anderen Seite Fahrzeuge des US-Grenzschutzes vorbei. Frust oder Feindseligkeit gegenüber den Vereinigten Staaten bringt Bonifaz im Gespräch mit dieser Zeitung jedoch nicht zum Ausdruck. Im Gegenteil.